Kleiner Straßenjunge in einer Menge von Menschen

Straßenkinder & soziale Arbeit

Wir stehen an der Seite von Kindern und Jugendlichen, die am Rand der Gesellschaft leben. Wir stärken und begleiten sie langfristig, damit sie ihre Talente entfalten und eigene Zukunftsperspektiven gestalten können.

Hilfe für Jugendliche am Rande der Gesellschaft

Als weltweite Don Bosco Gemeinschaft setzen wir uns für die „verlassene und gefährdete Jugend“ (Youth at Risk) ein. Don Bosco unterstützt Straßenkinder, die ohne gezielte Hilfe Gefahr laufen, dauerhaft den Anschluss zu verlieren. Oft werden sie ausgeschlossen, weil sie in Armut aufwachsen, Gewalt oder Vernachlässigung erleben oder in instabilen Lebenssituationen groß werden. Unsere Aufgabe ist es, ihnen rechtzeitig Halt, Chancen und Perspektiven zu bieten, bevor sie dauerhaft ins Abseits geraten.

Youth@Risk ... in Zahlen

100Mio.
Straßenkinder weltweit

Schätzungen zur Folge leben über mehr als 100 Millionen Kinder zeitweise oder ganz auf der Straße. In Deutschland waren Anfang 2024 rund 137.000 Minderjährige offiziell wohnungslos.

260.000
Kinder in Gefängnissen

Laut UNICEF‑Daten waren 2024 schätzungsweise rund 259.000 Kinder weltweit in Haft oder inhaftiert (z. B. in Polizeigewahrsam, Jugendstrafanstalten oder Gefängnissen).

250Mio.
Kinder und Jugendliche ohne Zugang zu Bildung

Weltweit gehen rund 251 Millionen Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter nicht zur Schule. Rund 20 % der jungen Menschen weltweit sind weder in Ausbildung noch in Beschäftigung.

Reportagen & Hintergründe zum Thema Straßenkinder & Soziale Arbeit

Straßenkinder, Kinder in Gefängnissen, schwer erreichbare Jugendliche

Unser Einsatz richtet sich an Kinder und Jugendliche am Rande der Gesellschaft. Don Bosco unterstützt junge Menschen, die nicht die gleichen Chancen, Sicherheiten und Möglichkeiten haben wie andere. Dazu zählen insbesondere Straßenkinder und obdachlose Jugendliche, straffällig gewordene Kinder oder schwer erreichbare Jugendliche, die kaum Kontakt zu Schule, Familie oder Betreuungseinrichtungen haben und oft „unsichtbar“ für das soziale System bleiben.

Stärkenorientierte Sozialarbeit

Junge Menschen in instabilen und prekären Lebenslagen brauchen besondere Förderung und verlässliche Begleitung. Deshalb verfolgen wir in unserer sozialen Arbeit einen klaren Ansatz: Statt Defizite in den Mittelpunkt zu stellen, stärken wir Talente, Fähigkeiten und Selbstvertrauen. Statt Ängste zu vergrößern, fördern wir Vertrauen, Zuversicht und Eigenverantwortung. Dabei setzen wir auf eine dauerhafte und individuelle Begleitung benachteiligter junger Menschen durch Pädagog:innen, Erzieher:innen, Therapeut:innen sowie Seelsorger:innen.

Deine Hilfe für Kinder und Jugendliche in Deutschand & weltweit

Drei barfüßige Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen, sitzen auf einem Bordstein vor einer roten Hauswand mit gelbem Fenster.

Niedrigschwellige Angebote

Um Hürden so gering wie möglich zu halten, setzen wir auf niedrigschwellige Angebote. Wir suchen ausgegrenzte Jugendliche dort auf, wo sie sich aufhalten – wir gehen auf die Straße, in Gefängnisse, klingeln an Türen oder machen Hausbesuche. Von ersten Hilfsangeboten wie Mahlzeiten, medizinischer Versorgung oder einem Schlafplatz für eine Nacht über kreative Mitmachangebote in den Bereichen Sport, Spiel und Kunst bis hin zu langfristigen Hilfen: Unser Ziel ist es, junge Menschen genau dort abzuholen, wo sie sich befinden.

Egal, ob in Deutschland oder in Sierra Leone: Der präventive Ansatz Don Boscos gelingt dort, wo authentische Erzieher, Jugendliche in ihrer Wut, ihrer Angst und mit ihren Zweifeln aushalten. Dort wo wir beim Potential junger Menschen ansetzen und ihre Talente und Fähigkeiten stärken. Unsere Pädagogik ist eine Beziehungspädagogik.

