Der Nahe Osten hautnah
Sieben Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Antoniuskollegs Neunkirchen besuchten im April für zehn Tage Israel, um bei dieser Exkursion wichtige Sehenswürdigkeiten im Norden Israels, der Stadt Jerusalem und ihrer Umgebung zu besichtigen und mit Menschen in Israel/Palästina in Kontakt zu kommen und die schwierigen Lebensumstände dieser Menschen auf Grund des Nahostkonflikts besser nachvollziehen zu können.
„Der Nahe Osten ist vom historischen, politischen, kulturellen und religiösen Standpunkt sehr interessant und wenn man die Chance hat, diese Region kennenzulernen, dann sollte man sie nutzen“, erklärte der evangelische Religionspädagoge Hans Holz (52), der die Planung und Umsetzung der Idee übernahm.
Die Reise begann in Galiläa am See Genezareth. Neben den wichtigen Orten, die mit der Geschichte Jesu verbunden sind, stand auch eine Erkundungsfahrt entlang der syrischen und libanesischen Grenze auf dem Programm und die Erkundung Safeds, einer der vier heiligen Städte des Judentums. „Am meisten hat mich hier der Besuch eines jüdischen Gottesdienstes in der Synagoge beeindruckt“, schwärmte Stella Viedt (18). „Ich war erstaunt, wie sehr er sich neben vielen Ähnlichkeiten doch vom christlichen unterscheidet.“
Sehr aufschlussreiche Begegnungen gab es mit jungen christlichen Palästinensern Die Gruppe aus Neunkirchen wohnte in einem von einer christlichen Gemeinde getragenen Jugendgästehaus in einer kleinen palästinensischen Stadt nahe Bethlehem. Es dient als Begegnungsstätte zwischen Juden, Christen und Muslimen, zwischen Palästinensern und Israelis. Wie schwierig es ist, die Lage zu beurteilen, fand Johannes Niemann(17): „Man kann sich kaum für eine Seite entscheiden. Auf der einen Seite ist da die Mauer, die den Palästinensern ihren Freiraum nimmt, andererseits sahen wir die Klagemauer und wissen von den zahlreichen Selbstmordanschlägen der Palästinenser.“
„Am interessantesten fand ich den Besuch bei einer muslimischen Familie im Flüchtlingslager Deheshe. Die Frau erzählte von der schwierigen Lage einer dem Koran gehorchenden Frau“, findet Lisa Pfannenschmidt (17).
H. Holz war vom „Abrahamszelt“ im Flüchtlingscamp Deheshe, das seit dem Krieg 1948 aus Israel geflohenen Palästinensern als Notunterkunft dient, besonders beeindruckt: „Unsere christliche Gastgeber-Gemeinde leistet armen, unzureichend ernährten, körperlich fehlentwickelten und psychisch traumatisierten Kindern, die da auf engstem Raum unter unvorstellbaren Bedingungen zusammenleben, enorme Hilfestellung durch warme Mahlzeiten, Hausaufgabenhilfe und kreative Arbeit (Malen, Musik).“
Besucht wurde von den Neunkirchener Schülern außerdem die Knesset, das Israelmuseum, die Gedenkstätte Yad Vashem mit dem „Childrens Memorial“ zum Gedenken an die 1,5 Millionen dem Holocaust zum Opfer gefallenen Kinder, die Via Dolorosa, die Festung Massada am Toten Meer, der Ölberg und eben der Tempelberg mit Felsendom, El-Aqsa-Moschee und Klagemauer.
Insgesamt war das ein sehr informatives, aber auch anstrengendes Programm, das auch ein spektakuläres Bad im Toten Meer beinhaltete und abschließend mit einem Strandnachmittag in Tel Aviv belohnt wurde.
(Laura Thomsen)
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