Vor den Gedenkfeiern zum 50. Todestag von P. Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo besuchte eine Delegation aus Meruri (Brasilien) im Juli Deutschland.
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Ich bin gekommen, zu dienen und dafür das Leben zu geben.

Schüsse fallen vor einer Missionsstation im brasilianischen Hinterland. Wenig später sind zwei Männer tot: der deutsche Missionar, Salesianerpater Rudolf Lunkenbein, und der Indigene Simão Bororo. Es ist der 15. Juli 1976 – ein Tag, der das Dorf Meruri bis heute prägt.
Beide hatten sich gemeinsam gegen Landraub, Vertreibung und Gewalt gestellt und für die Rechte des indigenen Volkes der Bororo eingesetzt, dessen Lebensraum zunehmend von Großgrundbesitzern bedroht war. Ihr Tod markiert den Höhepunkt eines eskalierenden Konflikts – und steht bis heute für den Einsatz für Gerechtigkeit, der Konsequenzen fordert.
Diese Seite erzählt die Geschichte Lunkenbeins und Simão Bororos, beleuchtet Hintergründe und fragt, was ihr gemeinsames Zeugnis für unsere Gegenwart bedeutet.
Die Dokumentation „TUKU TAE – Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo“ zeichnet die Lebensgeschichte Rudolf Lunkenbeins und Simão Bororos nach und ordnet diese in den historischen und gesellschaftlichen Kontext ein.
Entstanden ist der Film auf Grundlage einer Recherchereise nach Brasilien im Februar 2026. Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Hintergrundinformationen sowie eindrucksvolle Bilder vermitteln ein differenziertes Bild von Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo.

Rudolf Lunkenbein wurde 1939 in Döringstadt bei Bamberg geboren und wollte schon früh Missionar werden. Über das Gymnasium der Salesianer Don Boscos fand er zur Ordensgemeinschaft und reiste 1958 nach Brasilien, wo er eintrat, Portugiesisch lernte, das Gymnasium abschloss und Philosophie studierte. Für sein Theologiestudium kehrte er 1965 nach Deutschland an die Ordenshochschule in Benediktbeuern zurück. Dort wurde er 1969 durch den Augsburger Weihbischof Josef Zimmermann zum Priester geweiht. Danach ging er erneut nach Brasilien in die Missionsstation Meruri und setzte sich für die indigenen Bororo ein. Er lernte ihre Sprache, unterstützte sie im Kampf um ihr Land und wurde 1973 in ihren Stamm aufgenommen. Gemeinsam mit seinem Freund Simão Bororo geriet er in Konflikt mit Großgrundbesitzern. Am 15. Juli 1976 wurden beide erschossen. Ein Seligsprechungsverfahren läuft.

Simão Cristino Koge Kudugodu wurde 1937 in Meruri geboren. Er war Bororo, Maurer, Friseur, kannte sich mit Heilpflanzen aus und half, wo Hilfe gebraucht wurde. Im Dorf galt er als jemand, der immer da war. Er baute Häuser, reparierte, versorgte Kranke, erklärte anderen, wie man einfache Medikamente herstellt. Viele beschreiben ihn als ruhig, geduldig, verlässlich. Einer, der nicht im Mittelpunkt stand, aber ohne den vieles nicht funktioniert hätte. Zur Mission hatte er eine besondere Verbindung. Er arbeitete mit den Salesianern und kannte ihre Abläufe. Simão war einer der engsten Vertrauten von Pater Rudolf Lunkenbein. Viele nennen ihn seine „rechte Hand“. Die beiden arbeiteten zusammen, waren oft gemeinsam unterwegs und standen in engem Austausch. Als sich der Konflikt um das Land der Bororo in den 1970er-Jahren zuspitzte, blieb Simão an Lunkenbeins Seite – auch an dem Tag im Juli 1976, der für beide tödlich endete.
Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo stehen für eine Haltung, die bis heute relevant ist: Mut, Hoffnung und Hingabe als Antwort auf Unrecht und Gewalt.
Für uns ist die Erinnerung an Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo keine bloße Rückschau auf die Vergangenheit. Sie fordert uns heute heraus, Haltung zu zeigen und junge Menschen darin zu stärken, ihre Welt bewusst und solidarisch mitzugestalten.

Wie wir über Geschichte sprechen, prägt unser Verständnis von Menschen, Verantwortung und Erinnerung. Die Auseinandersetzung mit Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo steht in einem sensiblen historischen Kontext, der bis heute von kolonialen Erfahrungen und Fragen nach Gerechtigkeit und kultureller Identität geprägt ist.
Eine bewusste und respektvolle Sprache hilft dabei, koloniale Muster zu hinterfragen und die Perspektiven indigener Gemeinschaften sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen Würde, Partnerschaft und eine Erinnerungskultur, die Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo gleichwertig würdigt.
Fast fünf Jahrzehnte nach der Ermordung von Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo kehrt eine Reisegruppe nach Meruri zurück, um die Spuren dieser Geschichte zu suchen. Autorin Anna-Lena Haupt begleitet die Recherche und erzählt von Eindrücken und Begegnungen im brasilianischen Hinterland – zwischen Erinnerung, Gegenwart und der Frage, was von Lunkenbeins Einsatz für Land, Sprache und Kultur der Bororo geblieben ist.

