Gefangene Jugendliche lesen Don Bosco-Kalender
Kalender, Rosenkränze, Bibeln, religiöse Schriften und die Erzählungen über das Leben Don Boscos haben die Jugendlichen gerne genommen.
„Ich habe den Inhalt des Kalenderblattes nicht verstanden“, so sprach mich einer der Jugendlichen des Jugendgefängnisses in Regis-Breitingen an. Der verteilte Don Bosco Abreißkalender ist eines der Hilfsmittel, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
Unter den etwa 300 Jugendlichen der JSA sind nur wenige Gefangene, die getauft sind. Bisher gab es in meiner 17-monatlichen Tätigkeit als Gefängnisseelsorger nur drei, die auf ihrem Personalbogen angegeben hatten, katholisch getauft zu sein. Viele der aus Sachsen stammenden Jugendlichen haben noch nie etwas vom Glauben gehört. Unser Seelsorgeteam, eine evangelische Pastorin, ein ehrenamtlicher katholischer Mitarbeiter und ich, bemühen uns zunächst auch nicht darum, Jugendliche in den christlichen Glauben einzuführen, sondern sich auf Einzelne einzulassen und ihnen ihre derzeitige Situation bewusst zu machen. Manche konkrete Hilfe für das Leben in Freiheit konnte durch unser ökumenisches Team gegeben werden – zum Beispiel durch das Herstellen von Kontakten zu Familie und Freunden.
In einigen Fällen kamen die Jugendlichen zu der Überlegung, wie mit der eigenen Schuld umgegangen werden kann. Unser ehrenamtlicher Mitarbeiter im Seelsorgebereich ist dafür ein lebendiges Beispiel. Er selbst hatte während seiner Zeit als Gefangener den Glauben kennengelernt und sich taufen lassen.
„Wen hätte ich sonst in das neue Gefängnis zu den Jugendlichen schicken sollen? Ihr Salesianer seid da am rechten Ort“. Wie sehr Bischof Reinelt mit seiner Aussage die Wahrheit auf den Punkt traf, kann ich häufig erleben im Umgang mit Jugendlichen, Bediensteten und der Leitung der JSA Regis-Breitingen.
Am 31. Januar wurde das Don Bosco Fest mit einem Gottesdienst und anschließendem Kaffee auch im Jugendgefängnis gefeiert.
(pbk)