Müllgirlande und Bio-AG: Umweltbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen fördern

Veröffentlicht am: 06. Januar 2021

Es ist gleich an der Eingangstür zu sehen: Die KiTa Don Bosco der Don Bosco Schwestern im Essener Stadtteil Borbeck hat eine Auszeichnung als „Nachhaltige KiTa“ erhalten. Das Siegel wurde vom Wissenschaftsladen Bonn (WILA) vergeben und steht dafür, dass sich die Einrichtung bemüht, Kinder und Eltern für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. „Gestartet haben wir das Projekt 2017“, erzählt KiTa-Leiterin Sylvia Maskut. „Zunächst erhielten die Erzieherinnen mit Unterstützung des WILA eine entsprechende Fortbildung und dann ging es das ganze Jahr lang in vielen verschiedenen Projekten um das Thema Müll. “ Gemeinsam mit den Erzieherinnen sammelten die Drei- bis Sechsjährigen allen Plastikmüll, der in der KiTa anfiel, und hängten ihn als Girlande auf. Jede Gruppe bekam Mini-Mülleimer in schwarz, braun und gelb sowie eine Altpapierkiste, und die Kleinen lernten in Gesprächen und Rollenspielen, wie man Müll richtig trennt.

Außerdem unternahmen Kinder und Erziehrinnen gemeinsame Müllsammel-Ausflüge in die Umgebung, gestalteten große Bodenbilder und einen Wortgottesdienst zum Thema Schöpfung und machten mit Bastelarbeiten die Erfahrung, wie aus Abfall tolle neue Sachen entstehen können. Um auch die Eltern für das Problem Müll zu sensibilisieren, dachte sich das KiTa-Team Rätsel und Quizfragen dazu aus. „Nach einem Jahr gab es die Auszeichnung“, sagt Sylvia Maskut. „Das Projekt war damit offiziell beendet – aber am Thema Umweltschutz bleiben wir dran.“ Wie man Müll richtig trennt oder am besten ganz vermeidet, lernen die Kinder auch weiterhin. In eigenen Hochbeeten dürfen sie selbst Gemüse anbauen und in einem „Tauschschrank“ können Eltern Bücher spenden oder verleihen.

Nähe zur Natur

Bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein wecken für Umwelt und Natur – das ist auch im Don Bosco Gymnasium in Essen ein wichtiges Thema. „Man schützt nur das, was man auch kennt, aber bei uns in der Großstadt haben viele Kinder die Nähe zur Natur leider verloren“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Katleen Berger. Ihr ist es deshalb ein Herzensanliegen, gerade den jüngeren Schülern den heimischen Artenreichtum bewusst zu machen. Seit vielen Jahren leitet sie die Arbeitsgemeinschaft Biologie, in der sie mit Schüler*innen der fünften und sechsten Klassen das Schulgelände pflegt, Blumen pflanzt, Nistkästen für Vögel aufstellt, Insektenhotels baut, Pflanzen genau bestimmt und auch mal unters Mikroskop legt. Durch Corona ist die AG Biologie zwar aktuell lahmgelegt, aber Katleen Berger hofft sehr, dass sie in der Zeit nach Corona wieder anlaufen kann, damit ihre Schüler*innen auch weiterhin heimische Tiere und Pflanzen kennen und schützen lernen.

RefÖA/Claudia Klinger

Mitmachen

Kinder für Nachhaltigkeit sensibilisieren – das geht auch in der Familie. Es lohnt sich, mit den eigenen Kindern über das Thema zu sprechen und Familien-Projekte dazu zu entwickeln: zum Beispiel ein gemeinsames Upcycling-Bastelprojekt,  eine Woche ohne Auto oder ein Familienausflug zum Müllsammeln in der Umgebung.