„Mitmach-Spielmobil“: Gefühle aus dem grünen Hut
Leinefelde-Worbis, 18. Juni - Auf dem Fußboden liegt ein grüner Hut. Keine gewöhnliche Kopfbedeckung, sondern ein Zauberhut der Gefühle. Die sind nämlich darin versteckt. Wer ihn aufhebt und ihn sich auf den Kopf setzt, ist in der Lage, ein Gefühl pantomimisch auszudrücken, während das Publikum errät, was sie oder ihn bewegt. Nur noch schnell die rote, kugelrunde Clownsnase befestigen. Richtig geraten: Hier ist jemand verliebt, aufgeregt, tanzt vor lauter Glück. Martin Sänger greift zum Hut und ist verdammt wütend. Dabei hat der Vierundzwanzigjährige, der sein Studium „Soziale Arbeit“ erfolgreich abgeschlossen hat, überhaupt keinen Grund dazu. Doch seine Zuschauer haben richtig geraten, beim ersten Workshop des „Mitmach-Spielmobils“ am Sonnabend, 18. Juni 2011, im Leinefelder Jugendzentrum.
Ende März begann in Trägerschaft der Villa Lampe gGmbH Soziales Netzwerk für junge Menschen, das Projekt „Mitmach-Spielmobil“, ein vom ESF-Programm „STÄRKEN vor Ort“ für das Jahr 2011 gefördertes Projekt für junge Menschen. Angesiedelt ist es im von Joachim Löffler geleiteten Leinefelder Jugendzentrum. Projektverantwortlicher ist Martin Sänger. Das „Mitmach-Spielmobil “wendet sich besonders an junge Leute zwischen Schule und Berufsausbildung, die befähigt und motiviert werden sollen, eigene Perspektiven zu entwickeln.
Selbstverständlich werden alle anderen Kinder und Jugendlichen nicht abgewiesen. Das Projekt gliedert sich in mehrere Phasen. Villa-Mitarbeiter und interessierte Teilnehmer erlangen Kenntnisse in der Spiel-, Zirkus- und Erlebnispädagogik, wie beispielsweise Akrobatik, Clownerie Jonglage. Ein komplettes Zirkusprogramm mit Kindern und für Kinder wird bis hin zur Auftrittsreife erarbeitet. Für den Sonnabend war Christina Große als sachkundige Workshop-Leiterin eingeladen worden. Die Studentin (Grundschullehramt) aus dem Eichsfeld absolviert in Weimar eine Zusatzausbildung im Fach Zirkuspädagogik. Die „Kerntruppe“, d. h. die Villa-Mitarbeiter sowie einige Kinder und Jugendliche erprobten ihre Fähigkeiten; testeten, welche kreativen Möglichkeiten in ihnen schlummern. Es wurde jongliert, getrommelt, improvisiert, auf dem Freigelände Fahrrad gefahren, mit dem Einrad geübt. Trainiert wurde, wie man sich richtig auf einer Bühne oder in einer Manege bewegt, wie man seine Rolle lebt. Die Teilnehmer erfuhren Wissenswertes über die Planung und Vorbereitung eines Auftritts. Dies alles dient als Grundlage für weitere Workshops und für die Kinderwerkwoche vom 27. bis 30. Juli in Heiligenstadt. Thomas Holzborn war nicht nur gekommen, um sich an Ort und Stelle über den Stand der Dinge zu informieren. Der Villa-Leiter hatte sich in der Küche des Leinefelder Jugendzentrums an den Herd gestellt und in großen Töpfen gekocht. Als dann noch in der Mittagspause die Postfrau ein großes, schweres Paket brachte, war der Tag perfekt. Das sehnsüchtig erwartete, zusätzlich bestellte Einrad war eingetroffen, wurde sofort ausgepackt, zusammengebaut, bewundert und eingeweiht.
(Christine Bose)