Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Provinzstudientag zur Schöpfungsverantwortung

Veröffentlicht am: 11. Januar 2020

München - Unter dem Thema „Jugend auf der Straße für eine lebenswerte Zukunft – und wir/ich?“ beschäftigten sich im Rahmen des Provinzstudientages der Don Bosco Familie am 11. Januar etwa 100 Teilnehmer/innen mit Fragen zum Klimawandel, und wie die Don Bosco Familie zur Bewahrung der Schöpfung beitragen könnte. Unter ihnen waren Salesianer Don Boscos, Don Bosco Schwestern, SMDBs und angestellte Mitarbeiter/innen aus ganz Deutschland. Organisiert wurde der Studientag von Pater Heinz Menz, dem Beauftragten der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos für die Don Bosco Familie, in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur und dem Institut für Salesianische Spiritualität in Benediktbeuern.

In seiner Begrüßungsansprache betonte Pater Reinhard Gesing, Provinzial der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos, dass es auch für die Don Bosco Familie ein dringendes Thema sei, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen. „In der Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus heißt es, unsere Schwester, die Mutter Erde, ‚schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr aufgrund des unverantwortlichen Gebrauchs und des Missbrauchs der Güter zufügen, die Gott in sie hineingelegt hat‘“, sagte der Provinzial. „Das Thema geht auch uns Salesianer Don Boscos an, weil es um die Zukunft der jungen Menschen geht. Don Bosco würde es gewiss aufgreifen in den Einrichtungen, Häusern und Gemeinschaften der Don Bosco Familie.“ P. Gesing rief die Teilnehmer/innen des Studientages dazu auf, Ideen zu sammeln, wie jeder einzelne, jede Gruppe und jede Jugendgruppe einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten könne.

Einen Überblick aus theologischer Sicht, wie Schöpfungsverantwortung in Theorie und Praxis aussehen könnte, gab Mattias Kiefer, Umweltbeauftragter der Erzdiözese München und Freising, in einem Einführungsvortrag. Darin nahm er auch Bezug auf die Enzyklika „Laudato si“ und die Dokumente der Amazonas-Synode vom Oktober 2019. Mattias Kiefer erinnerte daran, dass Papst Franziskus in seiner Enzyklika zum ersten Mal die Folgen des Klimawandels sozialethisch reflektiere.

Denn es seien vor allem die Armen Leidtragende des Klimawandels. In Zukunft müsse man das Ökologische mit dem Sozialen zusammen denken. Die Kirche, Ordensgemeinschaften und jeder einzelne Christ könne zum Bewusstsein zur Bewahrung der Schöpfung beitragen, indem er andere zu einer Haltungsänderung motiviere und gleichzeitig – hier führte er ein Zitat des Theologen Markus Vogt an - mit christlicher Hoffnung darauf vertraue, dass Gott die Menschen auch „in den Abgründen der Existenz und in schmerzhaften Transformationsprozessen begleitet“. Zum Abschluss seines Vortrages betonte Mattias Kiefer, dass kirchliches und christliches Engagement für Umweltschutz nicht bedeute, zusätzlich Maßnahmen zu ergreifen, sondern Dinge anders zu machen, beispielsweise darauf zu achten, wo man Dinge des täglichen Bedarfs einkaufe und wo sie herstammen, oder dass man im Gottesdienst immer eine Fürbitte zum Thema Umwelt formuliere.

Um ganz konkrete und alltagstaugliche Tipps zur Bewahrung der Schöpfung ging es am Nachmittag bei einem „Markt der Möglichkeiten“. An verschiedenen Stationen zeigte beispielsweise das Zentrum für Umwelt und Kultur, welches Obst und Gemüse zu welcher Jahreszeit Saison hat, oder wie viel Energie man mit einem Trimm-Dich-Rad aufbringen muss, um eine Lampe zum Leuchten oder Wasser in einem Wasserkocher zum Kochen zu bringen. An einer weiteren Station stellte Melanie Troxler aus Luzern die Organisation Don Bosco Green Alliance vor und wie man dort Mitglied werden kann, und der Chemiker Sebastian Fichtner erklärte den CO2-Kreislauf in der Atmosphäre.

Die Teilnehmer/innen konnten viele Ideen zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung mit in ihre Gemeinschaften und Einrichtungen nehmen. Der Tag endete mit einer gemeinsamen Andacht und dem Segen für das neue Arbeitsjahr.

Text und Fotos: RefÖA/hmb