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"WIR WOLLEN EINEN NEUEN SUDAN" – DIE SALESIANER DON BOSCOS IM GRÖßTEN LAND AFRIKAS
"Wir wollen einen neuen Sudan" – die Salesianer Don Boscos im größten Land Afrikas
Am Montag, den 23. März 2009 schilderte Pater George SDB vor Spendern und interessiertem Fachpublikum in der Bonner Don Bosco Mission die Zukunftssituation junger Menschen im Sudan. 6 Prozent der sudanesischen Bevölkerung sind unter 18 Jahren alt. „Wenn wir sie fragen, was sie sich für die Zukunft wünschen, haben alle den gleichen Wunsch: Wir wollen einen neuen Sudan, „ so George, der die Don Bosco Jugendhilfeprojekte im Land koordiniert.
Die politische Lage im größten Land Afrikas bleibt weiter ungewiss. 50 Jahre Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd, zwischen Muslimen und Christen, zwischen Kolonialmacht und Freiheitskämpfern, zwischen nomadischen Viehzüchtern und sesshaften Bauern haben die Bevölkerung zermürbt. „Die Kämpfe in Darfur, die Scharmützel im Landesinneren haben drei Gründe: Öl, Uran und Zugang zu Trinkwasser.“ Für den Salesianerpater ist die Teilung des Landes, die 2011 in einem Referendum zur Wahl steht, - entgegen der Skepsis im Saal – eine beschlossene Sache. Bedeutet die Teilung des Landes wirklich Frieden? Oder ist sie nicht vielmehr Auftakt zu einem erneuten Bürgerkrieg? Viel Optimismus ist bei Pater George zu spüren – trotz der ungewissen Zukunft.
Doch es sind weniger die politischen Fragen, die die Menschen vor Ort bedrücken. 4 Millionen Flüchtlinge müssen wieder integriert werden. In ein Land, in dem es kaum Infrastruktur, keine Schulen und keine Gesundheitsversorgung gibt. Dies erschwert auch die Arbeit der Ordensbrüder im Land. „Der Mangel an Straßen und öffentlichen Verkehrsmitteln ist immens,“ so Pater George „Normalerweise nehmen wir Bus Nr. 11, was soviel heißt wie zu Fuß gehen.“ Nicht selten ist der Schulweg 15 Kilometer lang.
In den Krankenhäusern fehlen Medikamente und ausgebildetes Pflegepersonal. Hier setzt das nachhaltige Entwicklungskonzept der Salesianer an. Mehrere einfache Grundschulen wurden in den Dörfern errichtet. Gute Schüler haben die Möglichkeit, anschließend ein weiterführendes Internat zu besuchen. Eine Krankenschwesternschule setzt der Personalnot etwas entgegen – und nach der Schule stehen berufliche Ausbildungsmöglichkeiten bereit. Dabei fördern die Don Bosco Mitarbeiter gezielt Mädchen. Sie machen Ausbildungen zur KFZ-Mechanikerin und zur Fliesenlegerin- typische Männerberufe. Viele haben schon Kinder, die sie in der hauseigenen Krippe abgeben.
„Der Bildungsnotstand ist immens. Kaum einer der heute jungen Menschen ist länger als zwei Jahre am Stück zur Schule gegangen. Daher gilt schon jemand mit passablen Englischkenntnissen als Top-Absolvent. Wir haben nun einen neuen Schulinspektor in Wau. Es ist einer unserer ehemaligen Schüler, der kaum, als er die achte Klasse beendet hatte, zum Schulinspekteur ernannt wurde.
(uf)
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