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Wegbereiter der Hoffnung

Veröffentlicht am: 12. Juni 2010
Wegbereiter der Hoffnung

Hoher Besuch erwartete die Schüler des Antoniuskollegs Neunkirchen am Mittwoch, dem 24. April 2010: Der Leiter der salesianischen Missionsarbeit in Madagaskar, Pater Maurizio Antonio Rossi, hielt einen Vortrag über seine Arbeit auf der Insel im Südosten Afrikas. Pater Maurizio wurde 1956 als Sohn eines italienischen Unternehmers in der Nähe von Padua geboren. Durch frühen Kontakt mit Missionaren entstand auch in ihm der Wunsch, Missionar zu werden. Im Alter von 24 Jahren setzte er sich über den Willen seines Vaters, der ihn eigentlich als Nachfolger in seinem Betrieb einsetzen wollte, hinweg und wurde Salesianer Don Boscos. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er nun in der Mission in Madagaskar.
Seit einigen Jahren schon haben die Salesianer ihre Zelte in Madagaskar aufgeschlagen, um der verarmten Bevölkerung, insbesondere der Jugend, eine neue Perspektive zu geben. Die politische und sozialökonomische Lage dort ist katastrophal: Staatsstreiche und Korruption kennzeichnen die politische Situation des Staates; gleichzeitig herrschen Arbeitslosigkeit, Armut und Analphabetisierung in weiten Teilen des Landes. Die Unabhängigkeit von Frankreich hat Madagaskar, wie viele weitere ehemalige Kolonien, ins Elend gestürzt. Zusätzlich zu den gesellschaftlichen Missständen haben die Madagassen auch noch mit diversen Umweltproblemen zu kämpfen, wie zum Beispiel die jährlichen Zyklone sowie Bodenerosion und Waldbrände.
In all diesem Dunkel sind es die Salesianer, die das Licht der Hoffnung wieder in Madagaskar entzünden. In dem von ihnen seit 2002 betriebenen Heim in der Stadt Fianarantsoa helfen sie Straßenkindern durch tägliche Mahlzeiten und bieten ihnen sogar die Möglichkeit des Schulbesuchs an. Aufgrund des geringen Budgets können sie dort allerdings nicht mithilfe von Büchern lernen, sondern nur anhand dessen, was die Lehrer an die Tafel schreiben und durch Fotokopien. Aber das ist schon ein beachtlicher Fortschritt, schließlich gehen nur 40% der madagassischen Kinder zur Schule und gerade einmal 2% auf eine Universität. Ein weiterer bedeutender Inhalt der Arbeit der Salesianer besteht darin, das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken: Die Kinder sollen wissen, dass sie akzeptiert und respektiert sind und zur Gemeinschaft gehören. Deshalb veranstalten die Ordensleute mit den fünf Pfarreien der Stadt häufig gemeinsame Sommeraktivitäten und Gebete.
Pater Maurizio bedankte sich im Anschluss an seine Ausführungen für die Unterstützung und Anteilnahme, die ihm und seiner Einrichtung durch die europäischen Salesianer zuteil wird. Auch das Antoniuskolleg beteiligt sich an der Hilfe für Madagaskar: So wird der Erlös des alljährlichen Weihnachtsbasars und das Kleingeld ,,der Flasche”, das jede Woche in den Gottesdiensten gesammelt wird, gespendet. Durch diese Hilfe entstünde eine Brücke, eine über 10.000 Kilometer lange Verbindung zwischen Europa und Afrika, so Pater Maurizio, über die das Werk Don Boscos sich verbreiten könne.
Die Schüler hörten ihm sehr interessiert zu. Die Klasse 5b von Frau Ollig hatte sich schon vorher intensiv mit dem Thema beschäftigt und stellte eine Menge qualifizierter Fragen.
Im Anschluss an den Vortrag von Pater Maurizio informierte Dr. Nelson Penedo, der stellvertretende Direktor der Don Bosco Mission Bonn, über die aktuelle Situation in Haiti. Auch in der Karibikrepublik hatten die Salesianer mit viel Mühe und Investitionen die Grundlage für eine solide Jugendarbeit geschaffen. Das Erdbeben Anfang Januar 2010 jedoch bedeutet einen derben Rückschlag für ihre Arbeit: Sämtliche Gebäude wie Heime und Schulen wurden zerstört. Das am Antoniuskolleg in der Aktion „ 1€ für Haiti“ gesammelte Geld soll nun gezielt für den Wiederaufbau eingesetzt werden.
Weitere Informationen über die Arbeit der Salesianer in Madagaskar und Haiti gibt es unter www.donboscomission.com.

(Yannick Emonds, Schüler der Jahrgangsstufe 12 am Antoniuskolleg)

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