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ELFENBEINKÜSTE: DON BOSCO MISSIONSSTATION IN DUÉKOUÉ IMMER NOCH HOFFNUNGSLOS ÜBERFÜLLT
Elfenbeinküste: Don Bosco Missionsstation in Duékoué immer noch hoffnungslos überfüllt
Duékoué/ Bonn, 19.April 2010 - Verzweifelt. So und nicht anders beschreiben Salesianerpatres und –mitarbeiter die Situation in der Don Bosco Missionsstation, die seit Monaten zum Flüchtlingslager für tausende Menschen geworden ist. Höchstens 8000 Menschen fänden auf dem beengten Gelände maximal Platz, gekommen seien 30.000. „Die hygienischen Zustände sind katastrophal und wir müssen hilflos zusehen, wie hier täglich Menschen sterben. Wir haben keine Nahrungsmittel und die Leute schlafen auf dem nackten Boden. Es fehlen Latrinen und Duschen, von Trinkwasser ganz zu schweigen.“ beschreibt P. Vicente Grupeli, der Leiter der Einrichtung, die aktuelle Situation. Er sieht die Sicherheitslage weiterhin kritisch.
Den Salesianern in Duékoué seien die Hände gefesselt, ihre eigenen Vorräte an Reis und Energieriegel haben sie an Kleinkinder verteilt, doch diese seien nun aufgebraucht, teilt Br Jean Paul Muller von der Bonner Don Bosco Mission mit. Man habe an die internationale Gemeinschaft, Hilfsorganisationen und die UN-Institutionen appelliert, das Lager minimalen hygienischen Standards anzupassen und mehr Hilfsgüter zu liefern.
Trotz der Verhaftung von Ex-Präsident Gbagbo ist das westafrikanische Land weit von der Normalität entfernt. Obwohl eine langsame Normalisierung in der Wirtschaftsmetropole Abidjan eintritt, wo die ersten Zeitungen wieder erscheinen und die Läden wieder Lebensmittel führen, sind ethnische Spannungen, Plünderungen und Vertreibungen in weiten Teilen des Landes immer noch akut.
„Es ist blauäugig zu glauben, die Flüchtlinge würden nun alle wieder nach Hause zurückkehren“, so Pater Vicente. „Eine solche Verängstigung wie gerade habe ich in diesem Land noch nicht erlebt. Die Angst vor weiteren Massakern und Racheakten ist zum ständigen Begleiter der Flüchtlinge geworden. Besonders in den Städten und Dörfern kontrollieren Anhänger des jetzigen Präsidenten Outtara die Straßen und suchen nach versprengten Gbagbo-Anhängern. Jeden fragen sie nach der ethnischen Zugehörigkeit, das Land ist tief gespalten.“ P. Vicente rechnet mit weiteren Monaten, in denen sich die Don Bosco Missionsstation um die verängstigten Flüchtlinge kümmern muss. „Gerade jetzt ist unsere Sozialarbeit gefragt. Wir müssen mit vereinten Kräften daran mitwirken, dass wieder ein friedliches und solidarisches Miteinander unter allen Ethnien und Religionen möglich ist.“
(dbm)
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Stichwort: Elfenbeinküste