„Das Ankommen bei den Yanomami war wunderschön.“
Schwester Maria Wachtler ist seit 45 Jahren in Venezuela tätig. Nun feiert sie ihren 75. Geburtstag.
Als junge Don Bosco Schwester verließ Maria Wachtler 1965 Österreich und ging in die Mission. Ihr Ziel: Venezuela. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist die Burgenländerin mittlerweile in Lateinamerika und lebt und arbeitet mit dem indigenen Volk der Yanomami.
Am Donnerstag wird Sr. Wachtler 75. Jahre alt. Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Österreich gratuliert der langjährigen Projektpartnerin ganz herzlich.
„Eine bemerkenswerte Frau, die in aller Bescheidenheit enorm viel geleistet hat“, so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt: „Ich bin stolz, dass Jugend Eine Welt mit Hilfe seiner Förderer die Arbeit von Sr. Wachtler seit Jahren – und hoffentlich auch in Zukunft - unterstützen kann.“
Yanomami bedeutet Menschen
„Die Yanomami hatten Glück so abgeschieden zu leben“, erklärt Sr. Wachtler: „So konnten sie ihre Kultur, ihre Bräuche und Riten erhalten.“ Heute stehen die Yanomami vor der großen Herausforderung, dass das moderne Leben immer näher rückt. „Der Einfluss der Außenwelt auf die Yanomami wird in den letzten Jahren größer. Die Aufgabe jetzt ist es, ihnen langsam Dinge näher zu bringen. Zum Beispiel sich an den Umgang mit Geld zu gewöhnen, “ so Sr. Wachtler: „ Immerhin haben wir Europäer den Sprung von der Steinzeit ins Computerzeitalter auch nicht in zwanzig Jahren geschafft.“ Ihr Anliegen ist es, die Yanomami auf die Gefahren der Außenwelt, von der sie Jahrhunderte lang abgeschnitten waren, vorzubereiten.
Yanomami bedeutet in der Sprache der Yanomami Menschen. Etwa 25.000 Yanomami leben im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Brasilien, an der Wasserscheide zwischen den
Flüssen Orinoco und Amazonas. Die Regierung Venezuelas hat das Gebiet in dem sie leben zur geschützten Zone erklärt, ohne Tourismus, Forstwirtschaft oder Bergbau. Schwester
Maria und ihre Mitschwestern sind einige der wenigen „Weißen“, die dieses Gebiet betreten dürfen.
„Ich habe meine Arbeit nie als Opfer betrachtet.“
„Ich habe meine Arbeit nie als Opfer betrachtet“, sagt Sr. Wachtler. Vielmehr hat sie ihre Aufgabe, die sie als Berufung betrachtet, dankbar angenommen und mit Ruhe und Kompetenz Vieles erreicht. Mit ihren Mitschwestern bekämpfte sie Malaria und andere gefährliche Krankheiten und schaffte ein weit reichendes Netz der Kommunikation und Versorgung. Als Sprecherin für die Yanomami verteidigt sie deren Rechte.
Für ihr Wirken erhielt Sr. Wachtler bereits mehrere Auszeichnungen, darunter der „Erzbischof Oscar Romero-Preis“ der Katholischen Männerbewegung Österreichs 1996.
In Venezuela ziert ein Foto von Sr. Wachtler sogar eine Briefmarke. Gewürdigt wird damit ihr Einsatz zum Aufbau eines zweisprachigen Schulsystems. Unter anderem verfasste Sr. Maria eine Grammatik der Yanomami-Sprache.
Unterstützung für Sr. Wachtler und die Yanomami
Wer die Arbeit von Sr. Wachtler finanziell unterstützen möchte hat die Möglichkeit zu spenden. Spendenkonto Jugend Eine Welt PSK 92.083.767, BLZ 60.000, Kennwort: Sr. Maria Wachtler. Die Spenden an Jugend Eine Welt sind steuerlich absetzbar.
Jugend Eine Welt
Jugend Eine Welt ist ein internationales Hilfswerk und wurde 1997 als Verein gegründet. Der Zweck der unabhängigen Nicht-Regierungs-Organisation liegt in internationaler Jugendhilfe sowie nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit. Unter dem Leitgedanken „Bildung überwindet Armut“ unterstützt Jugend Eine Welt Schulen, Straßenkinder-Programme und Bildungszentren in Asien, Afrika und Lateinamerika. ProjektpartnerInnen sind dabei die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern, die über langjährige Erfahrung und Expertise vor Ort verfügen. Näheres unter www.jugendeinewelt.at