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Stellungnahme der Salesianer Don Boscos zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs im ehemaligen Schülerheim Don Bosco in Augsburg und im früheren Don Bosco Heim in Berlin-Wannsee

Veröffentlicht am: 25. Februar 2010
Stellungnahme der Salesianer Don Boscos zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs im ehemaligen Schülerheim Don Bosco in Augsburg und im früheren Don Bosco Heim in Berlin-Wannsee

München, 22. Februar 2010 – Seit Mitte Februar werden schwere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegenüber Kindern und jungen Menschen in ehemaligen Einrichtungen der Salesianer Don Boscos in Augsburg und Berlin erhoben. Die Vorwürfe richten sich gegen mehrere namentlich genannte Ordensmitglieder, die im Zeitraum zwischen 1960 und 1975 in den Einrichtungen tätig waren.
Die durch die Deutsche Provinz umgehend aufgenommenen Recherchen haben ergeben: Die genannten Personen waren in dem angegebenen Zeitraum in den Einrichtungen tätig.
Bisher kann gesagt werden, dass in Berlin-Wannsee drei der Genannten inzwischen verstorben sind, einer die Ordensgemeinschaft verlassen hat. Zwei leben heute noch in der Ordensgemeinschaft.
Die Person, gegen die sich die Vorwürfe in Augsburg richten, war seinerzeit Mitglied des Ordens. Er war als Praktikant in der Einrichtung in Augsburg tätig. Von 1962 bis 1966 gehörte er der Ordensgemeinschaft an. 1966 hat er die Gemeinschaft verlassen. Ob die Entscheidung sich vom Orden zu trennen in einem Zusammenhang mit den Schilderungen in dem Schreiben steht, wird im Moment überprüft.
Inzwischen sind weitere Anschuldigungen erhoben worden, die sich gegen Patres oder Mitarbeiter aus Berlin-Wannsee und dem Schülerheim Augsburg richten. Von zwei beschuldigten Salesianern Don Boscos liegen uns zwischenzeitlich eidesstattliche Erklärungen vor, dass es durch sie selbst zu keiner Zeit zu Übergriffen gekommen ist.
Zudem haben einzelne Opfer das Angebot der Salesianer Don Boscos Kontakt aufzunehmen aufgegriffen. Mit jedem der Betroffenen wurden und werden Gespräche durch die vom Provinzial Beauftragten geführt. Über die Ergebnisse kann bisher nichts gesagt werden. Es ist auch ausdrücklich im Interesse der Opfer, dass ihre persönlichen Erlebnisse vertraulich behandelt werden. In all den Fällen, in denen sich die Vorwürfe bestätigen lassen, folgen Konsequenzen.
Weiterhin hat die Provinzleitung mit verschiedenen Institutionen, unter anderem mit dem Senat in Berlin, Kontakt aufgenommen, um die Aktenlage der damals zuständigen Aufsichtsbehörden zu recherchieren. Daraus resultierende Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Vorwürfe zu überprüfen und zu klären.
Zu diesem Zeitpunkt können wir folgendes feststellen:
- Bis zur Anfrage vom 11.02.2010 (Augsburg) sowie bis zur Anfrage vom 19.02.10 (Berlin) war den Verantwortlichen in der Deutschen Provinz nichts über entsprechende Vorwürfe in den genannten Einrichtungen in Augsburg und Berlin bekannt.
- Es besteht eine Arbeitsgruppe aus internen und externen Personen, die zeitnah die Anschuldigungen bearbeitet und alles für eine gründliche Aufklärung leistet. In der Arbeitsgruppe wird entsprechend den Richtlinien „Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Ordensleute im Bereich der Deutschen Ordensobernkonferenz“ gehandelt.
Für Opfer sexuellen Missbrauchs stehen als externe Ansprechpartner Herr Dr. Janko Jochimsen, Email: jochimsen@urios.info, und Frau Anna Zahalka, Email: anna.zahalka@gmx.de , sowie seitens der Ordensgemeinschaft, P. Franz-Ulrich Otto, Email: otto@donbosco.de, zur Verfügung.
Auch der seit 2003 Beauftragte der Deutschen Provinz zur Klärung von aktuellen Missbrauchsfällen, Prof. Dr. Günther Schatz, Email: guenther.schatz@ksfh.de, kann kontaktiert werden.
Auf Anfrage bestätigt Prof. Schatz, dass seit seiner Beauftragung im Jahr 2003 keine Anfragen an ihn gestellt wurden.
- Die bisher gesichteten Personalunterlagen ergeben keine Anhaltspunkte für die erhobenen schwerwiegenden Vorwürfe. Aber die Recherchen sind noch nicht abgeschlossen. Sie werden von internen und außenstehenden Personen vorgenommen.
- Die Pressestelle des Provinzialats ist zu erreichen für Rückfragen und steht für Stellungnahmen zur Verfügung. Email: pressestelle@donbosco.de
- Grundsätzlich gilt: Wir gehen jedem Missbrauchsvorwurf, sei er sexueller oder anderer Natur, mit großem Nachdruck und ohne Ansehen der Person nach und versuchen die Sachverhalte – auch wenn sie weit zurückliegen – aufzuklären.
- Besonders wichtig ist es uns, den Opfern, wo immer dies möglich ist, beizustehen, um sie bei der Aufarbeitung ihrer Leiden zu unterstützen.
- Die Ordensgemeinschaft bedauert jegliches Fehlverhalten, das uns anvertrauten jungen Menschen geschadet hat, zutiefst. Besonders betroffen sind wir, wenn ein solches Fehlverhalten von einem unserer Ordensmitglieder ausgegangen ist. Dies steht in einem krassen Widerspruch zu unserem Auftrag. Der Provinzial bittet für alle Erniedrigung und alles Leid um Entschuldigung, wo dies in einer unserer Einrichtungen jungen Menschen zugefügt wurde.
(gmh)

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