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Innovationsprojekt der Offenen Jugendarbeit und aufsuchenden Jugendsozialarbeit „Aufwind“

Veröffentlicht am: 04. Juni 2009
Innovationsprojekt der Offenen Jugendarbeit und aufsuchenden Jugendsozialarbeit „Aufwind“

Das Projekt „Aufwind“ befindet sich bereits im Endspurt – hin auf das Symposium im November in Benediktbeuern.
Seit Juni 2008 fanden bereits fünf Studientagungen mit zuverlässiger Beteiligung der acht Partnereinrichtungen statt. Die gemeinsamen Tage dienen dem Studium einschlägiger theoretischer Grundlagen, regen den kollegialen Austausch an, koordinieren die Feldforschung und begleiten die Konzeptarbeit in den jeweiligen Einrichtungen.
Die Einrichtungen wurden im November 2008 von Studierenden der Stiftungsfachhochschule in Benediktbeuern besucht, die unter Anleitung von Frau Tratberger-Zenker eine Befragung von insgesamt 97 Jugendlichen durchführten. Ziel war es, der „neuen Jugendnot“ auf die Spur zu kommen. Die Studierenden suchten dazu die Jugendlichen im Sozialraum auf, interviewten sie und erhoben ein umfangreiches, wenn auch subjektives Bild von den Nöten der jungen Menschen in den einzelnen Stadtvierteln bzw. Regionen. Dabei förderten sie nicht nur wertvolle Hinweise auf die neuen, multiplen Notlagen Jugendlicher zu Tage, die für die Einrichtung sehr bedeutsam sind. Sie konnten auch für sich selbst nachhaltige Eindrücke mitnehmen und eine studienrelevante Forschungsmethodik in der realen Praxis erproben. Für beide Seiten also ein Gewinn.
Es liegt derzeit nicht nur vielfältiges empirisches Material vor, sondern es entstanden auch erste konzeptionelle Neuentwürfe. Erste Wirkungen auf die Praxis sind festzustellen. Und vor allem ist es die vermehrte Teamkommunikation, die zu positiven Veränderungen in den Einrichtungen führt. Der fachliche und persönliche Austausch, die Reflexion der Ergebnisse der diversen Studien und die Auseinandersetzung mit Studieninhalten bestimmten das Programm der fünften Studientagung am 12. und 13. Mai im DonBoscoZentrum Berlin.

Den inhaltlichen Schwerpunkt bildete das Thema „Sinnkonstruktion angesichts individueller und gesellschaftlicher Perspektivlosigkeit“. Nach einem individuellen Brainstorming dazu, was sowohl dem jeweils eigenen Leben, als auch dem der Jugendlichen Sinn gibt, wurden Thesen nach Bischof Georg Moser dazu vorgestellt, wie Sinn entsteht und wie Jugendliche in ihrem Leben Sinn finden können. Deutlich wurde, dass Sinn immer erst durch persönliche Reflexion und im „Werdeprozess des Lebens“ erschlossen und nicht einfach von außen gestiftet werden könne – „Sinn empfangen und Sinn stiften müssen sich ergänzen“. Der christliche Glaube könne daher nicht den Anspruch haben, Sinn unmittelbar zu stiften, er würde aber sehr wohl den Sinnhorizont erweitern, auch über den Tod hinaus. Der tiefste Sinn liege schließlich im „Empfangen und Weitergeben von Liebe“. In einem letzten Schritt wurde dann versucht, diese Erkenntnisse in Unterstützungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag zu übersetzen.

Weitere Ergebnisse der Studien, inhaltliche Impulse und Einblicke in die Arbeit der beteiligten Einrichtungen werden beim Symposium am 16. und 17. November 2009 in Benediktbeuern präsentiert.

(ag)

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