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ELFENBEINKÜSTE: 30.000 MENSCHEN INS DON BOSCO ZENTRUM GEFLÜCHTET
Elfenbeinküste: 30.000 Menschen ins Don Bosco Zentrum geflüchtet
Duékoué/Bonn, 31. März 2011: Nach Kämpfen in der Stadt Duékoué im Westen der Elfenbeinküste haben 30.000 Menschen im Berufsbildungszentrum der Salesianer Don Boscos Zuflucht gefunden. Laut Angaben von Salesianerpater Vicente Grupeli, Leiter der Einrichtung, wurde am Mittwochnachmittag der Stadtteil „Carrefour“ fast vollständig zerstört. Die Milizen des neu gewählten Präsidenten Ouattara hätten die Bewohner aus ihren Häusern, die sie später in Brand setzten, vertrieben. Junge Leute, die verdächtigt wurden für die gegnerischen Milizen gekämpft zu haben, seien laut Zeugenaussagen umgebracht worden. „Tausende Menschen kamen zu uns ins Zentrum und suchten Schutz. Es ist eine Tragödie, die sich hier abspielt“, so P. Vicente. Die Einrichtung sei nun völlig überfüllt, die Menschen, viele von ihnen verwundet, campierten an jeder freien Stelle. „Der heftige Regen hat die Situation noch einmal verschlechtert“, berichtet P. Vicente, „Wegen der Kanalisationsprobleme ist der Boden auf dem Gelände aufgeweicht. Auch haben wir seit drei Tagen weder Strom noch fließendes Wasser.“ Die Räumlichkeiten und sanitären Anlagen des Berufsbildungszentrums, das normalerweise täglich von hundert Schülern besucht wird, seien ohnehin schon völlig überlastet.
Seit Anfang Dezember letzten Jahres ist die Don Bosco Einrichtung in Duékoué aufgrund politischer Unruhen, die nach den Präsidentschaftswahlen am 31. Oktober 2010 ausbrachen, immer wieder Zufluchtsort für tausende Menschen geworden. Sie fliehen vor den Kämpfen, die sich Anhänger des neu gewählten Präsidenten Ouattara und seines Gegners Gbagbo, ehemaliger Präsident des Landes, liefern.
(Annegret Spitz)