Dr. Klein und Dr. Gerstenlauer: Für die Unabhängigkeit von Mädchen

Dr. Paul Klein und Dr. Brigitte Gerstenlauer verbindet ihr klarer Blick auf die Gesellschaft und der Wunsch, etwas zu verändern. Beide unterstützen die Arbeit Don Boscos schon seit vielen Jahren: „Die Salesianer Don Boscos sind ganz nah dran an der Jugend – in Schulen, Werkstätten, Jugendzentren oder auf der Straße. Sie begleiten junge Menschen ganz konkret in ihrem Alltag. Auch das Thema Nachhaltigkeit greifen sie aktiv auf. Darin zeigt sich ein modernes Gesicht von Kirche.“ Als die Frage aufkam, was einmal mit ihrem Vermögen geschehen soll, war für das kinderlose Ehepaar klar: Wir müssen nach unserem Tod niemanden versorgen – also soll das Geld gemeinnützig wirken. Sie wandten sich an das Don Bosco Stiftungszentrum, und innerhalb kurzer Zeit war ihre Stiftung gegründet.
Projekte in Kolumbien und Indien
Ihr Fokus stand schnell fest: „Mit der BIG Stiftung setzen wir uns besonders für Mädchen ein. Dafür steht auch der Stiftungsname: Boost the Independence of Girls – verstärke die Unabhängigkeit von Mädchen.“ In vielen Ländern haben Jungen bessere Bildungs- und Ausbildungschancen. Mädchen dagegen haben deutlich geringere Chancen und werden früh auf traditionelle Rollen festgelegt. Das Ehepaar setzt hier gezielt an: Mädchen sollen lernen, wirtschaftlich unabhängig werden und ihren Platz in der Gesellschaft selbstbewusst einnehmen.
Dr. Klein und Dr. Gerstenlauer fördern beispielsweise Projekte im kolumbianischen Bogotá und im indischen Secunderabad, in denen Mädchen aus armen Verhältnissen gezielt für technische Berufe wie Elektrikerin, Laborantin oder in der IT ausgebildet werden. Für die Stifterin und den Stifter ist klar: Veränderung braucht Vorbilder und einen langen Atem. Mehr Frauen in Verantwortung verändern das gesellschaftliche Klima. Bildung ist dabei entscheidend. Dr. Gerstenlauer ist überzeugt: „Für Mädchen sollte es genauso selbstverständlich sein, die Schule zu besuchen, wie für Jungs. Und zwar nicht nur ein paar Jahre, sondern bis zum Abschluss.“
Veränderung ist möglich
Ihre Überzeugung, dass Veränderung möglich ist, speist sich auch aus eigenen Erfahrungen. Dr. Klein und Dr. Gerstenlauer stammen aus Familien ohne akademischen Hintergrund und haben ihren Weg selbsterarbeitet. Sie engagieren sich ehrenamtlich, etwa in der Betreuung von geflüchteten Kindern. Auch in Deutschland sehen sie Handlungsbedarf: Rollenklischees bestünden fort – manchmal subtil, manchmal offensichtlich – in letzter Zeit sogar wieder deutlicher. „Wir waren gesellschaftlich doch schon mal weiter“, ist Dr. Klein besorgt. Umso wichtiger ist es für beide, konsequent gegenzusteuern.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Don Bosco Stiftungszentrum kann das Ehepaar rechtliche und steuerliche Fragen sowie die Verwaltung abgeben. Gleichzeitig behalten sie die inhaltliche Entscheidungshoheit. Die BIG Stiftung verstehen sie als wachsendes Projekt: Begonnen haben sie mit einem festen Betrag, weitere Zustiftungen sind jederzeit möglich. Das Ziel ist klar: Die Stiftung soll Wirkung entfalten und wachsen. Das BIG im Namen kann man dabei durchaus wörtlich nehmen.
Hoffnung stiften – damit das Leben junger Menschen gelingt
Seit 25 Jahren laden die Salesianer Don Boscos dazu ein, sich an ihrer Seite als Stifterin oder Stifter für junge Menschen zu engagieren. Stiftungsgründung, Verwaltung, rechtliche Fragen – all das übernimmt das Don Bosco Stiftungszentrum. Rund 200 sehr unterschiedliche Stiftungen machen bereits mit – von klein bis groß, von Treuhandstiftung bis Stiftungsfonds. Sie unterstützen punktgenau dort, wo ihre Hilfe gebraucht wird. Und es gibt viel zu tun: 16 Millionen Kinder und Jugendliche werden von Don Bosco betreut – in Deutschland und weltweit.