Seligsprechung P. Rudolf Lunkenbeins rückt näher

Veröffentlicht am: 31. Januar 2020

Meruri (Mato Grosso/Brasilien) – Am Gedenktag Don Boscos, dem 31. Januar 2020, und damit nur genau zwei Jahre nach seiner Einleitung, ist in Meruri (Brasilien) der diözesane Prozess zur Seligsprechung von Pater Rudolf Lunkenbein, der als deutscher Missionar im brasilianischen Mato Grosso lebte und sich für die Rechte der Bororo-Indianer einsetzte, und seines Freundes Simao Bororo feierlich beschlossen worden. Beide waren 1976 von weißen Großgrundbesitzern erschossen worden (mehr).

An den Feierlichkeiten im im Landesinneren Brasiliens gelegenen Bundesstaat nahmen mit den beiden Missionsprokuratoren P. Josef Grünner (Bonn) und P. Toni Rogger (Beromünster) auch zwei Vertreter der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos teil. Der Bischof von Barra do Garças, Protógenes Luft, der den Seligsprechungsprozess vor zwei Jahren auch offiziell eröffnet und die zuständige diözesane Kommission geleitet hatte, stand dem zweitägigen Zeremoniell vor.

Die von der Kommission gesammelten Dokumente, rund 2.000 Seiten in sechs Bänden in deutscher wie portugiesischer Sprache und übersetzt ins Italienische, wurden am Ende eines gemeinsamen Gottesdienstes versiegelt. Sie werden nun nach Rom in den Vatikan zur weiteren Bearbeitung an die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen gesandt. Wie lange das weitere Verfahren dauert, ist nicht vorherzusehen.

Weiteres Verfahren im Vatikan

Die Akten werden hinsichtlich ihrer historischen, theologischen und kirchlichen Dimension inhaltlich geprüft. Darüber hinaus arbeiten die Salesianer Don Boscos an einer so genannten Positio (Stellungnahme), die aufzeigen soll, dass es sich beim Leben Lunkenbeins und Simao Bororos um ein echtes Martyrium gehandelt hat.

Von Seiten des Generalats der Salesianer Don Boscos in Rom hatte der Postulator der Kongregation, Don Pierluigi Cameroni, den mehrjährigen Prozess begleitet. Auch er weilte in diesen Tagen in Meruri, um gemeinsam mit dem Generalrat für die Region Südamerika, Don Natale Vitali, dem Provinzial der Provinz Campo Grande, P. Gildásio Mendes, Mitbrüdern aus verschiedenen Gemeinschaften der Provinz, Don Bosco Schwestern und weiteren Mitgliedern der Don Bosco Familie das Ende des diözesanen Prozesses feierlich zu begehen. Auch eine Reihe der Bororos von Meruri mit ihrem Häuptling (Cacique) José Mario (Foto links, zusammen mit P. Josef Grünner) waren anwesend. Sie brachten sich mit einer Ansprache des Häuptlings und einem langen Gesang ein.

Die Erinnerung an Pater Rudolf Lunkenbein wird in Meruri seit vielen Jahrzehnten aufrechterhalten. Pater Gildásio Mendes dos Santos, Provinzial der Provinz Mato Grosso, schrieb dazu: „Ich erinnere mich an die Worte eines jugendlichen Bororo, der unter Tränen sagte: 'P. Rudolf hat unser Volk und unser Land gerettet. Er liebte unsere Kinder. Er hat für uns gekämpft, gerade als wir in großer Gefahr lagen, unser Land, unsere Kultur, unser Leben und unsere Träume zu verlieren'.“

RefÖA/kh, Fotos: P. Josef Grünner

 

Weiterführende Links