Bei Gott, mit Gott und für Gott zur Ruhe kommen

Urlaubsimpuls von Pater Otto Nosbisch - Strand

Bald beginnt die Urlaubszeit: Sie brechen auf, um mit Ihrer Familie, mit Freunden oder auch alleine eine Auszeit zu nehmen aus dem alltäglichen Trott mit seinen vielen Herausforderungen. Entschleunigung, zur Ruhe kommen, frei sein von Verpflichtungen - darauf freuen wir uns schon das ganze Jahr über. Nimm Dir Zeit. Aber halt, Entschleunigung, hatten wir das nicht schon in den letzten Monaten? Ging nicht vieles schon etwas langsamer oder durfte gar nicht sein? Frei sein von Verpflichtungen, das geht ja auch nicht. Es gelten ja die Hygiene- und Abstandsregeln. Was wird das in diesem Jahr wohl für ein Urlaub?

Was erwarte ich vom Urlaub?

Mir stellt sich da die Frage: Was erwarte ich denn überhaupt vom Urlaub? In einem Urlaubsratgeber lese ich, dass man bewusst ein Gegengewicht zum Alltag setzen soll. Wenn ich sonst viel alleine bin, tut mir menschliche Nähe im Urlaub gut. Wenn ich aber viel Action um mich herum habe, wäre etwas Einsamkeit und Ruhe angesagt. Sich Zeit nehmen und Zeit haben auch für sich. Um zu schauen, ob mein Leben noch im Gleichgewicht zwischen Arbeit und Ruhe ist. Ob meine Beziehungen, die ich habe, mir Kraft geben oder ob ich da etwas klären muss. Mir Zeit gönnen, um sich einmal um das zu kümmern, was mich im Innersten bewegt.

Für viele Menschen ist es die schönste Zeit des Jahres. Endlich den Zwängen des Alltages entfliehen. Die Zeit selbst einteilen und selbst entscheiden, was ich wann tun will. Ich kann die Seele baumeln lassen und dem Körper Ruhe schenken. Ich habe die Zeit zu träumen, Pläne zu schmieden und zu entdecken, was mein Leben bereichert.

Phil Bosmans sagt: Ein guter Urlaub heißt: frei von der Uhr, frei von allem Druck und jeder Hetze, ohne Chef (ausgenommen dem Himmlischen), unbeschwert schöne Dinge des Lebens genießen. Ein guter Urlaub heißt: heiter und zufrieden sein und auch die Menschen nicht vergessen, die niemals Urlaub haben. Vielleicht liegt dein schönster Urlaub ganz dicht an deiner Tür, wo jemand auf ein bisschen Freude wartet und auf eine Handvoll Glück.

Wie sieht eigentlich meine Beziehung zu Gott aus? Bin ich mit Gott so verbunden, dass ich daraus Kraft ziehe für mein manchmal hektisches Leben? Oder ist da auch ein Lockdown oder gar Shutdown, keine Beziehung mehr da?

Ohne den Stress des Alltags – sich Zeit dafür nehmen bei Gott, mit Gott und für Gott zur Ruhe zu kommen. In sich hinein hören und entdecken, was sich finden lässt. Vielleicht etwas, was in der letzten Zeit zu kurz gekommen ist: Leichtigkeit, Fröhlichkeit, Verbundenheit mit Gott und den Menschen die wir lieben oder ein achtsamer Blick auf seine Schöpfung.

Ich wünsche Ihnen in den kommenden Wochen die nötige Ruhe für Entdeckungen in der Welt und bei sich. Die Erfahrung, dass Gottes Schöpfung und Geschöpfe uns gut tun und dass dieses Erleben den Alltag, der uns dann wieder einfängt, verschönert.

An der Adria Abstand gewinnen

Pater Otto Nosbisch SDB

Am liebsten mache ich Urlaub in Kroatien, an der Adria. Dort finde ich die nötige Ruhe, kann schwimmen, im Schatten gute Bücher lesen, auf dem Liegesessel einschlafen, schöne Gespräche mit meinem Mitbruder führen und abends das tolle dalmatische Essen genießen. So gewinne ich Abstand von dem, was mich sonst Tag für Tag fordert und auch belastet.

Pater Otto Nosbisch SDB