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„Kennen wir uns?!“ - Aktion Josefstag: Bundesweite Auftaktveranstaltung in München

Veröffentlicht am: 11. März 2011
2 Jugendliche aus Berlin-Marzahn, P. Otto, Weihbischof Haßlsberger

München, 03. März 2011 – Im Salesianum München fand heute die bundesweite Auftaktveranstaltung zum Josefstag statt. Träger der Aktion sind der Verein afa (arbeit für alle e.V.) des BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend)-Bundesverbandes, die „afj“ (Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz) und die BAG KJS (Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit).
Der Josefstag hebt als bundesweiter Aktionstag die Bedeutung der katholischen Träger und Einrichtungen für die Integration benachteiligter Jugendlicher hervor. Am 18. März 2011 werden Verantwortliche aus Kirche und Politik eingeladen, Einrichtungen der Jugendsozialarbeit, wie beispielsweise der Jugendberufshilfe, zu besuchen.
Die Auftaktveranstaltung umfasste ein aufschlussreiches Programm: P. Franz-Ulrich Otto SDB, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit, begrüßte zunächst alle Gäste herzlich. Er hieß vor allem Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und kommissarischer Vorsitzender der Jugendkommission, sowie Landescaritas-Direktor Prälat Karl-Heinz Zerrle willkommen. P. Otto hob insbesondere das diesjährige Motto des Josefstags, „Kennen wir uns?!“ hervor. Er betonte, dass es in unserem eigenen Interesse sei, dass wir uns alle kennen. Alle Menschen seien gleichen Ranges und es dürfe nicht der Fall sein, dass manche Jugendliche in Deutschland tatsächlich nirgends registriert seien, so P. Otto.
Weihbischof Haßlberger machte am Gleichnis der Blindenheilung durch Jesus im Lukasevangelium deutlich, wie wichtig es sei, aufeinander zu hören und aufeinander zu schauen. „Genau das ist wichtig am Josefstag“, bekräftigte Haßlberger.
Gregor Gierlich, Vorsitzender des arbeit für alle e.V. und Bundesgeschäftsführer der Christlichen Arbeiterjugend stellte insbesondere den alljährlichen Untertitel „Jugend braucht Perspektive“ heraus und betonte dessen Wichtigkeit für die Jugendsozialarbeit.
In drei Blöcken wurden anschließend an die Grußworte unterschiedliche Projekte der Jugendsozialarbeit vorgestellt. Ausschnitte aus dem Film „Berliner Rand“ von Jens Becker zeigten insbesondere die Perspektivlosigkeit von Berliner Jugendlichen. Der Film sei eine Provokation und Herausforderung zugleich, und wolle „anregen zur Tat“, so P. Otto.
Oliver und Steven, zwei sympathische Rapper aus der Einrichtung Manege gGmbH in Berlin-Marzahn sprachen anschließend von ihren Erfahrungen und der Schwierigkeit, sich schlechten Einflüssen zu entziehen. „Es gibt viele, die Stress machen, um cool zu sein“, so Steven. Ihren Lebensinhalt haben beide in der Musik gefunden. Mit dem Vortrag von drei selbst geschriebenen Rap-Songs begeisterten sie die Gäste.
Auch das Projekt LIFE im Münchner Salesianum, das minderjährige Flüchtlinge dabei unterstützt, sich ein Leben in Deutschland aufzubauen, wurde im zweiten Block vorgestellt. Betont wurde hierbei die Schwierigkeit für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse einen Schulabschluss zu machen oder einen Ausbildungsplatz zu finden.
Im dritten Block bekamen die Gäste ein Video zu sehen, das in Kooperation der CAJ, der Kolpingjugend und der „KistE“ (Jugendfreizeitstätte im Münchner Stadtteil Hasenbergl) produziert wurde. Der Film zeigt Orte, an denen sich der Alltag der Jugendlichen der „KistE“ abspielt. Herr Mehlsteibl, Leiter der „KistE“, betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit von Vernetzungen innerhalb der Jugendsozialarbeit.
In den nächsten Tage finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen im Vorfeld des Josefstags (19. März) statt, die auf die Anliegen junger, benachteiligter Menschen aufmerksam machen wollen.
(sr)

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