Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Päpstliches Schreiben „Christus vivit“ gibt neue Arbeitsanstöße für die Jugendpastoral

Im Nachgang zur Bischofssynode Jugend, die im Oktober 2018 in Rom stattfand, hat Papst Franziskus ein umfassendes Schreiben mit dem Titel „Christus vivit“ – „Christus lebt“ an die Kirche und an Jugendliche in aller Welt gerichtet. In dem 60-Seitigen Dokument ermahnt Franziskus die Kirche, „Fragen der Jugendlichen in all ihrer Neuheit zuzulassen und die in ihnen liegende Provokation zu begreifen“. Weiter geht der Papst auf Herausforderungen einer „jungen Kirche“ und die Lebenssituation junger Menschen mit ihren Schwierigkeiten ein. Dabei thematisiert er auch die Beziehung verschiedener Generationen und nötige Änderungen in der Jugendseelsorge.

Die Kirche müsse „demütig zugeben, dass sich einige Dinge ändern müssen“, schreibt Franziskus. Er verlangt den Mut „anders zu sein, andere Träume zu zeigen, die die Welt nicht geben kann“, insbesondere im Kampf für Gerechtigkeit und Gemeinwohl sowie Zuwendung zu den Armen. „Bitten wir den Herrn, er möge die Kirche von denen befreien, die die Kirche alt machen, sie auf die Vergangenheit festnageln, bremsen und unbeweglich machen wollen“, so der Papst wörtlich. Zugleich wandte er sich gegen Anpassung an den Zeitgeist.

Franziskus betont in „Christus vivit“ auch das Prinzip „Jugend leitet Jugend“ und erklärt,  „dass die jungen Menschen selbst die in der Jugendpastoral Tätigen sind – begleitet und angeleitet, doch frei, um voll Kreativität und Kühnheit immer neue Wege zu suchen“ (Nr. 203). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx und der BDKJ-Vorsitzende Thomas Andonie bezeichneten das Papst-Schreiben in einer gemeinsamen Stellungnahme daher als „Markstein“ für die Seelsorge.

Priester und Laien für die Begleitung junger Menschen ausbilden

Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, und die Mitglieder der Kommission sehen in dem päpstliche Schreiben folgende Arbeitsanstöße für die Jugendpastoral in Deutschland:

  • „Papst Franziskus ruft die jungen Menschen auf, ihre Berufung zu suchen: getragen von der lebendigen Freundschaft mit Christus im sozialen Engagement, in der Arbeit, im gottgeweihten Leben, in der Familie. Als Verantwortliche in der Jugendpastoral sind wir aufgerufen, Priester und Laien, Männer wie Frauen, auszubilden, die für die Begleitung junger Menschen qualifiziert sind (Nr. 244).
  • Ebenso sind wir aufgerufen, das Ineinander von Jugend- und Berufungspastoral in Deutschland neu zu verstehen und einzuüben.
  • Immer wieder ist im Verlauf der Jugendsynode auf die Herausforderungen der digitalen Welt hingewiesen worden. Auch in Deutschland müssen wir uns verstärkt mit den Chancen und Risiken auseinandersetzten, die das Internet als Lebenswelt junger Menschen für sie bedeutet. Und ebenso, was es für die Jugendpastoral bedeutet, um mit ihnen in Verbindung sein zu können. (Nr. 87).
  • In neuer Weise ruft Papst Franziskus junge Menschen zum missionarischen Einsatz auf und verbindet dies auch mit ihrem sozialen und diakonischen Engagement. Dies wollen wir reflektieren und uns fragen, ob, wo und wie wir in Deutschland missionarische Jugendpastoral leben (Nr. 240).“

Bischof Oster ruft die Akteure der Jugendpastoral dazu auf, sich mit diesen Themen zu beschäftigen und lädt zu einem Forum Jugendpastoral von 3. bis 5. November 2020 ein. Hier sollen die Ergebnisse der Überlegungen zusammengetragen werden und in eine Neufassung der Leitlinien zur Jugendpastoral der deutschen Bischöfe einfließen.

Eine Zusammenfassung des Schreibens „Christus vivit“ und Hintergrundinformationen zur Jugendsynode 2018 finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz.

KNA/DBK/RefÖA hmp

Foto: Klaus D. Wolf

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