Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Begegnung erleben – bei den Don Bosco Wochen

Veröffentlicht am: 05. Februar 2019

München – Dass die Don Bosco Festwochen immer eine besondere Zeit im Salesianum sind, das war den Hausbewohnern schnell klar.

Auftaktveranstaltung ist in diesem Jahr der Stammtisch am Montag, 14.01.2019, gewesen. Zur Eröffnung der Don Bosco Wochen und des Jubiläumsjahres fand das monatliche Treffen dieses Mal als Sondersitzung und in den sonst privaten Räumlichkeiten der Salesianer, genauer dem Provinzialat, statt.

Insgesamt 17 Personen, sechs davon Salesianer Don Boscos, fanden ihren Weg zu einer der drei aufgebauten Tischinseln. Die jungen Bewohner aus verschiedenen Bereichen des Salesianums waren der Einladung des Direktors Pater Stefan Stöhr zum Begegnungsabend aus Interesse gefolgt, ohne so richtig zu wissen, was sie erwarten würde.

Nach einer kurzen, freundlichen Begrüßung durch Pater Stöhr wurde an den Tischen mit der bewusst offen gestellten Frage „An wen oder was glaubst du?“ gleich voll durchgestartet.

Den ursprünglichen Plan, zur Halbzeit noch einmal die Gesprächspartner zu tauschen, verwarfen die Veranstalter – bestehend aus einem ehemaligen Freiwilligen, einem Salesianer und einer Pädagogin – schnell. Denn es zeigte sich, dass die teilweise philosophischen, politischen, aber auch religiösen Gespräche eifrig und sehr offen geführt wurden und die inzwischen gelöste Stimmung dadurch nur unterbrochen worden wäre.

Es war besonders schön zu sehen, welchen positiven Einfluss auf das Selbstwertgefühl der Jugendlichen das echte Interesse von Seiten der Salesianer an ihrer Person und Situation hatte. Gleichzeitig auch, wie beflügelt von dieser Bestätigung die Jugendlichen am Ende des sehr kurzweiligen Abends den Heimweg über den Hof mit der Gewissheit antraten, sich einmal monatlich im politischen Stammtischformat wiedersehen zu können.

Gemeinschaft und sportlicher Ehrgeiz

Einen Abend später wurde am Dienstag, 15.01.2019, ein Kicker-Turnier veranstaltet. Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Blockschul- und Jugendhilfebereich bildeten eine bunte Mischung an Teilnehmern. Der Spaß stand selbstverständlich im Vordergrund, dennoch wurde auch verbissen um den Sieg gekämpft. Die Spielpausen nutzten die Teams zum Austausch und fachsimpelten über verschiedene Spieltaktiken.

Die Schnitzeljagd durch die neu an Wänden und Boden angebrachte Ausstellung zum 100-jährigen Wirken der Salesianer in München fiel auf einen sehr ruhigen Mittwoch, sodass nur sehr wenige Jugendliche dieses Angebot wahrgenommen haben. Dennoch wurden die Lösungen zu den 14 Fragen zum Teil sehr erfolgreich in der Ausstellung wiedergefunden.

Der Donnerstag, 17.01.2019, wurde mit der letzten Aktion der Woche gefeiert: einer Pool-Party. Eine FSJlerin und eine Praktikantin nahmen hier die Planung in die Hand und so wurde das hauseigene Schwimmbad in eine Party-Location mit Musik und alkoholfreien Cocktails umgewandelt. Die Jungs waren sehr begeistert und übernahmen bald die musikalische Untermalung. Auch die Jugendlichen und Betreuer, die sich nicht ins Becken wagten, sind nicht trocken von der Party nach Hause gegangen.

Der zweite Teil der Don Bosco Wochen startete am Montag, 21.1.2019, mit einem höchst erfolgreichen Fifa-Turnier. Ab 19 Uhr ging es in der Lounge heiß her. Jeweils in Zweierteams konnten es die Jugendlichen kaum erwarten, dass sie endlich ihr Können unter Beweis stellen durften. Durch die gemeinsame Leidenschaft für das Spiel Fifa und Fußball wurden schnell Brücken zwischen den Jugendlichen gebaut und so entstanden auch Teams, deren Mitglieder sich vorher noch nicht kannten. Gelebtes Miteinander war selten so offensichtlich wie an diesem Abend.

Die Sprache der Musik

Am Tag darauf, den 22.02.2019, verwandelte sich die Lounge in eine Disco. Mit Lichtanlage und Musik gab es die Möglichkeit, auf der neugewonnenen Tanzfläche alles zu geben. Hyper-Hyper, Macarena, Mama Laudaaa, Thug life und vieles mehr konnte man hier hören. Die unterschiedliche Musik brachte die Jugendlichen aus den verschiedenen Bereichen zusammen und sie sprachen, für einen Abend, alle dieselbe Sprache – die Sprache der Musik. So wurde die Disco-Night zu einem weiteren Highlight in den Don Bosco Wochen.

