Der Roller des Lebens

Urlaubsimpuls von Pater Rainer Reitmaier - Roller an der Isar

Das Leben rollt dahin, Arbeit, Beruf und aber auch im privaten Bereich rollt es, mal holprig, über Stock und Stein, so manches Hindernis liegt im Weg, rolle ich darüber hinweg, überrolle ich es oder weiche ich aus? Aber es gibt auch Wegstrecken, da kann ich sogar den Lenker loslassen, es rollt von sich.

Ich spüre den Fahrtwind, kann den Blick schweifen lassen, muss mich nicht nur auf den Weg konzentrieren, es läuft dahin. Auf was bin ich fixiert, auf den Weg, auf den Straßenrand, auch dort blüht es? Aber anhalten ist so gut wie nicht möglich, kurze Verschnaufpause einlegen, es muss aber weiterrollen – mir bleibt keine Zeit!

Steigungen sind vorhanden auf meinem Rollweg, es ist anstrengend, ich muss gut treten, Schweißperlen sind auf meiner Stirn, ich komme ins Schwitzen, der Atem wird kürzer, es rollt langsam dahin, aber endlich oben, kann den Ausblick genießen, endlich kurz anhalten.

Dann geht’s los, abrollen, den Berg hinunterrollen, es rollen lassen, den Wind im Gesicht, die Sonne auf der Haut, es tut gut, Endspurt, das Ziel ist nahe, ausrollen lassen, endlich Urlaub und absteigen, den Roller stehen lassen; mit beiden Beinen stehe ich auf der Erde; Da-sein für mich!

Ankommen

Spüre den Zeitpunkt des Ankommens, die hinter mir liegende Zeit der Arbeit, so manche Belastung, die anstrengenden Momente im Berufsleben, sie rollen an mir ab, ich kann sie gut beiseitelegen.

Ich spüre auch die glücklichen und freudigen Momente, die Erfolgserlebnisse beruflich wie privat, gut gelungen!

Aber jetzt den Roller des Lebens einmal stehen lassen, Da-sein, ganz bei mir sein, die Seele, den Geist und den Körper baumeln lassen.

Ausspannen am Fluss, mit den Füßen im Wasser stehen, sich umspülen lassen, merken, wie das Wasser die Füße kühlt, es breitet sich eine angenehme Ruhe aus, es wird ruhig und ich kann mich entspannen.

Ich wünsche Ihnen in Ihrer Urlaubszeit viele solcher Momente, wo Sie Ihr Leben abrollen können, nichts tun, sich Zeit nehmen für sich selbst.

Diese stillen Momente in der Natur, am Wasser, in den Bergen, auf einer Blumenwiese; bei einem schmackhaften Essen mit netten Menschen, die Ihnen guttun; bei einem spannenden Buch, einer schönen Musik, wo Sie ins Träumen kommen, dort wo die Zeit des Entspannens sich so richtig ausrollen kann.

Und nehmen Sie diese Erlebnisse, Erfahrungen mit in den Alltag.

Den Alltag hinter sich lassen

Pater Rainer Reitmaier SDB

Ein guter Urlaubstag ist für mich, wenn ich den Alltag hinter mir lassen kann, nicht an die Arbeit denke und das Umfeld, Privates und Berufliches ist nicht im Blickfeld. Wenn sich der Moment an einem Urlaubstag einstellt, eventuell am Abend, den ganzen Tag habe ich nicht an die Tätigkeiten gedacht, die sonst mein Leben beeinflussen – und wenn es mir dabei gut geht!

Pater Rainer Reitmaier SDB; Foto: U.M.