Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Neues erlebnispädagogisches Kompetenzzentrum

Veröffentlicht am: 01. März 2019

Bamberg - Milan Krieglstein steht im Gang der frisch sanierten ehemaligen Jugendherberge Wolfsschlucht im Bamberger Stadtteil Bug, das fünf Jahre lang leer stand. Die Jugendsozialeinrichtung Don Bosco, die die ehemalige Herberge künftig nutzt, hat die Buger Nachbarn eingeladen. Die etwa 70 Gäste sind die Ersten, die hineinsehen dürfen. Zwei Frauen haben skeptische Fragen an Krieglstein, der das Haus künftig leitet. Sind wir, unsere Kinder, unsere Habseligkeiten sicher? Und wie soll die Integration der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten funktionieren?

Krieglstein spricht von tiefen, verbindenden Momenten, wenn sich die Jugendlichen etwa beim Klettern sichern und Sprachbarrieren durch gegenseitiges Vertrauen überwinden. „Haben bitte auch Sie Vertrauen“, sagt er. „Toll!“, sagt eine Frau. „Wir werden sehen“, sagt die andere. Sie dreht sich weg und betrachtet skeptisch die moderne, aber noch klinische Einrichtung eines Doppelzimmers: zwei Betten, ein Schreibtisch, die Matratzen und Stühle noch in Plastikfolie.
20 Jugendliche werden das neue erlebnispädagogische Kompetenzzentrum Wolfsschlucht in zwei Wochen beziehen. Elf unbegleitete Minderjährige bilden die eine Wohngruppe im Dachgeschoss. Neun deutsche Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können, beziehen den ersten Stock. Zusätzlich zu den zwei Wohngruppen gibt es einen integrativen Bereich im Erdgeschoss, der Begegnungen zwischen Geflüchteten, einheimischen Hausbewohnern und Jugendlichen aus der Stadt ermöglicht – durch gemeinsame Aktivitäten. „Ich sehe darin eine wichtige Aufgabe für die gesellschaftliche Entwicklung“, sagt Krieglstein.

Er befürchtet, dass es künftig jedes Mal auf die Jugendlichen aus der Wolfsschlucht zurückfällt, wenn im Hainpark oder im Stadtteil Bug Lärmbelästigungen, Müll und Sachbeschädigungen auftreten. „Die Vorurteile sind aber unbegründet.“ Er kenne die Jugendlichen gut. Seit sechs Jahren arbeitet er bei Don Bosco, auch am neuen Konzept hat er mitgearbeitet. „Jugendliche machen manchmal Blödsinn“, räumt er ein, „aber das hat nichts mit der Herkunft oder Religion zu tun, es sind eben Jugendliche.“ Entsprechend mache es keinen Unterschied, ob hier nun eine Jugendherberge sei oder ein pädagogisches Zentrum. Gute Nachbarschaft sei Krieglstein aber sehr wichtig. Entsprechend werde er sich weiter um Dialog bemühen. Den Dialog sucht auch der Bürgerverein Bamberg-Bug. „Wir sind froh, dass hier wieder Leben einkehrt“, sagt dessen Vorsitzender Manfred Drescher. „Andererseits gibt es aber auch Vorbehalte, vor allem die Älteren haben Angst.“ Einige Bürger gingen sehr engstirnig auf Unbekannte zu. „Aber aufeinander zugehen müssen wir.“

„Die Wolfsschlucht gehört wieder der Jugend“, freut sich Oberbürgermeister An­dreas Starke. In seiner eigenen Jugend habe er hier viel Zeit verbracht. Starke schwärmt von dem „wunderbaren Sozialprojekt, das deutsche und ausländische Jugendliche verbinden soll. Der Bedarf ist da, und bei dieser einfühlsamen Architektur fehlt es an nichts.“ Vier Millionen Euro kostete die umfangreiche Sanierung. Doch Starke handelte eine sehr großzügige Förderung von Bund und Freistaat heraus: 3,6 Millionen Euro gab es als Zuschuss. Wenn das Konzept Erfolg hat, kann es ein Vorbild für soziale Einrichtungen in anderen Städten sein.

red/Martin Klein

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