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Theaterprobe für die Jugendchristmette der Villa Lampe mit besonderem Spiel

Veröffentlicht am: 19. Januar 2012
Theaterprobe für die Jugendchristmette der Villa Lampe mit besonderem Spiel

Heiligenstadt,24.12.2011 - Ich befinde mich in einem Kellerraum der Villa Lampe, welche sich nach eigenen Aussagen als ein soziales Netzwerk für Jugendliche versteht. Am Mittwoch findet die erste Probe des Theaterstücks "Der Zwischenfall Szenen von Maria und Josef" statt. Das neu aufbereitete Stück wird heute Nacht um 24 Uhr zur Jugendchristmette in der Villa Lampe aufgeführt. Erzählt wird die Geschichte von Maria und Josef, doch mal auf andere Weise. Einfach moderner:

„Wie bekommt man ein Kind auf die Welt, ohne ein Haus zu haben?“ Mit diesem Anliegen nimmt der junge Palästinenser Josef Khrarash am Heiligen Abend mutig Kontakt mit Frau Walther auf, um für seine hochschwangere Maria ein Dach über dem Kopf zu finden. Der eifrige Nachbar, für den die fremde Sprache irgendwie „terroristisch“ klingt, hatte natürlich vorsichtshalber die Polizei benachrichtigt. „Warum die Leute kein ordentliches Deutsch lernen, wenn sie uns hier schon auf die Pelle rücken?“ Solche und tiefer gehende Verständigungsprobleme werden im diesjährigen Weihnachtsspiel in der Villa Lampe von jungen Leuten unter der Regie von Thomas Kewitz gekonnt und witzig auf die Bühne gebracht. Moderne Engel mit dem Auftrag „Dolmetschen und ein Abenteuer erleben“ sind dabei hilfreich bei der Problemlösung.

Pater Meinolf von Spee, Direktor des Ordens der Salesianer Don Boscos, führt den Gottesdienst. Thomas Kewitz, Organisator der Aufführung, erzählt, ihm sei sehr wichtig, die Jugendchristmette transparent zu gestalten. "Jugendliche muss man, genau wie Josef, ein Stück mitnehmen. Diejenigen, die vielleicht orientierungslos sind, sollten sich leiten lassen. Von jemandem, dem sie vertrauen. So wie Josef auch Gabriel vertraut", sagt Kewitz.

"Es macht Spaß, in eine andere Rolle zu schlüpfen", erzählt Luise Klingebiel aus Heiligenstadt, "Es ist anders als Schule. Man kann einfach abschalten." Sie und ihre Schwester Elisa stehen nicht das erste Mal auf der Bühne. In ihrer Freizeit spielen sie auch bei anderen Stücken mit.

Auch wenn diesmal noch nicht alles glatt läuft ist die Leidenschaft und der Enthusiasmus der Schauspieler deutlich spürbar. Thomas Kewitz wirkt gelassener. Von seiner anfänglichen Anspannung ist kaum noch was zu sehen. Er selbst organisiert diese Theateraufführungen seit 1992. "Es ist großartig, zu sehen, wie sich die Jugendlichen mit ihren Rollen identifizieren", erklärt er mir in einer Pause. "Ich hoffe, dass jeder, der dieses Stück sieht, sich ebenfalls im ein oder anderen Charakter wiederfindet." Das Ganze mache ihm unheimlichen Spaß. "Es sind doch alles coole Typen hier."

(sg)

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