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Fachkonferenz „Werkstattgespräch Berufsbildung“ in Bonn

Veröffentlicht am: 01. April 2011
Gespräche zum Thema Berufsbildung

Bonn, 24.03.2011 - Berufliche Bildung ist eine Aufgabe, die die Kräfte und Ressourcen von einzelnen privaten Trägern in Entwicklungsländern oft übersteigt. Vielerorts sind sie gehalten, ihr Angebot mit anderen zivilgesellschaftlichen Kräften zu bündeln und zu koordinieren. Immer mehr Unternehmen verstehen sich als Mitgestalter von Zivilgesellschaft und bieten ihre Ressourcen und ihre Mitarbeit an. Für viele Träger der Berufsbildung sind sie ein wichtiger Förderer und Ansprechpartner, wenn es um Arbeitsmarktrelevanz von Ausbildungsgängen und Platzierung ausgebildeter Kräfte auf dem Arbeitsmarkt geht.
Das Werkstattgespräch „Zusammenarbeit mit Unternehmen“, anlässlich des katholischen Gedenktags des Hl. Josefs als Patron der Arbeiter (19. März), ermöglichte den Erfahrungsaustausch und die Begegnung von Trägern und Experten beruflicher Bildung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit untereinander und mit Unternehmen als potenziellen Partnern. Rund 70 Teilnehmer u.a. vom Bundesinstitut für Berufsbildung, dem Bund katholischer Unternehmer, DHL, sequa gGmbH, Misereor, Grohe AG, AGEH, dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Internationalen Institut für Berufsbildung trafen sich auf Einladung von Don Bosco am 18. März zur jährlich stattfindenden Fachkonferenz „Werkstattgespräch Berufsbildung“ in Bonn.
Referenten von Unternehmer- und Bildungsträgerseite aus Indien, Indonesien und Deutschland gingen verschiedenen Fragen nach, z.B. der Frage nach dem Beitrag, den kirchliche Berufsbildungseinrichtungen leisten können.
In vielen Ländern, in denen das duale Berufsbildungssystem unbekannt ist, steht die Kooperation von Bildungsträgern und Unternehmen vor größeren Herausforderungen.
Ein Praxisbeispiel aus Indien stellten Salesianerpater Adolph Furtado, Leiter des Don Bosco Learning Centres in Mumbai und Michael Mager, Personalleiter der Grohe AG mit der Grohe-Jal-Akademie vor, ein Kooperationsprojekt des Sanitärunternehmens Grohe und den Salesianern Don Boscos in Indien. Die von Grohe ausgestattete Akademie bietet in drei- bis zwölfmonatigen Kursen die Ausbildung zum Installateur an. Ziel ist es, innerhalb von fünf Jahren 900 Jugendliche aus armen Familien auszubilden. Durch den großen Fachkräftemangel ist die Ausbildung eine gute Basis für die berufliche Perspektive der Jugendlichen.
Aus den Beiträgen und Diskussionen des Werkstattgesprächs wurde der große Bedarf an Kooperationen von Bildungsträgern und Unternehmen offensichtlich, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung, die nicht nur einen Abschluss, sondern letztendlich eine Beschäftigung, sei es selbstständig oder in Anstellung, zum Ziel hat. Wichtig sei dabei aber immer, dass der Jugendliche selber im Mittelpunkt aller Bildungsbemühungen stehe, betonte der Gastgeber Jean Paul Muller: „Wenn wir als Bildungsträger die Zusammenarbeit mit Unternehmen suchen, dann muss es uns dabei immer um die bestmöglichste Bildung und Entwicklung unserer Auszubildenden gehen und nicht darum reinen Firmeninteressen nachzukommen.“
Für die Salesianer Don Boscos gehört berufliche Bildung seit Gründung des Ordens 1859 zu den Kernfeldern ihrer Tätigkeit. Weltweit bilden sie heute in 771 Berufsbildungseinrichtungen mehr als 227.000 Jugendliche und junge Erwachsene aus. Besondere Beachtung finden Arme und Benachteiligte wie Kinder und Jugendliche in Risikosituationen. Die Mehrzahl der Einrichtungen findet sich in Entwicklungs- und Schwellenländern. Don Bosco JUGEND DRITTE WELT und Don Bosco Mission in Bonn fördern diese Arbeit weltweit seit mehr als 30 Jahren.
Weitere Infos und Tagungsdokumentation: www.jugend-dritte-welt.de/werkstattgespraeche
(Annegret Spitz)

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