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„Klagenfurt? Wo liegt das? Das ist doch in Deutschland, oder?“ Diese Fragen durfte ich mir sehr häufig anhören. Jetzt bin ich schon seit zehn Monaten in dieser schönen Stadt und arbeite im Youth Point Don Bosco Siebenhügel der Pfarre St. Josef – als eine europäische Freiwillige.
Noch vor einem Jahr war ich zuhause, machte mein Abitur und wusste überhaupt nicht, was mich in Klagenfurt erwarten wird – Ein halbes Jahr vor dem Abitur, wusste ich noch nicht einmal, was ich überhaupt machen würde. Dann entdeckte ich den europäischen Freiwilligendienst. Das Projekt und das Land für meinen Volontariatseinsatz konnte ich mir selbst aussuchen.
Ich wurde gut auf das Auslandjahr vorbereitet. Es gab insgesamt vier Seminare, die mir vor, während und nach dem Auslandsjahr helfen, Fragen zu beantworten und über das Erlebte zu sprechen. Somit kam ich sehr schnell mit anderen europäischen Freiwilligen in Kontakt und tauschte mich mit ihnen aus. Diese sind im ganzen Land verteilt und somit hab ich eine gute Grundlage für Reisen, da ich nun in fast jedem Bundesland EFDler kenne.
Nun aber zu meinem Projekt: Ich arbeite in der Pfarre St. Josef in insgesamt drei Bereichen, in der Lernbetreuung, beim offenen Spielen und im Jugendzentrum. Beim Lernen helfe ich HauptschülerInnen bei den Hausaufgaben und lerne mit ihnen für Schularbeiten. Beim offenen Spielen arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 14 Jahren. Wir spielen, tanzen, basteln und malen mit den Kindern und stimmen unser Angebot auf ihre Bedürfnisse ab. Im dritten Bereich, dem Jugendzentrum für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, spiele ich mit den Jugendlichen zum Beispiel Balanca, Fußball, Billard, oder Brettspiele und helfe beim Vorbereiten und Gestalten von Projekten. Ich war auch in einem Ferienlager in Adriach und auf Fortbildungsseminaren, bei denen ich einen sehr guten theoretischen Einblick bekam. Die Arbeit ist abwechslungsreich und macht mir sehr viel Spaß. Jedoch hat mich eine Frage vor meiner Ankunft sehr beschäftigt: Was mache ich, wenn mir das Projekt nicht gefällt oder ich Heimweh bekomme? Auch dafür gibt es eine recht einfache Lösung: Jeder EFDler hat einen Mentor, der vor Ort zur Seite steht und bei auftretenden Problemen hilft. Und bei Heimweh wird keiner dazu gezwungen, ein halbes oder ein ganzes Jahr in einem Land zu bleiben.
Ein weiterer Pluspunkt für den EFD ist, dass nicht nur das Projekt im Vordergrund steht, da ich auch Zeit zum Reisen hatte und das Land besser kennen lernen konnte.
So war ich in ein Paar Städten in Österreich, aber auch schon in Italien, Ungarn und Slowenien. Natürlich habe ich auch Ausflüge in der nahen Umgebung gemacht und Sehenswürdigkeiten besichtigt.
Die Zeit hat mir hier sehr gut gefallen und ich bin traurig, dass ich bald wieder zurück nach Deutschland gehe, um dort zu studieren. Ich werde diese tolle Zeit nicht vergessen. Ich habe viel gesehen, erlebt und gelernt und kann daher nur jedem einen europäischen Freiwilligendienst empfehlen.
(Nadine Ascheberg, 20)