Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Haiti: Bewaffnete Banden entwenden Lebensmittel

Veröffentlicht am: 22. Januar 2010

Port-au-Prince/Bonn, 21.01.2010 – Mehrere Nachbeben haben die haitianische Bevölkerung in Port-au-Prince in Angst und Schrecken versetzt. Ungeachtet dessen, zeigen die Hilfsbemühungen der internationalen Gemeinschaft erste Erfolge. Die Sicherheitslage sei aber weiterhin katastrophal und erschwere die Maßnahmen. Während einer Besprechung der Salesianer Don Boscos, die sich mit 100 Freiwilligen und Jugendlichen über nächste Aufräumarbeiten unterhielten, stürmte eine Gruppe Bewaffneter den Hof und entwendete alle verfügbaren Lebensmittel. Die Versammelten hatten keine Chance die Güter zu verteidigen. Weiter berichteten die Salesianer, dass organisierte bewaffnete Truppen in den Slums Jagd auf Wellblech machten. „Wir müssen sie gewähren lassen. Eine Verteidigung ist angesichts der Brutalität der Plünderer aussichtslos.“, so Salesianerpater Zucchi und fügt hinzu: „Die Menschen hier sind nicht mehr ansprechbar, sie laufen durch die Straßen wie Roboter.“ Wellblech dient den Menschen in ihren einfachen Behausungen als Dach.
Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen verbringen die Salesianer die Tage und Nächte unter freiem Himmel. „Neben den Überlebenden aus unseren Einrichtungen, tragen wir nun die Verantwortung für weitere 650 neue Straßenkinder, die täglich zu uns kommen. Hier sind noch keine Hilfslieferungen angekommen. Wir versuchen jeden Tag Lebensmittel einzukaufen oder zu erbetteln“, so Pater Lephene, Leiter der Don Bosco Straßenkinderzentren in Port-au Prince. In den Höfen zweier weiterer Don Bosco Zentren in Petion-Ville und Fleuriot haben inzwischen 3500 Menschen in Zelten Zuflucht gefunden. Hier ist auch der Hilfskonvoi der Salesianer Don Boscos, bestehend aus 11 Fahrzeugen, angekommen. Bei der Verteilung der Güter – Wasser, Lebensmittel, Medikamente – kam es zu keinen kriminellen Vorfällen. Die Verteilung war aus Sicherheitsgründen dort erfolgt.
Trotz der katastrophalen Lage hat der Unterricht wieder begonnen. Jeden Nachmittag unterrichten die Salesianer und ihre Mitarbeiter in den Trümmern des Straßenkinderzentrums Lakou. „Es ist wichtig, dass es weitergeht. Wir müssen den jungen Leuten Mut geben. Das gibt ihnen wieder eine Perspektive“, so Ordensbruder Jean Paul Muller, Leiter von Don Bosco Mission in Bonn. Viele Leichen der ca. 500 verschütteten Kinder und Mitarbeiter konnten inzwischen geborgen und begraben werden.
„Angst und Verzweiflung hat uns in den letzten Tagen fest im Griff gehabt, aber wir haben unser Lächeln nicht verlernt. Auch das wollen wir den Leuten mitgeben.“, so Pater Lephene.
(Annegret Spitz)

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