Im Geiste Don Boscos miteinander Zukunft gestalten
Benediktbeuern – Unter diesem Leitwort hatte Provinzial P. Josef Grünner nun schon zum zweiten Mal für das erste Adventswochenende die jungen Salesianer unter 45 Jahren zu Tagen der gemeinschaftlichen Reflexion und des Austausches nach Benediktbeuern eingeladen.
Insgesamt 30 junge Mitbrüder sind der Einladung gefolgt. Anlass des Treffens war das im nächsten Mai stattfindende Provinzkapitel. Der Provinzial wollte darüber sprechen, wie die Mitbrüder den Weg der Deutschen Provinz seit dem letzten Provinzkapitel einschätzen und was ihnen im Hinblick auf das bevorstehende Provinzkapitel wichtig ist. Gesprächsgrundlage war dabei der, vom Provinzial an die Gemeinschaften geschickte, „Zwischenbericht zur Umsetzung des Provinzentwicklungsplans“. Für dessen nüchterne und klare Situationsbeschreibung und für die in den letzten zweieinhalb Jahren zurückgelegten Schritte gab es viel Anerkennung und Zustimmung.
Aus den Reflexionen über den Bericht ergaben sich dann fünf Schwerpunktthemen, die den Anwesenden besonders am Herzen lagen und somit in der verbliebenen Zeit reflektiert wurden. Diese befassen sich mit zentralen Fragen unseres apostolischen Ordenslebens: Wie können wir angesichts der zunehmenden äußeren Belastungen unsere Ordensidentität leben? Und wie können angesichts der wachsenden Pluralität und Unterschiedlichkeit unsere Gemeinschaften als geistliche Gemeinschaften weiter entwickeln?
Dabei wurde nicht zuletzt die Aufgabe des Direktors als geistlicher Animator einer Gemeinschaft stark betont. Auch die Frage nach einer möglichst guten Ordensausbildung wurde gestellt. In diesem Zusammenhang gab es für das Noviziat in Pinerolo viel Zustimmung. Zugleich wurde aber auch gefragt, wie dessen internationale und interkulturelle Ausrichtung noch gefördert werden könne.
Besonders engagierte Gespräche gab es im Hinblick auf die Sendung und die uns angehende wachsende Jugendnot. Große Betroffenheit löste die Rede von den „überflüssigen Jugendlichen“ aus, womit die skandalöse Tatsache gemeint ist, dass ein wachsender Teil junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt nicht gebraucht wird und diese in die Perspektivlosigkeit entlassen werden. Es herrschte große Einigkeit, dass wir hier als Anwälte junger Menschen gefragt sind.
Schließlich beschäftigte sich die Gruppe auch mit dem, vom 26. Generalkapitel ausgerufenen, „Projekt Europa“. Die Diskussion darüber machte deutlich, dass es hier recht unterschiedliche Verständnisweisen gibt und dass im Hinblick auf das Provinzkapitel zu klären ist, was denn damit eigentlich gemeint ist. Einig war man sich in diesem Zusammenhang darüber, dass die Arbeit für und mit jungen Menschen mit Migrationshintergrund eine wichtige Herausforderung für uns darstellt.
Mit dem letzten Thema war auch die wachsende Internationalisierung unserer Gemeinschaften angesprochen, die von vielen als große Bereicherung erfahren wird. Dass dies so ist, konnte auch während des Wochenendes ganz praktisch erlebt werden, an dem sich Mitbrüder aus insgesamt sieben (!) verschiedenen Ländern begegneten und austauschten – und das auf sehr wohltuende und brüderliche Weise. Am Schluss war allen klar: Mit diesem Wochenende war die Vorbereitung aufs Provinzkapitel nicht schon zu Ende, sondern erst eröffnet.
(bnf)