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KSFH-Studentin ist UN-Jugenddelegierte

Veröffentlicht am: 05. Juli 2010
Clara Leiva Burger

Clara Leiva Burger begleitet deutsche Delegation zur UNO Generalversammlung nach New York

BENEDIKTBEUERN, 17. Juni 2010. Die KSFH-Studentin Clara Leiva Burger ist seit März 2010 eine von zwei UN-Jugenddelegierten. Die 20-Jährige studiert im 6. Semester Soziale Arbeit am KSFH-Standort Benediktbeuern. Im folgenden Interview erklärt sie, was die Arbeit einer UN-Jugenddelegierten ausmacht und wie sie diese verantwortungsvolle Aufgabe mit dem Studium vereinbart.

Frau Leiva Burger, wie wird man eigentlich UN-Jugenddelegierte?
Jeden Oktober gibt es eine offene Ausschreibung. Bewerben können sich Interessenten und Interessentinnen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Danach folgt ein mehrstufiges Auswahlprogramm, in dem auf Englischkenntnisse, Erfahrungen in der Jugendarbeit und Interesse an den Vereinten Nationen geachtet wird. Die End-Auswahl findet durch unsere Träger, das DNK (Deutsches National Komitee für Internationale Jugendarbeit) und der DGVN (Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen) in Absprache mit den beiden Ministerien (BMFSFJ und Auswärtiges Amt) im Januar statt.

Wie sieht die Arbeit einer Jugenddelegierten aus? Was machen Sie genau?
Nach einer inhaltlichen Vorbereitungsphase im Januar/Februar und der richtigen Übergabe durch einen Wissenstransfer mit den beiden VorgängerInnen im März, beginnt die eigentliche Aufgabe mit einem zweiwöchigen Aufenthalt im BMFSFJ, um unsere Kontaktpersonen und die Abläufe in einem Ministerium besser kennen zu lernen. Danach folgt eine der beiden Säulen unserer Arbeit, die Deutschlandtour: In ganz Deutschland besuchen wir Jugendliche bei Events, in Schulen, Universitäten, Jugendorganisationen und Jugendeinrichtungen, um ihre Wünsche, Visionen und Forderungen zu sammeln. Dabei nehmen wir an Veranstaltungen teil, halten Vorträge zu unserer Tätigkeit und machen Workshops zu Jugend und Schwerpunktthemen der UN, wie zum Beispiel den Millenniumentwicklungszielen. Uns ist es wichtig, einen Querschnitt an Jugendlichen in Deutschland zu erreichen und nicht nur StudentInnen sondern z.B. auch SchulabrecherInnen zu Wort kommen zu lassen. Wir wollen ein Sprachrohr für alle Jugendlichen in Deutschland sein.
Im Oktober begleiten wir als ExpertInnen in Jugendfragen die deutsche Delegation zur UNO Generalversammlung nach New York. In einer Rede vor dem 3. Ausschuss berichten wir über die Situation von Jugendlichen in Deutschland und ihre Forderungen. Zudem bringen wir in die Verhandlungen immer die Jugendperspektive ein und lobbyieren zusammen mit den Jugenddelegierten anderer Nationen für Jugendliche und Jugendpartizipation. Denn Jugend ist in den Verhandlungen kein Hauptaugenmerk – es muss daher ständig darauf geachtet werden, dass unsere Lebenswelt und unsere Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Im Anschluss an New York gibt es eine Nachbereitungsphase, in der wir von unseren Erlebnissen berichten und das Jahr evaluieren. Dann helfen wir bei der neuen Auswahl mit, fahren im Februar zur Sozialentwicklungskommission, um noch einmal die Perspektive von Jugendlichen in Deutschland einzubringen und abschließend geben wir beim Wissenstransfer unsere Erfahrungen an die neuen Jugenddelegierten weiter.

Hilft Ihnen Ihr Studium bei diesen Aufgaben weiter?
Sicherlich. Vor allem auf der Deutschlandtour hilft es mir weiter. Durch die Soziale Arbeit habe ich noch einmal eine ganz andere Sichtweise auf die Situation und Wünsche, Visionen und Forderungen von Jugendlichen als mein Kollege Jens. Ganz besonders helfen mir meine Erfahrungen aus dem Praxissemester, die ich nun auf der Deutschlandtour anwenden kann. Absolviert habe ich mein Praxissemester an einer Einrichtung für historisch-politische Jugendbildung namens DoKuPäd (Pädagogik rund um das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg).

Haben Sie für Ihre Amtszeit als UN-Jugenddelegierte Ihr Studium unterbrochen?
Nein, ich studiere eigentlich regulär weiter. Es ist ein Ehrenamt – aber ein Hauptehrenamt. Doch viele meiner Dozenten und Dozentinnen haben großes Verständnis für meine Tätigkeit. Ich hoffe, dass sie mich weiterhin unterstützen werden und dass die Hochschule mit mir gemeinsam im nächsten Semester, wenn der Prüfungszeitraum teilweise mit der Sozialentwicklungskommission zusammenfällt, geeignete Lösungen findet.

Wie können Sie Ihr Amt und das Studium miteinander vereinbaren?
Die Deutschlandtour nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Doch ich konnte mir den jetzt kommenden Prüfungszeitraum vollständig freihalten. Nach New York bin ich nicht mehr so stark eingespannt wie jetzt und hoffe in dieser Zeit gut meine Bachelor-Arbeit schreiben zu können.

Wie sind Sie auf den Studienort Benediktbeuern gekommen?
Auf Benediktbeuern bin ich gekommen, da ich an keine staatliche Fachhochschule wollte und Bene einen sehr guten Ruf hat, vor allem die überschaubare Größe ist ein großer Vorteil bei Vorlesungen und Seminaren, da sie mehr Möglichkeiten zu interaktiver Arbeit bietet.

Weitere Informationen:
E-Mail: Clara Leiva Burger (clara@jugenddelegierte.de)
Internet: www.jugenddelegierte.de

Über die KSFH
Die Katholische Stiftungsfachhochschule München ist eine national und international hoch angese-hene Hochschule für Sozial-, Pflege- und pädagogische Berufe in kirchlicher Trägerschaft.
Sie bietet ihren etwa 1900 Studentinnen und Studenten an den beiden Standorten Benediktbeuern und München eine intensive und professionelle Betreuung.
Neben den Bachelorstudiengängen Soziale Arbeit, Pflegemanagement, Pflegepädagogik, Pflege dual und Bildung & Erziehung im Kindesalter bietet die Katholische Stiftungsfachhochschule Mün-chen auch Masterstudiengänge und vielfältige Fortbildungsveranstaltungen an.
Ein wissenschaftliches und zugleich praxisorientiertes Studium sowie das christliche Menschenbild begründen den besonderen Auftrag der Hochschule.

(Lisa Zeidler)

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