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"RELIGION NEBENAN" - EINE AUSSTELLUNG ALS SPURENSUCHE IM ALLTAG
"Religion nebenan" - Eine Ausstellung als Spurensuche im Alltag
Ensdorf, 8.1.2012 - „Eine ‚Sehhilfe’, die bewusst macht, wie vielfältig in unserem Umfeld Menschen ihren Glauben leben“, nannte Direktor P. Christian Liebenstein die Fotografien von Regina Maria Suchy mit Texten von Cornelius Bohl. Die Bilder regten ihn an, bewusst und mit Respekt wahrzunehmen, auf wie viele Art und Weisen Menschen auf der Suche nach Gott seien, führte P. Liebenstein bei der Eröffnung der Ausstellung „Religion nebenan – eine Spurensuche“ am 8. Januar im Kreuzgang des Klosters an.
Franziskanerpater Dr. Cornelius Bohl führte in die Ausstellung ein. Er ging auf eine Nachricht ein, welche Ende November durch alle Medien gegangen sei: Der 6. Senat des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig habe einem 18-jährigen muslimischen Gymnasiasten untersagt, an seiner Schule in Berlin öffentlich zu beten, mit der Begründung, dass das Gebet den Schulfrieden gefährde. Die Meldung, so Bohl, mache die spannungsreiche Situation von Religion in unserer Gesellschaft deutlich. Einerseits sprächen viele von einer „Rückkehr der Religion“ in unserer weitgehend säkularisierten Welt, zugleich gäbe es aber auch einen neuen Materialismus, der weltweit zu einer Wirtschafts- und Finanzkrise geführt habe. Aber auch einen neuen kämpferischen Atheismus, den viele spätestens nach dem Zusammenbruch des Kommunismus überwunden glaubten. Das Phänomen Religion, so der Redner, sei in sich ambivalent. „Die tiefste Freude des Menschen liegt im Bewusstsein, dass es Gott gibt“, zitierte er den österreichischen Religionsphilosophen Ferdinand Ebner. Es gebe aber auch die andere Seite: Glaube werde zum Fanatismus und zwar in allen Religionen, verwies Cornelius Bohl auf religiös motivierte Selbstmordattentäter, Kreuzzüge, Judenverfolgung und Ehrenmorde.
Regina Maria Suchy, führte er weiter aus, lade mit ihren Bildern ein, einander in ökumenischen und interreligiösen Begegnungen näher kennen und schätzen zu lernen. Für die Katholische Erwachsenenbildung, die sich in Kooperation mit dem Kloster Ensdorf und dem Evangelischen Bildungswerk für die Ausstellung verantwortlich zeige, hob Johann Bauer die spirituelle Vielfalt der Fotografien hervor. Siegfried Kratzer vom Evangelischen Bildungswerk betonte „Wir stellen fest: Gott zeigt sich für andere oft ganz anders, aber oft auch sehr ähnlich.“
„Religion nebenan“ zeige nur einen kleinen Auszug der religiösen Vielfalt in Nürnberg und Umgebung, betonte Regina Maria Suchy und bezeichnete die vielen Begegnungen für sie persönlich als sehr bereichernd.
(jz)
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