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Heiligenstadt: Zirkusworkshop und Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“

Veröffentlicht am: 05. März 2009
Heiligenstadt: Zirkusworkshop und Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“

Zirkusworkshop beim Don Bosco Fest im Eichsfeld:

Großen Beifall im voll besetzten Saal erhielten die 25 Kinder aus dem Ländlichen Bereich der Villa Lampe, die am Tag der Offenen Tür des Don Bosco Festes ihr kleines Zirkusprogramm gleich zweimal aufführten. Viele ihrer Eltern und Großeltern waren mit nach Heiligenstadt gekommen, um das zu bewundern, was die Kinder am Tag zuvor im Jugendclub Bischofferode im Norden des Eichsfeldes gelernt hatten.

Unter der Anleitung von Christina Große vom Zirkus Tasifan und einiger Mitarbeiterinnen des Ländlichen Bereichs hatten die insgesamt 40 am dortigen Zirkusworkshop teilnehmenden Kinder aus der Umgebung viel Spaß beim Akrobatiküben und Jonglieren.

Viele aufmerksame Zuhörer hatte auch Colm Power, der anhand einer Bildpräsentation einen authentischen und sehr überzeugenden Bericht über sein Volontariat bei einem salesianischen Straßenkinderprojekt in Bolivien vortrug.

Dem Festgottesdienst am Vormittag hatte Weihbischof Hauke aus Erfurt vorgestanden, der in seiner Predigt auf Don Bosco Bezug nahm und die Villa Lampe als „Ort der Gottesbegegnung“ bezeichnete.

Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ in der Villa Lampe:
„Unglaublich!!“ – und viele ähnliche erschrockene Bemerkungen waren zu hören, als in den vier Wochen nach dem diesjährigen Don-Bosco-Fest Jugendgruppen durch das Treppenhaus der Villa Lampe in Heiligenstadt gingen.
In Zusammenarbeit mit der Initiative für Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit, dem Eichsfeldforum und der Eichsfelder Initiative gegen Gewalt wurde vom 3. bis 27. Februar in der Villa Lampe in Heiligenstadt die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt“ präsentiert. Die Erinnerungstafeln von 87 der insgesamt 136 Menschen, die bundesweit in der Zeit von 1990 bis 2004 meist jugendlichen Gewalttätern mit rechtsextremistischem Hintergrund zum Opfer fielen, konnten im Treppenhaus der Villa aufgehängt werden. In ihrer schlichten Gestaltung beeindruckten sie die zahlreichen Besucher, Jugendliche und Erwachsene, die sich im Laufe dieser Wochen diese Ausstellung anschauten.
Das Begleitprogramm zur Ausstellung enthielt neben der Eröffnungsveranstaltung, einer internen Mitarbeiterschulung, einem Gesprächsabend des Eichsfeldforums mit der Bundestagabgeordneten Frau Lazar und einem Literaturabend mit dem Schriftsteller und freien Journalist Burkhard Schröder aus Berlin auch das Angebot von Workshops für Schulklassen bzw. Jugendgruppen. So beschäftigten sich in dieser Zeit gut 35 Schülergruppen aus den umliegenden Schulen in einem zweistündigen Workshop intensiv mit der Ausstellung und ihren Hintergründen.
Auch im Eichsfeld gibt es rechtsextreme Sympathisanten. Das mussten zwei Mitarbeiterinnen der Villa Lampe leider feststellen, als sie am frühen Morgen des Eröffnungstages das Tor zum Gelände der Villa mit einem Kettenschloss verriegelt vorfanden. Ein Tuch mit der Aufschrift „Wegen Lügen geschlossen“ war unterzeichnet von einer Gruppe „Freier Widerstand Eichsfeld“. Trotz oder vielleicht auch wegen dieser Provokation haben insgesamt sicher mehr als 1000 Menschen diese Ausstellung besucht.
(ef)

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