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„Herr Weber, ich könnte Sie küssen!“ – Auszubildende der Holzwerkstatt Don Bosco Sannerz bestehen die Gesellenprüfung

Veröffentlicht am: 16. Juli 2009
„Herr Weber, ich könnte Sie küssen!“ – Auszubildende der Holzwerkstatt Don Bosco Sannerz bestehen die Gesellenprüfung

Gürkan Zengin ist ganz aus dem Häuschen als er diesen Satz ausspricht, die Anspannung der letzten Wochen entlädt sich in Freudenrufen. Seit drei Jahren lebt Gürkan im Jugendhilfezentrum Don Bosco Sannerz, er kam aus einer anderen Heimeinrichtung ohne Schulabschluss, galt aber als praktisch begabt. Nach einer Phase der Berufsorientierung entschied er sich zur Tischlerlehre. „Herr Schreiber war schon manchmal am Verzweifeln“, meint Gürkan und der Ausbilder nickt zustimmend. Schreiber ist Ausbilder der Holzwerkstatt und Fachlehrer für die „Holzwürmer“ an den Beruflichen Schulen in Schlüchtern.
Schule war für Gürkan eine Qual – die vielen Fachausdrücke und Textaufgaben mehr als mühsam. In der Holzwerkstatt wurde nachgearbeitet, Hilfestellung geleistet, geübt. Vor einem Jahr wollte Gürkan die Lehre schmeißen – „keine Lust mehr, alles zu viel, schaffe ich doch nicht“ – hier war die Kunst der Pädagogen gefragt.
Thomas Krack äußert seine Freude eher verhalten, aber so ist er allen bekannt. Thomas kann auf seine Leistung stolz sein. Mit einem Abgangszeugnis der Schule für Lernhilfe wurde er von der Arbeitsagentur in eine Ausbildung als Holzbearbeiter ins Jugendhilfezentrum vermittelt. Die Ausbilder erkannten schnell das enorme fachliche und praktische Potential von Thomas, nun galt es die Theoriedefizite aufzuarbeiten. Der Ausbildungsvertrag konnte nach der Zwischenprüfung zum Tischler umgeschrieben werden und heute hält er den Gesellenbrief in seinen Händen. „Ich würde gerne hier bleiben;“ meint Thomas und das heißt viel bei ihm.
Dass Denny Montag aus dem Saarland nach abgebrochener Ausbildung in einem anderen Jugendhilfezentrum schließlich in Sannerz den Abschluss als Holzbearbeiter erfolgreich absolvierte, ist der Zähigkeit, dem Aushalten und vor allem der Haltung der Ausbilder und Erzieher zu verdanken. „Denny war eine echte Herausforderung für uns alle in jeder Beziehung – vielleicht wird er in ein paar Jahren auch Danke sagen können“, erklärt der Werkstattleiter Rolf Weber die Situation und seine Kollegen Achim Kreß und Michael Blum bestätigen dies.
Gürkan und Thomas haben sogar einen Arbeitsplatz – die Krönung nach Erhalt des Gesellenbriefes. Denny kehrt erstmal ins Saarland zurück.
(rk)

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