Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

„Der Wechsel zur Deutschen Provinz gibt uns die Sicherheit, die wir derzeit brauchen“

Veröffentlicht am: 01. September 2016

München - Seit 1. September gehört zur Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos auch die Niederlassung des Ordens in Istanbul. Die Salesianer betreuen dort zwei Pfarreien und zwei Schulen, außerdem kümmern sie sich um Flüchtlinge und Migranten. Vom 30. August bis zum 2. September sind einige der Mitbrüder aus Istanbul zu Besuch im Provinzialat der Deutschen Provinz in München, um die örtliche Einrichtung der Salesianer Don Boscos kennen zu lernen und weitere Details zum Provinzwechsel zu klären.
Im Interview spricht P. Jacky Doyen, Direktor der Niederlassung in Istanbul, darüber, was der Wechsel für die Gemeinschaft bedeutet und wie sie die aktuelle Situation in der Türkei erleben.

P. Doyen, was bedeutet es für Sie, dass Ihre Gemeinschaft seit 1. September zur Deutschen Provinz gehört?

Wir haben diese Nachricht mit sehr viel Freude aufgenommen. Als uns unser Regionaloberer bei einer außerordentlichen Visitation besuchte, sah er, dass wir uns in der Türkei in einer schwierigen Situation befinden. Dennoch war es eine große Überraschung für uns, als uns der Generalobere in einem Brief vorschlug, unsere Niederlassung aus der Provinz Mittlerer Orient herauszulösen und sie in eine andere Provinz einzugliedern.
Angesichts der aktuellen politischen Situation in der Türkei sehe ich diesen Wechsel als Fügung an. Denn wir brauchen eine starke politische Unterstützung, damit wir die Herausforderungen annehmen können, denen wir fast täglich begegnen. Deshalb denke ich, dass es eine gute Entscheidung der Ordensleitung war, uns an die Deutsche Provinz anzudocken. Das gibt uns die Sicherheit, die wir brauchen. Wir wurden von Provinzial P. Grünner sehr herzlich empfangen und wir freuen uns, hier in München zu sein. Es ist sehr ermutigend, sich als Teil dieser Familie zu fühlen. Das hilft uns, den Veränderungen gelassener entgegenzusehen.

Wie erleben Sie die aktuelle Situation in der Türkei?

Es ist eine sehr komplexe Situation. Denn wie Sie durch die Nachrichten mitbekommen haben, verändert sich die Türkei gerade sehr stark und sehr schnell. Wir brauchen derzeit sehr viel Weisheit und Weitsicht, um die Zeichen der Zeit richtig zu deuten und uns auf diese neuen Herausforderungen einzustellen. Angesichts der neuesten Ereignisse ist die Situation sehr sensibel. Wir haben immer versucht, ein Gleichgewicht zu erhalten und uns nicht zu sehr in innenpolitische Themen einzumischen. Unsere Schule genießt hohe Anerkennung und sie hat einen großen Einfluss auf die örtliche Gesellschaft. Wir versuchen, einen Beitrag zu dieser Gesellschaft zu leisten. Aber wir müssen sehr vorsichtig sein, um unsere Arbeit nicht zu gefährden.

Wie sehen die Perspektiven für Ihre Arbeit in Istanbul aus?

Die Zukunftsperspektive für unsere Gemeinschaft ist optimistisch. Wir nehmen die Herausforderungen, die sich uns gerade stellen, gerne an. Wir müssen immer daran denken, dass wir diese Niederlassung auch für die Zukunft und für die Mitbrüder vorbereiten, die nach uns kommen werden. Denn auch unser Ordensgründer Don Bosco hat bei Schwierigkeiten nicht die Arme hängen lassen. Wir müssen weitergehen, weiter Projekte anstoßen. Ich glaube, dass das möglich ist, solange wir vor Ort sind. Die Flüchtlinge in Harbiye, die Schülerinnen und Schüler in Bomonti, ihre Familien und Lehrer vertrauen uns. Und das lassen sie uns auch spüren.

Interview: RefÖA/hmp

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