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Die Gewalt im Sudan eskaliert - 40.000 Zivilisten sind auf der Flucht

Veröffentlicht am: 18. Juni 2011
Die Gewalt im Sudan eskaliert - 40.000 Zivilisten sind auf der Flucht

Bonn/El Obeid, den 16.Juni 2011: Aufgrund der anstehenden Unabhängigkeit des Südsudans, ist ein erbitterter Kampf um die Ölquellen in den zukünftigen Grenzregionen entfacht.
40.000 Zivilisten sind auf der Flucht, 300.000 sitzen in dem umkämpften Gebiet fest. Die Salesianer Don Boscos im Sudan appellieren an die internationale Gemeinschaft dringend Maßnahmen zu ergreifen, um die Zivilbevölkerung zu schützen und die Kämpfe zu unterbinden.

40.000 Menschen aus der umkämpften Region Kordofan sind auf der Flucht vor den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen des Nordens und der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) des Südens. 300.000 Menschen befinden sich derzeit mitten im Gebiet des gewaltsamen Konflikts. Augenzeugenberichten zufolge verbarrikadierten die Menschen sich in ihren Häusern ohne ausreichendes Wasser und Nahrung, aus Angst vor Hausdurchsuchungen, die Angehörige der Regierungstruppen durchführten um Rebellenanhänger zu töten.

Die Salesianer Don Boscos, die seit 30 Jahren an sechs Standorten im Norden und Süden des Sudan insbesondere für Flüchtlinge und Rückkehrer tätig sind, zeigen sich angesichts der aktuellen Gewalteskalation äußerst besorgt und hoffen auf ein schnelles Eingreifen der Internationalen Gemeinschaft. „Wir sind derzeit nicht in der Lage irgendwelche Voraussagungen für die kommenden Monate zu machen, hoffen aber, dass es irgendwie doch zu einer guten Lösung kommen wird“, so Salesianerpater Mathew Kuthanapillil aus Karthum.

Gemeinsam mit dem Ökumenischen Forum Sudan (SEF), ein Friedensnetzwerk aller christlichen Kirchen des Landes, appellieren sie an die internationale Gemeinschaft unverzüglich ein Flugverbot über der Region Kordofan auszurufen. Es gelte die Zivilbevölkerung zu schützen und mit Rettungsarbeitern schnellstmöglich Hilfe zu leisten, so der Vizepräsident des SEF, Eberhard Hitzler. Man müsse den humanitären Zugang zu den Krisenregionen ebenso dringend wie die politischen Verhandlungen zwischen den Parteien fördern.

Im Januar 2011 fand im Sudan ein Referendum statt, in dem sich die Bevölkerung mit großer Mehrheit für die Unabhängigkeit des Südsudan entschieden hat. Der Beschluss tritt am 9. Juli 2011 in Kraft. Mit der geplanten Teilung des Landes entfachte ein Streit um die ölreichen Regionen des Landes. Bereits im Mai kam es zu ersten gewaltsamen Übergriffen der Südsudanesen. Der Norden nahm daraufhin die Stadt Abyei ein. Die Konflikte zwischen der Regierung im Norden und politischen Kräften im Süden dauern bis heute an.

Das von der Bonner Hilfsorganisation Don Bosco JUGEND DRITTE WELT geförderte Don Bosco Zentrum in El Obeid befindet sich in der Region Kordofan. Tausende Menschen sind in den vergangenen Wochen in die Stadt geflohen. Das Don Bosco Zentrum ist seit 2002 Zufluchtsort insbesondere für Flüchtlingsfamilien. Im dazugehörigen Berufsbildungszentrum machen sowohl Christen als auch Muslime gemeinsam eine Ausbildung. Aufgrund der aktuellen Notlage bleiben die Schulen bis auf weiteres geschlossen.

(Robin Walter)

Foto: Egbert Mittelstädt

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