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ELTERN- UND FAMILIENTREFF „WOMBAT’S“ IN CHEMNITZ STELLT SICH VOR
Eltern- und Familientreff „Wombat’s“ in Chemnitz stellt sich vor
Beim Betreten des Eltern- und Familientreffs „Wombat’s“, dem jüngsten Angebot des Don Bosco Hauses in Chemnitz ertönt einen Ladenglocke. Bis vor zwei Jahren hat ein Gemüsehändler die Räumlichkeiten genutzt. Die Assoziation „Laden“ passt gut ins Konzept des Eltern- und Familientreffs. Der niederschwellige Zugang an einer belebten Ecke des Stadtteils und die praktischen Dienstleistungen haben sich als sehr vorteilhaft erwiesen und innerhalb kürzester Zeit für rege Nutzung gesorgt. Nicht weil die Familienbildung politisch „in“ ist, sondern weil uns die Überforderung der häufig allein erziehenden Mütter, von denen viele den Jugendclub besucht haben, sehr betroffen gemacht hat, sahen wir uns zum Handeln veranlasst.
Wir erreichen im „Wombat’s“ Mütter und Eltern, die in keiner Elternsprechstunde einer Schule erscheinen und bei denen es geduldiger Überzeugungsarbeit bedarf, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Die verschiedenen Begegnungsformen im „Wombat’s“ sind auf diese sozial benachteiligten Familien zugeschnitten. Viele von ihnen nutzen die „Offene Tür“ zum Reden, zur Entspannung, zum gemeinsamen Kochen, auch um sich ganz konkret Rat zu holen, ohne ihre Lebenssituation offenbaren zu müssen. Dadurch, dass auch allein stehende oder ältere Personen die „Offene Tür“, die an vier Wochentagen am Vormittag stattfindet, nutzen können, entsteht zeitweise ein Mehrgenerationentreff mit „großfamiliärer“ Atmosphäre. Senioren konnten bereits dafür gewonnen werden, die „Offene Tür“ an zwei Tagen ehrenamtlich zu führen Andere Mütter und junge Eltern finden Anschluss an die Eltern-Kind-Gruppen, die sich montags und donnerstags in der an den „Laden“ anschließenden Wohnung des „Wombat’s“ treffen. Vor drei Wochen fand das erste Familienbildungswochenende statt, dessen inhaltlichen Teil eine in der Familienbildung sehr erfahrene Kolping-Referentin übernommen hat.
Ein weiteres Angebot des „Wombat’s“ ist die Kinderbetreuung, die Mütter und Eltern Freiräume für Besorgungen oder kurze Erholungszeiten ermöglicht.
Jeweils am Mittwochnachmittag gibt es bei Kaffee und Kuchen ein spezielles breit gefächertes Informations- oder Bildungsangebot, für das sich auch ehrenamtliche Referenten oder Vertreter anderer Träger aus dem sozialen Bereich gewinnen lassen.
Die Stadt Chemnitz hat unsere jahrelangen Bemühungen, Mütter und Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung zu stärken und diese Zielgruppe besser in den Blick zu nehmen mit der Förderung von zwanzig Wochenstunden seit Januar 2007 und mit vierzig Wochenstunden seit Januar 2008 für die Familienbildung honoriert. Es gelingt uns aufgrund der jahrelangen intensiven Beziehungsarbeit als besondere Stärke der Don Bosco Pädagogik, an Mütter, Eltern und Familien heranzukommen, die sich öffentlichen Institutionen häufig verschließen und in der Fachsprache als „bildungsfern“ oder „bildungsverängstigt“ gelten.
Der Staatssekretär im sächsischen Sozialministerium Dr. Albert Hauser hat in seinem Referat bei der Burgstädter Fachtagung zum Thema Prävention verdeutlicht, dass der Freistaat dabei fast ausschließlich auf Familienbildung setzt. Das mag einseitig sein, verdeutlicht aber deren Dringlichkeit und Notwendigkeit gerade in einem sozial so benachteiligten Stadtteil wie dem Chemnitzer Sonnenberg. Die große Resonanz auf die Angebote des „Wombat’s“ hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen und stimmt uns zuversichtlich, dass im „Stadtteilladen Wombat’s“ in Anlehnung an eine Kurzgeschichte nicht nur Samenkörner zu bekommen sind, sondern auch Früchte mit nachhaltiger Wirkung wachsen.
(P. Albert Krottenthaler)
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