AKTUELLES
BEGEGNUNGEN IM LAND DER GEGENSÄTZE: SCHÜLERGRUPPE DES ANTONIUSKOLLEGS IM HEILIGEN LAND
Begegnungen im Land der Gegensätze: Schülergruppe des Antoniuskollegs im Heiligen Land
Sieben Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Antoniuskollegs hielten sich im April für acht Tage in Israel auf, um bei dieser Exkursion wichtige Sehenswürdigkeiten in der Stadt Jerusalem und ihrer Umgebung zu besichtigen. Außerdem wollten sie sowohl mit Israelis und Palästinensern in Kontakt kommen, um die schwierigen Lebensumstände dieser Menschen auf Grund des Nahostkonflikts besser nachvollziehen zu können. Für die vier Schülerinnen und drei Schüler der Oberstufe des Antoniuskollegs haben sich dabei unvergessliche Eindrücke ergeben, von denen sie lange zehren werden.
Die konzeptionelle Idee hatte sich in den Religionskursen ergeben, und der evangelische Religionspädagoge Hans Holz (51) übernahm dann deren Planung und Umsetzung. Dafür konnte er sogar Sponsoren anwerben, um die Reise für die Schüler erschwinglich zu machen.
„Andacht und Hingebung, mit der die meist orthodoxen Juden an einem Abend in der zur Ruhe gekommenen Stadt an der Klagemauer beteten, waren der absolute Höhepunkt“, meint Sebastian Döpke (18), „und dazu als abstoßender Gegensatz der Schmutz, die Abfälle auf dem Ölberg und die kommerzielle Geschäftigkeit rund um die Grabeskirche.“
Sehr aufschlussreiche Begegnungen gab es mit christlichen jungen Palästinensern – Die Gruppe aus Neunkirchen wohnte in einem von einer christlichen Gemeinde getragenen Jugendgästehaus in einer kleinen palästinensischen Stadt nahe Bethlehem. Es dient als Begegnungsstätte zwischen Juden, Christen und Muslimen – zwischen Palästinensern und Israelis. „Der Abstand zwischen jungen Israelis und jungen Palästinensern, die für sich keinerlei Zukunft in Palästina sehen können, ist enorm“, findet Sebastian.
Lena Scroko (18) beeindruckte vor allem, „dass man vieles, was man aus der Bibel inhaltlich gut kennt, in realer Umgebung wirklich erlebt, aber als völlig anders, als man es sich vorgestellt hat.“ Als Beispiel nennt sie die ihr aus dem Religionsunterricht bekannten Wüstenhöhlen bei Qumran.
Besucht wurde von den Neunkirchener Schülern außerdem das „Abrahamszelt“ im Flüchtlingscamp Deheshe, wo sich die christliche Gemeinde enorm für palästinensische Flüchtlingskinder engagiert. Weitere Stationen der Reise waren die Knesset, das Israelmuseum, die Gedenkstätte Yad Vashem mit dem „Childrens Memorial“ zum Gedenken an die 1,5 Millionen dem Holocaust zum Opfer gefallenen Kinder, die Via Dolorosa, die Festung Massada am Toten Meer, das Herodeion (der Palast des Herodes), der Ölberg und der Tempelberg mit Felsendom, El-Aqsa-Moschee und die Klagemauer.
Insgesamt war das ein sehr informatives, aber auch anstrengendes Programm. Zum Ausgleich wurde ein Fußballspiel mit israelischen, palästinensischen und Neunkirchener Jungen organisiert und das spektakuläre obligatorische Bad im Toten Meer genommen. Aufgrund einer siebenstündigen Verspätung des Rückfluges organisierte Hans Holz noch einen zusätzlichen Aufenthalt am Strand von Tel Aviv, worüber sich seine Schützlinge als Erholung von den Reisestrapazen sehr freuten.
(Werner Gude)