"Ein Stück Vertrauen"
Heiligenstadt, 17.02.2011 - Der im Jahr 2001 ins Leben gerufene ,,Liethentreff" erfreut sich großer Beliebtheit unter den jungen Besuchern. Doch es geht um mehr als nur Hausaufgabenbetreuung, nämlich auch um Begegnungen und interkulturelle Akzeptanz.
"Ein Stück Heimat, ein Stück Vertrauen" sei der Liethentreff für seine Gäste, heißt es am Ende der Präsentation von Blend Sahiti und Tobias Wagner, Zehntklässler der Riemenschneider-Schule. Im Rahmen ihrer Projektarbeit ,,Villa Lampe - mehr als nur ein Jugendtreff?" befassten sie sich intensiv mit der Begegnungsstätte im Norden Heiligenstadts.
Man habe das Ziel verfolgt, außerhalb des Stadtkerns einen Treffpunkt zu organisieren, erklärt Bürgermeister Bernd Beck, der neben Landrat Werner Henning als Gast der Veranstaltung beiwohnt. Die Geburtenrate im Stadtteil Liethen liegt mit 2,7 Kindern pro Familie wesentlich höher als im Bundesschnitt (1,4 Kinder pro Elternhaus), erklären die Realschüler. Auch der Migrantenanteil in dem von Wohnblocks dominierten Stadtteil übersteige den der restlichen Viertel deutlich. Darum leiste der Liethentreff auch Integrationsarbeit, sagt Tobias. Trotzdem sei der Liethentreff kein ,,reiner Ausländertreff", wiegelt Blend Vorurteile ab. Mehr als 50 Prozent der Besucher hätten eine deutsche Herkunft. Ein Großteil der jugendlichen Gäste nutzt die Hausaufgabenbetreuung im Treff. ,,Wir haben jeden Nachmittag zwischen 70 und 80 Jugendliche hier", schätzt der Mitarbeiter und Außenbetreuer der Projektarbeit, Markus Rilli. Hinzugesellen sich noch etwa 30 junge Mütter mitsamt ihren Sprösslingen. Sie gehören zum Programm ,,Mutterhaus". Dort lernen die jungen Frauen, was es heißt, für ein Kind zu sorgen. Die jüngste Teilnehmerin ist gerade einmal 16 Jahre alt. Doch auch Fußball, Erlebnispädagogik, Kochen oder Projektwochen für die Kleineren umfasst das Spektrum des besonderen Clubs in der Kreisstadt, fügen Blend und Tobias an.
Gleichermaßen stünden die pädagogischen Fachkräfte auch bei persönlichen Problemen wie der ,,ersten großen Liebe" mit Rat und Tat zur Seite. ,,Der Jugendliche steht im Zentrum", fassen die Zehntklässler abschließend zusammen.
(Sebastian Baldermann)