Jugendseelsorgertagung 2020: „Sexualität in der Jugendarbeit“

Veröffentlicht am: 07. Februar 2020

Stuttgart – What is love? – Mit dieser Frage beschäftigten sich über 100 Mitarbeiter*innen aus Gemeinden und Jugendreferaten vom 13. bis 16. Januar bei der Jugendseelsorgertagung 2020 in Stuttgart. Das Bischöfliche Jugendamt der Diözese Rottenburg-Stuttgart hatte dieses Thema für die traditionelle Jugendseelsorgertagung bewusst gewählt: Denn für die in der Jugendarbeit Tätigen ist es wichtig, den Jugendlichen beim Aufbau verlässlicher Beziehungen eine ehrliche und glaubhafte Hilfe geben zu können.

Für Jugendliche ist es eine der Fragen, die sie am meisten beschäftigt: Wie kann ich Freundschaften knüpfen? So unterschiedlich die Antworten und Wege zuweilen auch sind, gemeinsam ist den Jugendlichen dabei, dass sie sich eigenständig und souverän auf die Suche begeben möchten. Sie selbst wollen den Lebensstil bestimmen, den sie für sich als passend empfinden. Orientierung suchen sie dazu in der Familie, in der Schule und bei ihren Freunden, insbesondere und immer stärker aber auch in den Medien. Oftmals wird dann für sie eine Kluft zwischen kirchlichen Vorgaben einerseits und den eigenen Vorstellungen anderseits spürbar.

Sexualität unter dem Aspekt der Verantwortlichkeit

2020 Stuttgart Jugendseelsorgertagung 2020_2

Über das Thema „Sexualität in der Jugendarbeit“ wurde auf der Tagung ganz allgemein, aber auch im Speziellen über Fragen der Geschlechterrolle referiert. Der Moraltheologe Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff verdeutlichte die Aspekte von Verantwortlichkeit und Solidarität als grundlegende Werte für ein gelingendes Miteinander. Welchen Einflüssen Jugendlichen dabei begegnen wurde durch Mitarbeiter der Beratungsstelle Pro Familia und in unterschiedlichen Workshops verdeutlicht. Aufschlussreich war auch ein Vortrag aus humanwissenschaflicher und medizinischer Sicht.

Diese vermag immer noch in die Wünsche und Hoffnungen der jungen Menschen hinein einen lebensbejahenden Raum zu eröffnen. Denn letztlich möchte Kirche die Menschen fördern und unterstützen und ihnen die Begegnung mit Gott als einen Schlüssel für das eigene Lebensglück eröffnen. Das ist auch immer das Bestreben des Bischöflichen Jugendamtes (BJA). Mit der Tagung wurde zum Ausdruck gebracht, dass alle Menschen in der Kirche willkommen und angenommen sind.

Bedeutung von Liebe und Geborgenheit

Bei allen Vorträgen und in den vielen Gesprächsrunden kam stets die große Bedeutung von Liebe und Geborgenheit für die Jugendlichen zum Vorschein. So wurde klar, dass für die Lebenswelten der Jugendlichen auch heute noch die christliche Botschaft eine Bedeutung hat.
In der abschließenden Podiumsdiskussion nahm auch Bischof Dr. Gebhard Fürst Stellung. Vor dem Hintergrund, dass die Amtskirche derzeit noch gemeinsam auf der Suche nach passenden Antworten in diesem weiten Themenbereich ist, verdeutlichte er allen Teilnehmern: Es geht immer um den Menschen selbst und um die Tiefe der Frohen Botschaft.

Text: P. Clemens Mörmann