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Im Dialog: Mehr die Chancen von Migration sehen!

Veröffentlicht am: 03. Januar 2008
Im Dialog: Mehr die Chancen von Migration sehen!

Shefik Maric, 20 Jahre, aus Prizren (Kosovo) lebte lange mit seiner Familie in Benediktbeuern. Während größtenteils seine Familie wieder im Kosovo lebt, studiert er heute in München Kunstgeschichte. Mit ihm sprach Bruder Lothar Wagner SDB:
Hallo Shefik, wie geht’s?
Gerade habe ich gelesen, dass ein Politiker einen 18jährigen kriminellen Ausländer abschieben will. Und das obwohl er in Deutschland geboren ist und sein ganzes Leben in Deutschland gelebt hat. Ich will nicht den Täter zum Opfer machen, aber sicherlich ist das kein gelungener Beitrag zur Integration. Irgendwie wird da gegen Ausländer Stimmung gemacht, anstatt mal drüber nachzudenken, was bei diesem Jugendlichen, der ja auch eine deutsche Sozialisation erlebt hat, schief gelaufen ist. Deutschland hat da auch Verantwortung und kann die nicht einfach so abschieben. Damit darf das nicht erledigt sein.
Was schlägst Du vor?
Wie sollen Deutsche und Ausländer in dieser Stimmung zusammenfinden. Man sollte sich mal fragen, warum Integration in vielen Fällen nicht klappt. Fragen wir doch mal nach den Ursachen, warum 40% der Jugendlichen mit Migrationshintergrund keinen schulischen oder beruflichen Abschluss haben. Aber alles in allem hoffe ich, dass die Deutschen bei Migration, erst einmal an die Chancen und Möglichkeiten sehen, die in Migration stecken.
Welchen Migrationshintergrund hast Du?
Ich bin 1998 als 10jähriger aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen. Ich hatte Glück, dass ich die deutsche Sprache sehr schnell gelernt habe. So konnte ich sehr schnell von der Hauptschule zum Gymnasium. Mein Lehrer war dagegen. Heute studiere ich Kunst in München. Meine Familie hat immer noch internationalen Rechtsschutz, weil meine Eltern sich weigerten in der UCK (Kosovo-Befreiungsarmee) anzuschliessen.
Du kennst die Salesianer in Benediktbeuern. Was würdest Du von der Ordensgemeinschaft erwarten?
Ja, die Salesianer kenn ich. Leider hatte ich nicht viel Kontakt. Aber ich weiß, dass viele von ihnen aus dem Ausland kommen und dass die Salesianer international schwer aktiv sind. Die haben sicher gute Möglichkeiten, was Integration angeht. Vielleicht können sie auch auf Stimmungen im Land einwirken. Die Fremden in der Fremde brauchen oft Menschen, die für sie sprechen.

Migration (von lat. Migratio: Wanderung) meint einen längerfristigen Wohnortswechsel eines Menschen. Wenn es um Wanderungen über die Grenzen von Nationalstaaten hinweg handelt, spricht man von „internationaler Migration“. Die Wanderung von Menschen innerhalb eines Nationalstaates, wie zum Beispiel von Ost- nach Westdeutschland, bezeichnet man als „Binnenmigration“. In der Vielfalt der Migrationsgründe lassen sich zwei Hauptmotivationen ausmachen: Die Flucht (Fluchtmigration) und die Suche nach Arbeit (Arbeitsmigration).

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