Die Fußballer konnten sich diese Woche nicht nur beim Fifa-Abend, sondern auch noch am Mittwoch beim Kleinfeld-Fußball-Turnier in der Halle ausprobieren. In kleinen Dreierteams konnten die Jugendlichen gegeneinander antreten. Auch hier wurden Teams aus den verschiedenen Bereichen des Hauses gebildet. Der sportliche Ehrgeiz war spürbar in der Halle.

Am Samstag, 26.01.2019, ging es für einige Jugendliche in die weiße Winterwelt. Eine Winterwanderung stand auf dem Programm. Ziel war der Spitzingsee.  Aufgrund des Wetters hatte sich die kleine Gruppe für die kürzere Wanderung zur Firstalm entschieden. Viele der Jugendlichen hatten in ihrem Leben noch nie so viel Schnee gesehen wie hier. Leider hat es am Tag selbst zusätzlich noch gescheit, dennoch war die Wanderung durch das unendliche Weiß auch ein voller Erfolg – und auf der Alm konnte man sich zum Glück wieder aufwärmen. Auf dem Weg zurück durfte eine Schneeballschlacht selbstverständlich auch nicht fehlen.

Sinneserfahrung

Am Montag, 28.01.2019, konnten einige mutige Jugendliche beim „Dinner in the Dark“ ein leckeres Abendessen zu sich nehmen, denn die Lounge verwandelte sich einen Abend in ein Dunkelrestaurant. 21 Bewohner/innen aus allen Bereichen des Salesianums nahmen an diesem Erlebnis teil. An Gruppentischen ging es zunächst um die Frage: „Wer sitzt denn eigentlich neben mir?“. Anschließend ging es um das Erschmecken der Speisen, nachdem es erstmal gar nicht so leicht war, den eigenen Mund zu treffen. Auch war es eine spaßige Herausforderung, das eigene Getränk nicht mit dem der anderen am Tisch zu vertauschen. Spätestens die Nachspeise wurde schon von Weitem sehnlichst errochen: frisch gebackene Waffeln mit Eis – ein Genuss für (fast) alle Sinne.

Am Dienstag, 29.01.2019, ging es dann nochmal etwas lauter zu. Bei einem offenen Instrumente-Testing konnten die Jugendlichen nicht nur Klassiker wie Gitarre und Klavier ausprobieren, sondern bekamen auch die Möglichkeit, auf einer Ukulele zu spielen oder einmal ein Akkordeon in der Hand zu halten. Später hat ein eritreischer Junge der Wohngruppe Torino ein ganz besonderes Instrument gebracht: eine Krar. Krar ist ein eritreisches Instrument, das aussieht wie eine viereckige Gitarre mit fünf Saiten. Man spielt sie, indem man sie sich auf den linken Arm legt und die Finger von hinten auf die Saiten abwechselnd hoch und runter bewegt. Der Klang hat uns alle begeistert, so einen Klang hört man nicht oft in München.
So hatten wir einen schönen, offenen Abend mit viel unterschiedlicher Musik, guten und schiefen Tönen und viel Spaß.

Glück im Spiel?!

Insgesamt: Was für ein rauschendes Fest. Viele Hausbewohner haben beim diesjährigen Don Bosco Fest auch unser hauseigenes Casino besucht. Ganz im Sinne Don Boscos wurde durch das Casino ein Ort der Begegnung geschaffen.

An zwei Tischen haben Jugendliche Poker gespielt, während daneben eine Partie Uno in vollem Gange war. Auch bei „Mensch ärgere dich nicht“ haben Jugendliche gemeinsam um den Sieg gekämpft. Ein Tisch weiter konnte man bei Watten und Schafkopfen sein Glück unter Beweis stellen – oder seine Chips verlieren. Und natürlich durfte Bingo auch nicht fehlen. Direkt neben der Bar musste man auf seine Zahlen hoffen und konnte mit Glück den Pott der aktuellen Ziehung für sich beanspruchen.

Die Spiel-Chips, von denen jeder am Eingang 15 Stück „aufs Haus“ bekommen hat, konnte man am Ende, nach sieg- oder verlustreichem Spiel eintauschen. So wurde zwischen verschiedenen Süßigkeiten ausgewählt oder man tauschte einen der begehrten Lounge-Gutscheine ein. Aber auch ein Regenschirm und ein Kaffeebecher waren als Gewinne möglich.

Einige Casino-Besucher musste sich sogar Chips nachkaufen, weil sie – wie vom Pech verfolgt – bereits nach kurzer Zeit alles verspielt hatten, andere kamen am Ende des Abends mit bis zu 75 Chips zur Auslösung und hatten die freie Auswahl an Gewinnen.

Der Wunsch nach mehr Casino-Abenden im Salesianum wurde mehrfach geäußert und somit lässt sich schließen, dass es ein wirklich gelungener Abend mit viel Begegnung und viel Spaß war.

 

Text: Lena Fürmetz, Max Schweiggert, Katharina Werner

 

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