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Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Kolumbien zu Besuch in Berlin

Veröffentlicht am: 31. Juli 2011
Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Kolumbien zu Besuch in Berlin

Berlin, Juli 2011 - Im März diesen Jahres hatte P. Hector Franco SDB, der Direktor des Centro juvenil y comunitario Don Boscos en los Olivos Atalaya Cucuta aus Kolumbien, der auch der national chaplain of the Scout Asssociation of Columbia ist, über unseren Provinzial angefragt, ob er mit 163 Pfadfindern vom 12. bis zum 15. Juli im Don-Bosco-Zentrum in Berlin Aufnahme finden könnte. Die Pfadfinder wollten die Reise zum Welttreffen der Pfadfinder, dem Jamboree in Schweden mit dem Besuch europäischer Länder in der sogenannten Excursion de Madrid al Baltico verbinden.
Wir entschieden uns im Don-Bosco-Zentrum dafür, die Gruppe aufzunehmen und die Herausforderung gemeinsam zu stemmen, nachdem Herr Gröger, der Platzleiter von Cabuwazi/Springling, gegen eine entsprechende Miete Turnhalle und Zirkuszelt zur Verfügung stellen wollte. Die Missionsprokur in Bonn übernahm dafür die Kosten und war auch bereit, das tägliche Frühstück für die Gruppe, das Sr. Margareta mit der Manege gGmbH vorbereiten wollte, zu finanzieren. Herr Schumacher, der Leiter des Don Bosco Büros Berlin erklärte sich bereit, bei der Stadterkundung als „Reiseleiter“ zu agieren. Dank dieses Netzwerkes konnten wir der Gruppe, die mit drei in Spanien gecharterten Bussen anreiste, die erhoffte Gastfreundschaft erweisen.
Auch die Pfarrei „Von der Verklärung des Herrn“ war durch ein Spanisch sprechendes Ehepaar beteiligt, was sich bei der Stadtführung und dem gemeinsamen Fest am Lagerfeuer als glücklicher Umstand erwies. In der Gruppe sprach keiner Deutsch und wir mussten uns meistens mit Englisch behelfen. Gegenseitige Fragen konnten durch das Spanisch sprechende Ehepaar viel fundierter beantwortet werden.
In drei Bussen ging die Gruppe einen Tag auf Erkundungstour in Berlin. Herr Schumacher, einer der Busbegleiter, erzählte von dem großen geschichtlichen Interesse der jungen Pfadfinderinnen und Pfadfinder, alle etwa im Alter von 14 bis 18 Jahren, davon 127 Jugendliche und 36 Betreuer/innen. Vor allem an den Orten, an denen die „Mauergeschichte“ erlebbar wird, sprudelten die Fragen nur so aus den kolumbianischen Gästen heraus. Der Abend am Lagerfeuer, zu dem wir besonders auch Jugendliche aus dem Don-Bosco-Zentrum und Gemeindemitglieder eingeladen hatten, war für mich ein besonderer Höhepunkt. Mitbruder Stefan Eichele übernahm mit „seinen“ Jugendlichen aus der Aktivierung „Haustechnik“ das Grillen. Die einzelnen Pfadfinderstämme hatten spezielle Beiträge vorbereitet und auch Steven aus dem Musikprojekt der Manege fand den Mut, einen kurzen Rap-Song einzubringen. Bewegungslieder und Mit-Mach-Spiele wollten nicht enden. Mich beeindruckte, wie die einzelnen Leiterinnen und Leiter ihr Engagement auch als erzieherischen Dienst und als Bildungsaufgabe für die kolumbianische Gesellschaft wahrnehmen. Diese Kraft einer gemeinsamen Vision in der Scouts Asociation für ein friedliches Miteinander in einem leidgeprüften Land hat mich berührt.
Am Lagerfeuer hielt P. Hector Franco eine Rede, wies auf die weltweite Verbundenheit durch Don Bosco hin und erzählte, dass Bruder Jean Paul Muller mit der Missionsprokur den Aufbau des Centro juvenil y communitario in Cucuta, wo er Direktor sei, ermöglicht hätte. Ein weiterer Grund, warum die Gruppe sich die drei Tage in Berlin sehr wohl fühlte: Das herzhafte Frühstück, das Sr. Maria-Raphaela mit viel Erfahrung an den drei Tagen perfekt vorbereitete, weckte nicht nur die Schlafenden, sondern auch die Lebensgeister. Ich glaube, dass alle Beteiligten die Begegnung als großes Geschenk erlebten und nicht nur bei mir die Sehnsucht nach einem Gegenbesuch in Kolumbien, ausgesprochen von dankbaren Gästen, erwacht ist.
(P. Albert Krottenthaler)

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