Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

„Quo vadis, Deutsche Provinz?“ - Abschlussbericht der außerordentlichen Visitation vorgestellt

Veröffentlicht am: 19. November 2010

München/Würzburg, 17. November 2010 - Zum Abschluss der Direktoren- und Leiterkonferenz 2010 hatte Provinzial P. Josef Grünner am Mittwoch, 17. November, die Verantwortlichen der Provinz, der Don Bosco Familie, die Vertreter der Kommissionen und die Mitbrüder zum Begegnungstag nach Würzburg eingeladen. Anlass der Begegnung war der Abschlussbericht der außerordentlichen Visitation, die Don Tadeusz Rozmus in den letzten Monaten durch alle Gemeinschaften und die Einrichtungen der Provinz geführt hatte.
Don Rozmus stellte den ca. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern seine Eindrücke aus zahlreichen Gesprächen mit Salesianern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. Er stellte die Frage „Quo vadis, Deutsche Provinz?“. Ursächlich für alle Veränderungen in der heutigen Welt sei die Globalisierung, die in den vergangenen Jahren schnell vorangeschritten sei. Die Globalisierung wirke sich unmittelbar auf Lebensstil und Glaubensleben aus und lasse den schnellen Wandel oft mit Ängstlichkeiten und Rückzug einhergehen.
Don Rozmus forderte auf und machte Mut, den veränderten Bedingungen in der Welt mit Freude, Aufgeschlossenheit und Optimismus zu begegnen - ganz in der Nachfolge Don Boscos.
Er betonte, dass die Deutsche Provinz in der Region Europa eine wichtige Rolle spiele. Die deutschen Salesianer haben gezeigt, dass sie in Zeiten der Veränderung gute Lösungen finden können. So sei die Fusion der Nord- und Südprovinz vor fünf Jahren beispielhaft verlaufen. In diesem Schritt werde die Kreativität und Entwicklungsfähigkeit deutlich. Hierin liege die Stärke des salesianischen Charismas: in schwierigen Zeiten vollzieht sich kein Rückzug, sondern es werden Lösungen gesucht, die den neuen Herausforderungen entsprechen.
Diese Strategie zeige sich auch im Provinzentwicklungsplan der Deutschen Provinz, der mit seinen vier Prioritäten genau dieses Ziel verfolgt. Don Rozmus ermutigte die Provinz diese Schritte weiter zu verfolgen, auch wenn manche Schritte - wie die Schließung von Einrichtungen oder der Rückzug aus Arbeitsbereichen - besonders schmerzlich seien. Man müsse „die Situation auch unter wirtschaftlichen Vorgaben und auf die Tauglichkeit in der Realität prüfen“, so Rozmus, „sonst steht man allein auf dem Bahnsteig und der Zug ist abgefahren.“
Stärke und Kraft komme für alle diese Vorhaben aus dem Evangelium und aus der Rückbesinnung auf Don Bosco. So habe es auch das vergangene Generalkapitel formuliert.
Besonders lobend äußerte sich Don Rozmus über die Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen, die in Deutschland sehr intensiv wahrgenommen wird. Fast jede Einrichtung arbeite mit innovativen Methoden der Jugendpastoral. Gerade in Benediktbeuern werde die Vielfalt der Arbeit in einem einzigen Zentrum deutlich. Die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte in der Provinz zeugten von großem Engagement in den einzelnen Bereichen und die Werke vor Ort hätten ihn in hohem Maße beeindruckt. Rozmus zeigte sich auch begeistert von den Begegnungen mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Sache Don Boscos authentisch vertreten und den Salesianern in ihrem Anliegen eine große und notwendige Unterstützung seien. Auch das internationale Engagement der Salesianer in Deutschland sei eine Besonderheit und ein Schatz in der deutschen Provinz.
Erklärtes Anliegen der außerordentlichen Visitation sei die Motivation zum Engagement im Geiste Don Boscos und Motivation zu einem optimistischen Blick auf die heutige Welt und die aktuellen Herausforderungen. Er wolle einladen, die Frage zu stellen „Wohin geht es?“ - mit der deutschen Provinz, aber auch mit jedem einzelnen Mitglied der Gemeinschaft. Als wichtige Voraussetzung für eine gute Entwicklung nannte Rozmus die ständige Weiterentwicklung und Fortbildung der Salesianer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Geiste Don Boscos. Dies sei die wichtigste Ressource für zukunftsweisende Arbeit.
Nach über drei Monaten Aufenthalt und Reisen durch die Einrichtungen der Deutschen Provinz zog Don Rozmus eine positive Bilanz der Visitation, fand aber auch auffordernde Worte für alle, die in der immer komplexer werdenden Gesellschaft entmutigt in die Zukunft blicken. Er appellierte an die eigene Motivation und das Grundanliegen der Nachfolge Don Boscos: die Sorge um junge Menschen. Er dankte allen für die Gastfreundschaft und offene Aufnahme in den Einrichtungen.
Provinzial P. Josef Grünner bedankte sich bei Don Rozmus für seinen Einsatz und sein Engagement in der Provinz. Er sei als Mitbruder gekommen und das konnten auch alle in der persönlichen Begegnung erfahren. Zugleich freute sich P. Josef Grünner, dass der neu ernannte Generalrat für die Region Europa-Nord, Don Marek Chrzan, in diesen Tagen seinen ersten Besuch in der Deutschen Provinz machte. Er begleitete den Begegnungstag in Würzburg und zelebrierte gemeinsam mit Don Tadeusz Rozmus den Abschlussgottesdienst.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit die vielen Eindrücke, die der Abschlussbericht vermittelte, in Arbeitsgruppen zu diskutieren. Hier entstanden wertvolle Beiträge, die im anschließenden Gespräch mit dem Visitator zur Sprache kamen. Insgesamt ließ der Tag viele Gedanken und Ideen zur Zukunft der Deutschen Provinz entstehen und reifen, die sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten noch zu spüren sein werden.
(gmh)

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