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KINDERRECHTE STÄRKEN – 20 JAHRE KINDERRECHTSKONVENTION: ANSPRUCH UND REALITÄT
Kinderrechte stärken – 20 Jahre Kinderrechtskonvention: Anspruch und Realität
Bonn, 18. September 2009 – Vor 20 Jahren haben die Vereinten Nationen in der UN-Kinderrechtskonvention u.a. Kindern das Recht auf Bildung, Gesundheit, Spiel, Schutz vor Ausbeutung und Mitbestimmung garantiert. Keine andere Konvention hat größere Akzeptanz als diese: Mit Ausnahme zweier Staaten haben alle Länder dieser Erde die Kinderrechtskonvention unterzeichnet.
Doch wie steht es um die Umsetzung und Einhaltung dieser Rechte? Vertreter von Don Bosco JUGEND DRITTE WELT diskutierten diese Fragen mit der Kinderrechtsexpertin Julia Burmann von der Kindernothilfe am 17. September im Bonner Don Bosco Zentrum. Während die Einhaltung der Kinderrechte in der Verantwortung der einzelnen Staaten liege, fehlten vielfach Organe, die die Befolgung auch einforderten. Zwar verpflichteten sich die Länder, regelmäßig Berichte über die Verwirklichung dieser Rechte abzuliefern, Konsequenzen blieben bei Nichtbeachtung jedoch weitgehend aus, so Burmann. Hier setzen Don Bosco Projekte vor Ort an, z.B. in Indien, wo die Don Bosco Organisation „Balprafuta“ in Mumbai nach Einführung des Gesetzes gegen Kinderarbeit im Hotel und Gaststättenbereich sowie im Bausektor gemeinsam mit der Polizei mehr als 1.000 Hotels und Gaststätten sowie 900 Großbaustellen auf die Einhaltung des Gesetzes kontrollierte.
Wie es um die Bedeutung der Kinderrechte gerade in armen Ländern steht, berichteten Christoph Lüttenberg und Isabel Schwedhelm, die beide gerade von einem einjährigen Freiwilligendienst in Don Bosco Projekten für Straßenkinder und Kinderarbeiter in Benin und Paraguay zurückgekehrt waren. Trotz des Rechts auf Bildung besuchen dort zahlreiche Kinder keine Schule, da sie arbeiten müssen oder die Kosten für Schulmaterialien nicht tragen können. Auch die Anwendung von Gewalt, nämlich das Schlagen von Schülern, sei in Benin immer noch Alltag, berichtete Lüttenberg.
Wenn Salesianer Don Boscos und junge Freiwillige sich diesen Praktiken in ihren Einrichtungen widersetzen, dann verwirklichen sie damit die Rechte der Kinder. „Als gelebtes Beispiel stärken sie die Bedeutung der Rechte. Das stößt langfristige Prozesse des Umdenkens an“, so Salesianerpater Georg Demming. Internationale Freiwilligendienste trügen daher auch einen wichtigen Teil dazu bei, Veränderungen anzuregen. Angesichts schwerer Verstöße gegen die Kinderrechte weltweit gelte es, Staaten in ihre Verantwortung zu nehmen und in der Praxis das eigene Handeln auf die Verwirklichung der Rechte auszurichten. In Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung wird Don Bosco JUGEND DRITTE WELT für 90 Vertreter von Jugendhilfe- und Kinderrechtsorganisationen ein Seminar zum Thema „Kinderrechte“ in der indischen Hauptstadt Neu Delhi durchführen.
(as)