Pater Rudolf Lunkenbein ist zu einem Märtyrer und Glaubenszeugen geworden, der die Welt der indigenen Bevölkerung im Herzen Brasiliens nachhaltig bewegt und verändert hat. Das Seligsprechungsverfahren für ihn und seinen Freund, den Indigenen Simão Bororo, läuft. Die wichtigsten Etappen im Überblick.
Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo haben Spuren hinterlassen. Nicht mit Farbe an Wänden, sondern mit ihrem Leben.
Zeig, was dir wichtig ist: Auf unsererAktionsseite haben wir kreative Ideen und konkrete Aktionen zusammengestellt, mit denen du selbst ein Zeichen setzen kannst – für Gerechtigkeit, Zusammenhalt, Menschenrechte und eine bessere Zukunft. Ob Streetart, Aufkleber, Ausmalbild oder mutiges Handeln im Alltag: Deine Haltung macht einen Unterschied.


Diese Biografie von P. Josef Grünner erzählt auf 176 Seiten von zwei Glaubenszeugen, deren Mut bis heute bewegt. Sie zeigt Rudolf Lunkenbeins Weg vom fränkischen Dorf in die Mission, sein neues Verständnis von Evangelisierung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und den Einsatz, der ihn und Simão am 15. Juli 1976 das Leben kostete.
Der von Pater Josef Grünner erstellte Text ist eine sehr stark gekürzte Fassung seiner im Juli 2026 erschienenen Buchpublikation „Mit Entschiedenheit, Mut und Hoffnung: P. Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo“ (Don Bosco 2026). Er wurde für diese Veröffentlichung unter Nutzung von Künstlicher Intelligenz überarbeitet und angepasst.

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf, hat Rudolf schon als Kind einen großen Traum: Er will Menschen helfen. Das Leben führt Rudolf weit weg, nach Brasilien zu einem geheimnisvollen Volk im Regenwald. Dort, bei den Bororo, lebt Rudolf, lernt ihre Sprache und wird ihr Freund - sie nennen ihn „Goldfisch“. Denn Rudolf setzt sich mutig für die Rechte der Bororo ein, damit sie in ihrer Heimat eine Zukunft haben können. - Eine berührende Geschichte über Freundschaft, Mut und den Wunsch, die Welt ein Stück besser zu machen - Erzählt von Ferdinand Auhser und Alfons Friedrich, mit stimmungsvollen Bildern von Petra Lefin.

Entscheidungen treffen in schwierigen Situationen: Am Beispiel Rudolf Lunkenbeins und Simão Bororos verbindet diese Unterrichtseinheit Themen wie soziale Gerechtigkeit, Verantwortung, Nachhaltigkeit, interkulturelles Lernen und ethische Entscheidungen und zeigt, wie Fragen von Landrechten, Umweltzerstörung und Menschenwürde bis heute aktuell sind.

Hab Mut, geh aufs Ganze! Dieses Impulsheft lädt Jugendliche dazu ein, ihren eigenen Weg mutig und bewusst zu gehen. Inspiriert von Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo verbindet es persönliche Fragen, kreative Aktionen, Gebete und Challenges mit Themen wie Gerechtigkeit, Verantwortung und Hoffnung.

Die Power-Point-Präsentation vermittelt einen Einblick in Leben und Wirken des Salesianers. Bildmaterial aus dem Familienarchiv Lunkenbein und dem Archiv der Salesianer macht seinen Lebensweg lebendig. Die Präsentation wurde von der Hauptabteilung Seelsorge des Erzbistums Bamberg (Martin Emge) erstellt und kann auf dessen Website heruntergeladen werden.
Vor 50 Jahren starben P. Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo in Meruri in Brasilien. TV Oberfranken erinnert an das Leben und Wirken des aus Ebensfeld stammenden Salesianers und zeigt, warum sein Einsatz bis heute nachwirkt.
Zum TV-Beitrag
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Eine Pilgerreise nach Meruri zeigte 50 Jahre nach dem Tod von P. Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo: Ihr Vermächtnis inspiriert Menschen bis heute.
Eine deutsch-brasilianische Begegnung schlägt Brücken zwischen der fränkischen Heimat des Missionars und seinem brasilianischen Wirkungsort Meruri.
Der Provinzgemeinschaftstag der Mitbrüder fand in diesem Jahr in Döringstadt bei Bamberg, in der Heimat P. Rudolf Lunkenbeins, statt.
Am 27. Juni lädt das Don Bosco Kloster Benediktbeuern zu einer Gedenkveranstaltung in Erinnerung an den ermordeten Missionar P. Rudolf Lunkenbein.
Mit vielfältigen Aktionen hat Don Bosco auf dem Katholikentag in Würzburg an den Missionar P. Rudolf Lunkenbein und den Bororo Simão erinnert.
Ehemalige Freiwillige von Don Bosco Volunteers haben sich in einem Workshop ehemalige Freiwillige kritisch mit der Missionsarbeit auseinandergesetzt.
Ebensfeld – Die Turnhalle der Pater-Lunkenbein-Grundschule in Ebensfeld verwandelte sich am 20. November 2024 wie jedes Jahr am Buß- und Bettag in…
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