Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Christen und Muslime: Wie geht das Miteinander?

Veröffentlicht am: 02. Dezember 2010

Bonn, 30. November 2010 – Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Karin Kortmann, und der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman A. Mazyek diskutierten zum Thema „Christen und Muslime: Wie geht das Miteinander?“ im Bonner Don Bosco Zentrum.
„Es fehlt in der Gesellschaft an Solidarität, wenn es um das Menschenrecht auf Religionsfreiheit nicht nur für Christen und Juden sondern auch für Muslime geht. Weshalb steht niemand auf, wenn hier Plakate für ein Minarett-Verbot geklebt werden?“ fragte Frau Kortmann. Es gebe viel zu wenig gegenseitige Kenntnis zu den jeweiligen Glaubensinhalten und religiös-kulturellen Traditionen. Der schulische Religionsunterricht müsse da mehr tun. Christliche und muslimische Familien würden zu wenig den Kontakt miteinander suchen; das praktische „Miteinander“ müsse verbessert werden.
Der Koran „fordere die Muslime zu Respekt und Dialog mit Christen auf“, betonte Aiman Mazyek. Es gehe keineswegs um Assimilation der muslimischen Zuwanderer, sondern um eine gute Integration in die demokratisch-freiheitliche Gesellschaft ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren. Leider gebe es paranoide Horrorvorstellungen, die den Islam als Bedrohung darstellen. Er erinnerte daran, dass die meisten Opfer islamistischen Terrors Muslime und nicht Christen sind. Deutsche Muslime hätten ebenso Sorge vor terroristischen Anschlägen, wie andere Bürger. Ein ganz schwarzer Punkt sei allerdings die Situation im Nahen Osten: Die Politisierung von Religion belaste dort massiv das Zusammenleben von Christen und Muslimen.
Die teilweise erregten Diskussionsbeiträge der Zuhörer, moderiert von der Islamwissenschaftlerin Melanie Miehl, zeigten, dass die Frage des „Miteinanders“ nicht allein Sache von Theologen ist, sondern von Christen und Muslimen als „Dialog des Lebens und Handelns“ geführt werden müsse. In Bonn besteht beispielsweise ein Rat der Religionen, der recht erfolgreich das praktische Zusammenleben von Christen und Muslimen thematisiert um das „Miteinander“ zu verbessern und zu vertiefen.
Veranstalter war die Pfarrei St. Winfried und das Katholische Bildungswerk Bonn.

(uf)

Bild: Das Miteinander von Christen und Muslimen ist nicht nur in Deutschland eine Herausforderung. In vielen Ländern in denen die Salesianer Don Boscos tätig sind, sind die Christen in der Minderheit. Unser Bild zeigt afghanische Flüchtlingsmädchen in einer Don Bosco Schule in Pakistan. Auch hier kann der Dialog zwischen den Religionen gelingen.

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