Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Don Bosco Forum 2010 beleuchtet Ausgrenzung von Jugendlichen

Veröffentlicht am: 01. Februar 2010

Bonn – Das Don Bosco Forum 2010 am vergangenen Samstag, den 30. Januar 2010, war gleichzeitig Auftakt des 30-jährigen Jubiläums des Bonner Hilfswerks „Don Bosco Jugend Dritte Welt“ und der Jahrespartnerschaft mit der Stadt Bonn.
Angelehnt an das „Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ beleuchtete das Forum die Situation von sozial gefährdeten Jugendlichen in Deutschland und der Welt. Dazu stellte P. Christian Vahlhaus die Arbeit des Hauses für Erziehungshilfen der Salesianer in Jünkerath (Eifel), vor, das er selbst leitet. Ein gutes Netzwerk von Akteuren verschiedener Bereiche wie Jugendsozialarbeit und Bildung sei wichtig, um schnell reagieren zu können. Er betonte, dass dabei immer der Jugendliche im Mittelpunkt stehe und nicht allein sein Problem.
P. Peter Zago SDB berichtete über ein Modellprojekt des Ordens in Pakistan: In Quetta/Belutschistan, einer Grenzprovinz zu Afghanistan, werden Mädchen und Jungen, Christen und Muslime aus armen Familien von den Salesianern Don Boscos gemeinsam unterrichtet und sozial gefördert. „45 Prozent unserer Schüler sind Mädchen. Das ist für Pakistan absolut außergewöhnlich. Sie sind Eigentum der Familie und später des Ehemanns. Zur Schule gehen normalerweise nur wenige Reiche. Selbst um an unserem Nachmittagsprogramm teilzunehmen, brauchen sie die schriftliche Genehmigung ihrer Eltern“, so Zago.
Staatssekretärin Dr. Marion Gierden-Jülich zeigte sich betroffen angesichts der Armut, die in vielen Ländern, in denen Jugend Dritte Welt Bildungsprojekte fördere, immer noch herrsche, und lenkte gleichzeitig den Blick auf die Armut von der auch in Deutschland jedes vierte Kind bedroht sei. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens wolle allen Kindern im Land eine gute Bildung zusichern und investiere in verschiedene Programme, wie z. B. Ganztagsangebote.
Das Rahmenprogramm gestalteten Kinder und Jugendliche aus dem Don Bosco Club Köln-Mülheim und der Don Bosco Einrichtung „Manege“ in Berlin Marzahn. Während kölsche Klänge der Kölner Tanzgruppe Karnevalsstimmung verbreiteten, regten die Texte der Rapper aus Berlin zum Nachdenken an: „Weißt du, wie es ist, wenn du ganz alleine bist“, so der Refrain eines Stücks, das Probleme Jugendlicher behandelt, die von der Gesellschaft nicht beachtet werden.

Jahrespartnerschaft mit der Stadt Bonn
Anlässlich der Jahrespartnerschaft planen die Stadt Bonn und Jugend Dritte Welt mehrere gemeinsame Aktionen, um die Anliegen des Hilfswerks, Kinder und Jugendliche vor Ausgrenzung zu schützen und sie mit Bildung zu einem eigenständigen Leben zu befähigen, verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen. Bereits vergangene Woche rief die Stadt Bonn Schulen und Vereine zum Engagement für Don Bosco Schulen und Straßenkinderzentren in Haiti auf. Oberbürgermeister Nimptsch betonte, dass dies nicht das einzige Thema sei, das die Aktivitäten von Stadt und Hilfswerk verbinde. So biete die Kampagne von Jugend Dritte Welt zur Fußball-WM in Südafrika „Champions for South Africa-Join the game“ die Möglichkeit gemeinsam das Thema Sport und Entwicklung, unter dem auch das diesjährige UN-Bürgerfest stehe, anzugehen.
(as)