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ERSTE SCHWELLE GEKNACKT: JUWEL-SPENDEN ERREICHEN 100 000 EURO
Erste Schwelle geknackt: Juwel-Spenden erreichen 100 000 Euro
Benediktbeuern, 8. Juni 2011 - „Einige hundert Spender und über 1000 Besucher von Benefizveranstaltungen haben es möglich gemacht: Die ersten 100 000 Euro sind eingesammelt!“ Mit dieser freudigen Mitteilung eröffnete Schatzmeister Josef Draxinger die letzte Vorstandssitzung des Fördervereins für das Kloster Benediktbeuern, Juwel e.V. Neben dieser erfreulichen Spendensumme hat der Verein, der im Oktober 2009 gegründet wurde, inzwischen auch über 220 Mitglieder gewonnen.
Vereinsvorsitzender Alfons Siefritz, im Hauptberuf Manager im Burda-Konzern, zeigte sich hocherfreut über diese Bilanz rund eineinhalb Jahre nach der Vereinsgründung. „Wir sind bei der Gründung mit der Nachricht rausgegangen, dass das Kloster 10 Millionen in 10 Jahren für Renovierungen benötigt“, sagte Siefritz. Heute zeige sich, dass der Verein dieses Geld freilich nicht alleine einsammeln könne. Aber zusammen mit den Zuschüssen aus der öffentlichen Hand sei der Weg zum Ziel durchaus realistisch. So sei ein erster schöner Erfolg die Einwerbung eines Zuschusses von 360 000 Euro für die Renovierung des ersten Teils des Südtraktes aus Bundesmitteln, weil das Kloster als Denkmal von nationalem Rang anerkannt wurde. „Und den Eigenanteil von 26 000 Euro für den Zuschuss, den konnten wir vom Verein aufbringen, weil das Geld im Klosterhaushalt nicht vorhanden war“, sagte Siefritz.
Inzwischen sei deutlich, dass die Kosten für die Restaurierung des Südarkadentraktes des Klosters aufgrund jüngster Untersuchungen höher sind als ursprünglich angenommen. In vier Bauabschnitten, einer davon umfasst die Hauskapelle mit Deckenfresken von Johann Baptist Zimmermann, soll die Restaurierung durchgeführt werden. Vorläufige Schätzungen für die Gesamtkosten dieser Bauabschnitte belaufen sich derzeit auf mindestens 3,5 Millionen Euro. „Und wir rechnen, dass der Eigenanteil dann bei mindestens 300.000 Euro liegen dürfte,“ so Siefritz. Für die nächsten fünf Jahre sei dies also ein durchaus realistisches Ziel und dann auch ein großer Beitrag dafür, das Kloster und die Präsenz der Salesianer in ihm zu erhalten.
Siefritz betonte in diesem Zusammenhang auch, dass die Nachricht von der Schließung der Theologischen Fakultät für den Vereinsvorstand natürlich zunächst sehr betrüblich war. „Aber dann haben wir uns gesagt: Unabhängig davon, wie sich die weiteren Verhandlungen im Hochschulbereich entwickeln, wollen wir jetzt erst recht mithelfen, dass die Salesianer in Benediktbeuern bleiben und ihre wertvolle Jugendarbeit weiter machen können. Es gibt ja noch genügend andere wunderbar laufende Einrichtungen.“ Außerdem: Gerade wegen der bevorstehenden schwierigen Zeiten sei ja Juwel gegründet worden: „Wir wollen auch nicht einfach ein Gebäude erhalten, sondern ein einmaliges Ambiente, ein Wertebiotop für die Arbeit mit jungen Menschen.“ Das Schöne sei: Durch den Verein habe nun jeder, der helfen wolle, auch die Möglichkeit dazu. „Kürzlich hat uns ein junger Benediktbeuerer mit Beeinträchtigung, ein Mitarbeiter der Gaißacher Behindertenwerkstätten 300 Euro überreicht. Er hat Pfandflaschen gesammelt und kleine Flohmärkte organisiert. Das ist doch großartig, nicht wahr?“ Und der junge Mann habe gesagt, er tue das gern, weil der dem Kloster und den Salesianern so viel verdanke. „Genau darum geht es“ sagte Siefritz. Durch die intensive Vereinsarbeit sei es wieder vermehrt gelungen, die Öffentlichkeit zu mobilisieren und deutlich zu machen, für was Kloster Benediktbeuern alles stehe. „Das Kloster ist viel mehr als nur eine schöne, barocke Anlage“, so Siefritz. „Es ist Lebensort für junge Menschen, es ist geistliches und geistiges Zentrum, es ist Anziehungspunkt für Naturliebhaber, Kulturliebhaber und Touristen. Und es ist mit seinen zahlreichen Einrichtungen immer noch voller Leben, eben ein Juwel. Und genau das soll es auch in Zukunft sein, für Oberbayern, Bayern und weit darüber hinaus“ betonte Siefritz schließlich, „und dafür hängen wir uns rein. Und jeder kann was tun, egal wie klein oder groß sein Beitrag, egal ob ideell oder materiell – und vor allem: Beten wir darum, dass uns das Kloster und die Salesianer noch lange erhalten bleiben!“
(pm)
Foto: Kloster Benediktbeuern von Jeannette Gostelli