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Waldwinkel – 60 Jahre im Dienst beruflicher Ausbildung für junge Menschen

Veröffentlicht am: 07. Juli 2010
Aschau-Waldwinkel Luftaufnahme

Am 9. Juli feiert das Berufsbildungswerk Aschau-Waldwinkel sein 60-jähriges Bestehen. Mit einem Festgottesdienst, der Präsentationen „Waldwinkel 1950 – 2010“ und der neuen DVD über Waldwinkel, einem bunten Programm für Jung und Alt sowie einer Theateraufführung mit und von „Karl Valentin“ wird das Jubiläum an diesem Tag gebührend gefeiert. Den Abend gestaltet die Band „hosdmi“. Zu der Feier sind alle aktuellen sowie ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch alle Freunde, Nachbarn und Interessierte herzlich eingeladen.

Wie alles begann…
Im damals abgelegenen Steinbachtal westlich von Aschau am Inn errichtete die Montanindustrie 1938 auf einem 7,4 ha großen Gelände 29 barackenähnliche Häuser für 528 Beschäftigte. Während des Krieges lebten hier zwangsverpflichtete Facharbeiter, die im Werk Aschau Munition für den Krieg produzieren mussten.
Nach Ende des 2. Weltkrieges überließen die Amerikaner dieses sogenannte „Lager Stein“ (benannt nach dem Steinbach) der Internationalen Flüchtlingsorganisation, die hier Überlebende des Holocaust - meist jüdische Kinder und Jugendliche - untergebracht hatte, bevor diese in Israel oder in Amerika eine neue Heimat fanden.

Der damals als Folge von Krieg und Vertreibung großen Berufsnot von über 4000 arbeits- und oft auch heimatlosen Jugendlichen in den Landkreisen Mühldorf, Altötting und Wasserburg versuchte der aus Oberschlesien stammende Berufsschullehrer Ewald Kucznierz Abhilfe zu schaffen.
Er wollte eine überbetriebliche Ausbildungsstätte errichten. Die Gründung einer Genossenschaft, die als Träger der Einrichtung fungieren sollte, scheiterte jedoch.

Erst nachdem die Salesianer Don Boscos sich bereit erklärt hatten, für dieses Unternehmen die Trägerschaft zu übernehmen, konnte das Vorhaben realisiert werden.
Am 15. Juli 1950 zogen hier – das ehemalige „Lager Stein“ glich zu jener Zeit aufgrund von Plünderungen mehr einer Ruine als einer Wohnsiedlung - zwölf Salesianer Don Boscos ein und setzten die Häuser wieder instand. Die Niederlassung erhielt den Namen „Waldwinkel“ und es wurde ein „Salesianisches Jugendhilfswerk“ gegründet, das der Ausbildung und Erziehung arbeitsloser junger Menschen dienen sollte.

Von 1950 bis 1973 wurden überwiegend Lehrlinge ausgebildet, welche über die Jugendämter vermittelt wurden und die hier dank einer soliden beruflichen Qualifizierung eine Basis für den Start ins Berufsleben erhielten.

Seit 1973 fungiert die Einrichtung als Berufsbildungswerk für junge Menschen mit körperlichen Behinderungen und/oder mit psychisch bedingten Leistungs- und Anpassungsstörungen.
Die gesamte Anlage wurde den Erfordernissen zeitgemäßer Ausbildung und den Wohnbedürfnissen junger Menschen angepasst.
Zur Zeit leben und arbeiten hier rund 330 Jugendliche und junge Erwachsene, welche von 200 Mitarbeitern – in den Bereichen Ausbildung, Internat, Berufsschule und Fachdiensten – pädagogisch und psychologisch betreut werden. In den vergangenen 60 Jahren wurden rund 6000 junge Menschen beruflich qualifiziert und ins Erwachsenenalter begleitet

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