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Lehrlinge büffeln und sparen für den Führerschein

Veröffentlicht am: 01. Februar 2011
Auf unserem Foto sind zu sehen v.l.: Robert Schür, Anne Mühlpfort, David Kurzbach

Burgstädt, 27.01.2011 – Ein neues Projekt soll Lehrlingen den Weg zum Führerschein ebnen. In der letzten Januarwoche fiel im Don-Bosco-Jugendwerk der Startschuss.
13 Jugendliche büffeln neben ihrer Berufsausbildung im Don-Bosco-Jugendwerk seit gestern gemeinsam für die Theorieprüfung der Fahrschule. Sie sind die ersten Teilnehmer am neuen Führerscheinprojekt der Einrichtung.
Das Projekt umfasse Motivation, zusätzliche Übungsstunden und Hilfen bei der Finanzierung, sagte Ausbildungsleiterin Syndi Winter-Stein. „Diese Unterstützung bieten wir jungen Menschen mit Lernproblemen oder körperlichen Einschränkungen neben ihrer Ausbildung an, weil sie alleine oft überfordert sind“, so Winter-Stein. Denn manche ihrer Lehrlinge in Burgstädt und Hartmannsdorf trauten sich bisher nicht, die Fahrprüfung abzulegen. Andere scheiterten am Theorieteil oder sie gaben auf, weil sie zwar noch praktische Übungsstunden brauchten, aber das Geld alle war. „Durch das Projekt wird es weniger kompliziert“, so hofft Jessica Niemeck. Sie wünscht sich den Führerschein, um nach der Ausbildung zur Hauswirtschafterin auch im mobilen Bereich einsetzbar zu sein, etwa für Arbeiten in den Wohnungen von Senioren oder hilfebedürftigen Familien. Bis zur Theorieprüfung soll nun einmal wöchentlich in der Gruppe mit einem speziellen Computerprogramm zusätzlich geübt werden. Bezahlt werde dies wie auch Gutscheine für Fahrschulstunden, die für fleißige Teilnehmer vorgesehen sind, mit Geld von der P. Herbert Bihlmayer Stiftung und kleinen Spenden von Firmen aus Burgstädt, Chemnitz und Bayern. „Wir selbst müssen jeden Monat einen Sparbeitrag von mindestens 70 Euro einzahlen. Reicht unser Geld nicht aus, bekommen wir ein zinsloses Darlehen, um trotzdem weitermachen zu können“, so Niemeck.
Die Rate sei machbar, findet auch der 18-jährige Jonny Kutscher. „Als Raumausstatter werde ich mobil sein müssen. Deshalb brauche ich spätestens am Ende der Ausbildungszeit die Fahrerlaubnis“, stehe für ihn fest. Darum nehme er Einschränkungen hin, etwa bei den Ausgaben für alkoholische Getränke.
David Kurzbach will Bürokraft werden. Um überhaupt einen Arbeitsplatz zu finden, sei der Führerschein von Vorteil, glaubt er. Der 29-jährige baut vor allem auf Hilfe beim Bewältigen der Theorie.
(Rita Türpe)
Bild (v. l.): Robert Schür, Anne Mühlpfort, David Kurzbach

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