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Leben in interkulturellen Gemeinschaften

Veröffentlicht am: 04. April 2011
Gruppenbild der 23 Novizen

Stuttgart, März 2011 - Das brüderliche Zusammenleben und – wirken der Salesianer wird seit einiger Zeit mehr und mehr von Gemeinschaften geprägt, die aus Mitbrüdern mit unterschiedlicher kultureller Herkunft bestehen. Von dieser Beobachtung ausgehend haben sich vom 11.-13. März im Salesianum in München 23 Salesianer in Ausbildung aus sechs ver-schiedenen Ländern zu ihrem traditionellen Formationswochenende getroffen.
Gemeinsam mit Ausbildungsleiter P. Reinhard Gesing haben wir uns ausführlich mit den Herausforderungen und den Möglichkeiten von interkultureller Verständigung beschäftigt. Begleitet wurden wir dabei von Schwester Anneliese Herzig, Generaloberin der Missions-schwestern vom Heiligsten Erlöser, die in ihrer täglichen Arbeit mit Schwestern aus ver-schiedenen Ländern und Kulturen zusammenlebt und -arbeitet.
Aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpfend, ging sie zu Beginn der Frage nach „Was ist Kultur?“. Mit Christa Wolf sagte sie: „Kultur ist, wie man lebt.“ Diese Definition führte uns zu den verschiedenen Dimensionen von Kultur. Besonders wichtig hierbei sind die verschiedenen Formen interkultureller Kommunikation, seien sie verbal oder nicht-verbal, direkt oder indirekt. Interkulturelles Zusammenleben kann nur gelingen, wenn ich um „meine eigene Kultur“ weiß und neugierig auf andere Kulturen bin. „Denn“, so Sr. Anneliese, „es begegnen einander niemals Kulturen, sondern immer Menschen, die von ihrer Kultur geprägt sind.“
Zum Abschluss des Wochenendes hatten wir noch die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Provinzial P. Josef Grünner über weitere Herausforderungen der Provinz ins Gespräch zu kommen. Hierbei betonte P. Grünner in besonderer Weise die Frage der Beheimatung der Mitbrüder in der Provinz, die Schaffung einer Berufungskultur in unseren Gemeinschaften und die Frage einer zeitgemäßen Gestaltung unserer Sendung.
„Es begegnen einander niemals Kulturen, sondern immer Menschen, die von ihrer Kultur geprägt sind“. Und diese ist, wie der Mensch selbst, nichts Statisches oder In-sich-Abgeschlossenes, sondern einem ständigen Wandel unterworfen. Gerade auch während unserer Tage in München sind mir wieder meine Erfahrungen mit den Brüdern aus verschi-denen Kulturen während meiner Ausbildungszeit in Benediktbeuern bewusst geworden und welche Bereicherung internationale Gemeinschaften für den eigenen persönlichen Wachstumsprozess als Ordensmann darstellen. Wenn wir uns dieses Prozesses bewusst sind, dann können auch unsere interkulturellen Gemeinschaften lebendig bleiben und in der Veränderung wachsen.
(Diakon Jörg Widmann)

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