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Das Don Bosco Mobil – unterwegs bei Straßenkindern in Freetown

Veröffentlicht am: 18. August 2010
Kinder in Freetown

Ab 1. September 2010 geht unser neues Projekt an den Start: das Don Bosco Mobil . Unser Ziel: noch mehr in die Lebenswelt der Straßenkinder eintauchen und vor allem durch Personal sowie Ersthilfe präsent sein.

Die 15 hauptamtlichen Mitarbeiter, darunter Sozialarbeiter und Krankenpfleger, sind mit einem umgebauten Linienbus in den Slums von Freetown unterwegs. „Im letzten Jahr haben wir eine hohe Mobilität der Straßenkindern in Freetown wahrgenommen“, so Bruder Lothar Wagner. Entweder getrieben von Polizisten oder private Wachdienste befinden sich die Straßenkinder permanent auf der Flucht. „Soziale Arbeit muss auf neue Phänomene reagieren und gleichzeitig agieren“, ergänzt der Ordensmann. So betont er den präventiven Ansatz des neuen Projekts durch Bildungs- sowie freizeitpädagogische Angebote. Gleichzeitig soll das Angebot medizinische Behandlung und intensivpädagogische Betreuung der Straßenkinder in Freetown sicherstellen. Ein bisher einzigartiges Projekt mit einem ehrgeizigen Ziel!

Fünf verschiedene Bezirke
In den ersten Monaten soll der Bus fünf verschiedene Armutsviertel anfahren. „Dennoch werden die Aufenthaltsorte durch die Straßenkinder sowie deren Not bestimmt werden“, so
der neue Abteilungsleiter Sahr Darlington, bisher Leiter der Familienberatung. „Unser neues Projekt wird dann besonders erfolgreich sein, wenn wir es schaffen, mit den Verantwortlichen in den Bezirken, der Polizei sowie den Familien in guten Kontakt zu kommen“.

Ehemalige Straßenkinder sind eingebunden
Viel verspricht sich der Abteilungsleiter durch die Einbindung von ehemaligen Straßenkindern Freetowns. „Sie kennen Mechanismen sowie Überlebensstrategien der Kinder. Die Zusammenarbeit von Sozialarbeiter und Ehemaligen wird Synergie- Effekte schaffen“. So wählte er sich den 24jährigen Mohammed Kamara, ein ehemaliges Straßenkind und heute ein Sozialarbeiter, zu seinem Stellvertreter, um die Bedeutung der Ehemaligen in dem Projekt zu unterstreichen. Weitere fünf Ehemalige werden Vollzeit im Projekt beschäftigt sein. 30 Ehemalige haben bei einem Volontär- Treffen wichtige Anregungen gegeben und wollen in Zukunft ehrenamtlich mitarbeiten.

Fatmata bringt ihre Erfahrung ein
Fatmata ist eine der Ehemalige und war bereits als 12jährige durch die eigene Familie zu Sexdiensten auf die Straße geschickt worden. Sie erzählt von ihren Erlebnissen als Kind in Kroo Bay. Und die anderen jungen Frauen hören zu (Foto oben). Manche nicken zustimmend mit dem Kopf. Andere wiederum erstarren vor Schreck. Sie war aktiv in der Projektentwicklung und freut sich, für Mädchen Hilfestellungen geben zu können.

Vieldimensionales Projekt
In diesem einen Projekt werden verschiedene Komponenten sozialer Arbeit verbunden werden: Neben Einzelfallhilfe wird Familienberatung sowie Gemeinwesenarbeit geleistet. Noch ist der Bus auf dem Schiff. Mit großer Spannung wird die Ankunft durch die Mitarbeiter sowie Kinder erwartet.

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