Vor 50 Jahren öffnete Don Bosco Beromünster seine Pforten
"Gott sei Dank endete die Bahnlinie damals in Beromünster!“ So pflegte der ehemalige Gemeindeamtmann Johann Herzog zu sagen, wenn er von den Anfängen der Salesianerniederlassung berichtete.
Im Jahre 1958 stieg nämlich der damals bereits fünfundsiebzigjährige P. Max Maier an diesem Endbahnhof aus dem Zug. Ausgerüstet war er mit einem Koffer und mit 1000 D-Mark, um in Beromünster im alten ausgedienten Schulhaus Gunzwil ein Internat für Gymnasiasten einzurichten.
"Auf der Suche nach einem geeigneten Standort wusste die Generalrätin der Ingenbohler Schwestern Sr. Liguoria Binkert Rat. Sie stammte aus Beromünster, wo eine Stiftsschule mit vier Gymnasialklassen bestand. Ließe sich hier nicht ein Studentenheim einrichten, wobei die Schüler die Stiftsschule besuchen könnten? Diese Lösung schien uns sehr sympathisch." wusste P. Alfred Fleisch, ein St. Galler Salesianer Don Boscos, zu berichten, der an der Gründung des Hauses massgeblich beteiligt war. Ihm war sehr daran gelegen, dass die Idee Don Boscos, dem Patron der Schweizer Jungwacht, auch in der deutschsprachigen Schweiz in einem Salesianerhaus Ausdruck fand. So wurde am 19. April 1959 im ehemaligen alten Gunzwiler Schulhaus das Konvikt Don Bosco eingeweiht, das für die kleine Schar von 35 Burschen Platz bot.
In den vergangenen 50 Jahren hat sich viel verändert: Vom Gunzwiler Schulhaus zogen die Jugendlichen 1961 ins neugebaute Studienheim auf dem Sandhübel. Nach dem Aus- und Neubau der Kantonschule in der Nachbarschaft des „Don Bosco“ wurde 1973 in einem Erweiterungsbau Platz geschaffen für Oberstufenschüler, so dass über 100 Jugendliche untergebracht werden konnten und die Möglichkeit hatten, an der Kantonsschule die Matura zu erwerben.
Um den Ansprüchen, den Notwendigkeiten und den Möglichkeiten gerecht zu werden, haben die Salesianer ihr Jugendwerk Don Bosco in Beromünster immer wieder den Zeitumständen angepasst: Nach der Öffnung des Internates für Mädchen 1994, wurden 2003 Teile der Anlage der Sekundarstufe des Sozialpädagogischen Schulheimes Mariazell zur Verfügung gestellt, das auch die Unterbringung in Wohngruppen ermöglicht; eine Missionsprokur und die Jugendhilfe Lateinamerika sind im Don Bosco angesiedelt; in Klassenzimmern werden Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule unterrichtet, die in der Mittagszeit im „Oratorium Don Bosco“ verpflegt und betreut werden; ein Gästehaus bietet vor allem jungen Menschen die Möglichkeit zu jugendpastoralen Aufenthalten. Aus dem Konvikt wurde das Studienheim, aus dem Studienheim 2007 das Internat Don Bosco, das inzwischen in der Trägerschaft der Stiftung Jugend und Bildung Beromünster geführt wird. Vermehrt sind Salesianer auch in Religionsunterricht und Pfarrseelsorge tätig.
Vieles hat sich also verändert in diesen 50 Jahren. Die Scharen Jugendlicher, die täglich das Don Bosco bevölkern, machen deutlich: Was geblieben ist, ist das Angebot der Salesianer, Raum und Zeit zur Verfügung zu stellen, damit das Leben junger Menschen gelingen kann.
In Dankbarkeit gegenüber Gott und Don Bosco, der es immer wieder versteht, sein Anliegen und seinen Geist lebendig zu halten, feiern die Salesianer Don Boscos mit ihrem Provinzial P. Josef Grünner, mit Freunden und Förderern und mit der Bevölkerung des Michelsamtes am 17. Mai 2009 das Maria Hilf-Fest.
Bild: Der ehemalige "Don Bosco Konvikt", Aufnahme von 1959
(P. Norbert Schützner SDB)
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