Studientag zu Franz von Sales in München
Er ist der Namensgeber der von Don Bosco gegründeten Gemeinschaften: der heilige Franz von Sales. Grund genug, diesen Mann und sein Hauptwerk, die „Philothea“ in den Mittelpunkt des alljährlichen Studientages in München zu stellen. Am 10. Januar waren etwa 90 Interessierte dazu ins Jugendwohnheim Salesianum gekommen.
P. Thomas Günther, ein Oblate des heiligen Franz von Sales, ist Experte zu diesem Thema. Der junge Geistliche aus Eichstätt stellte zunächst den Lebenslauf des Heiligen vor, der von 1567 bis 1622 lebte. Dann näherte er sich der bekanntesten Schrift des Franz von Sales an, der „Einführung ins geistliche Leben“ oder „Philothea“. Dieses vor genau 400 Jahren erschienene Buch gehört auch heute noch zu den meist verkauften geistlichen Büchern. Viele Menschen sehen es auch in unserer Zeit als wichtige Hilfe auf ihrem christlichen Lebensweg an.
„Du hast eine Sehnsucht…“ – so beginnt dieses Buch. Auf die grundlegende Sehnsucht der Menschen antwortete Franz von Sales. Sein neuer Ansatz war, dass er für ganz normale Menschen aufzeigte, wie sie als Christen in der Welt ihre Frömmigkeit leben könnten. „Frömmigkeit ist überall möglich, sie muss sich an den Menschen anpassen und nicht er an sie“, stellte Franz von Sales fest. Und er hatte einen konkreten Rat, wie das Beten in allen Lebenslagen möglich sei. Allen empfahl er das „Herzensgebet“ oder Stoßgebet. Immer wieder solle der Mensch den Rhythmus der Arbeit unterbrechen, um sich für einen Moment „zu Gott zu erheben“ und im Herzensgebet mit ihm in Kontakt zu treten. So wie ein Wanderer innehalte, um einen Schluck Wein zu trinken und dann wieder mit neuer Kraft seinen Weg fortsetzen könne, sei auch das Stoßgebet keine verlorene Zeit, sondern gebe neue Kraft für das nächste Wegstück. Dem Heiligen Franz von Sales war das Herzensgebet so wichtig, dass er feststellte: „Wer dieses Gebet pflegt, kann notfalls alles andere Gebet weglassen, wenn es im Alltag nicht anders geht.“
Pater Günther brachte all diese Gedanken mit einer überzeugenden Fröhlichkeit und in klaren Worten zu Gehör, unterstützt von seiner Bildpräsentation.
In Arbeitsgruppen vertieften die Teilnehmer des Studientages einzelne Aspekte der „Philothea“ mit Überlegungen zu den Bereichen „Arbeit“ und „Tugenden“. In Texten aus der Philothea konnten sie dabei die einfachen und überzeugenden Gedankengänge direkt kennenlernen.
Zu Beginn des Studientages hatte Provinzial Pater Josef Grünner die Verbindung des heiligen Johannes Bosco zu Franz von Sales erläutert. Don Bosco kannte Franz von Sales von Jugend an, und bei seiner Priesterweihe äußerte er: „Liebe und Güte des Franz von Sales mögen mich leiten“. Und weil Liebe und Güte auch für seine neue Gemeinschaft entscheidend sein sollten, kam eigentlich kein anderer Patron in Frage.
An diesem Studientag in München konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Blick weiten und über Don Bosco hinaus auch dessen Quellen in den Blick nehmen. Darüber hinaus gab es in entspannter Atmosphäre viel Gelegenheit, sich im Gespräch kennen zu lernen oder neue Bekannte innerhalb der Don Bosco Familie zu entdecken.
(hm)