Bruder Jean Paul Muller SDB
Missionsprokurator Don Bosco Mission Bonn

Präventiver Ansatz

Mit unserer sozialen Arbeit verfolgen wir einen präventiven Ansatz. Wir begleiten junge Menschen dabei, ihre persönliche und soziale Identität zu stärken und zu einer selbstbewussten Persönlichkeit heranzuwachsen. Bildung und Ausbildung spielen dabei eine zentrale Rolle: Maßnahmen zum Schuleinstieg und zur beruflichen Qualifikation – besonders für gefährdete Kinder und Jugendliche – eröffnen Chancen und legen den Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben.

Du willst mehr erfahren?

Häufige Fragen zum Thema Straßenkinder & Soziale Arbeit

„Youth at Risk“ bezeichnet junge Menschen, deren Entwicklung durch schwierige Lebensumstände erheblich gefährdet ist. Dazu zählen Armut, Gewalt, fehlender Zugang zu Bildung, Flucht, Diskriminierung oder Konflikte mit dem Gesetz. Der Begriff beschreibt nicht die Persönlichkeit der Jugendlichen, sondern die Risiken ihrer Lebenssituation.

Straßenkinder sind Kinder und Jugendliche, die zeitweise oder dauerhaft ohne festen Wohnsitz leben und den größten Teil ihres Alltags im öffentlichen Raum verbringen. Sie sind häufig auf sich allein gestellt, arbeiten oft informell, um zu überleben, und sind besonders gefährdet durch Armut, Ausbeutung, Gewalt oder fehlenden Schutz. Straßenkinder gibt es weltweit – auch in Deutschland – und sie benötigen gezielte Unterstützung, um Sicherheit, Bildung und Perspektiven zu erhalten.

Schätzungen zufolge leben rund 100 Millionen Kinder ganz oder zeitweise auf der Straße. Verlässliche Zahlen sind schwer zu erheben. Häufige Gründe sind extreme Armut, familiäre Gewalt, Vernachlässigung, Krieg, Flucht oder der Verlust der Eltern. Straßenkinder sind besonders gefährdet durch Ausbeutung, Missbrauch und fehlenden Schutz.

Ja. Auch in Deutschland leben Minderjährige zeitweise ohne festen Wohnsitz oder halten sich überwiegend im öffentlichen Raum auf. Die Ursachen liegen meist in familiären Konflikten, Gewalt oder Überforderung im Elternhaus. Die Betroffenen wechseln häufig zwischen Notunterkünften, Bekannten und der Straße.

Als „schwer erreichbar“ gelten junge Menschen, die von bestehenden Bildungs- und Hilfesystemen kaum erreicht werden. Oft leben sie in instabilen Verhältnissen, haben negative Erfahrungen mit Institutionen gemacht oder sind bereits aus Schule, Ausbildung oder Jugendhilfe herausgefallen.

Nein, der Begriff ist nicht auf Deutschland beschränkt. Weltweit gibt es junge Menschen, die durch Armut, Gewalt, fehlenden Zugang zu Bildung, Flucht oder instabile Lebensverhältnisse kaum erreicht werden. International wird dafür häufig der Begriff „hard-to-reach“ oder der Fachbegriff Youth at Risk verwendet.

Eine genaue Zahl gibt es nicht, in Deutschland sind aber zehntausende Jugendliche schwer erreichbar. Häufige Gründe sind Armut, familiäre Konflikte, psychische Belastungen, Gewalterfahrungen, Suchterkrankungen, Schulabbrüche oder fehlendes Vertrauen in staatliche Hilfesysteme. Auch weltweit stehen Millionen Jugendliche vor ähnlichen Herausforderungen. In vielen Ländern fehlen jedoch ausreichende Unterstützungsangebote.

Die Gründe sind vielfältig und häufig sozial bedingt. Dazu gehören Armut, fehlende Bildung, Leben auf der Straße oder mangelnde familiäre Unterstützung. Viele Jugendliche geraten wegen Diebstählen, im Umfeld von Banden oder im Zusammenhang mit Drogenhandel und Kinderprostitution mit dem Gesetz in Konflikt. Hinter den Straftaten stehen oft Perspektivlosigkeit und soziale Notlagen.

Weltweit befinden sich mehrere hunderttausend Minderjährige in Haft – in Untersuchungshaft, Strafvollzug oder geschlossenen Einrichtungen. Die Bedingungen unterscheiden sich stark je nach Land. In vielen Regionen leben gefangene Jugendliche unter unwürdigen Bedingungen. Es fehlen Bildungsangebote, rechtliche Unterstützung und eine angemessene Betreuung.

Bereits Johannes Bosco setzte sich im 19. Jahrhundert für Jugendliche im Gefängnis ein. Er war überzeugt, dass junge Menschen Begleitung und Bildung benötigen, um ihr Leben neu auszurichten. Don Bosco führt dieses Engagement weltweit fort, insbesondere im Bereich Jugendstrafvollzug und Resozialisierung.

Noch Fragen? Unser Team hilft dir gerne weiter!

Zwei lächelnde Frauen mit grauen Haaren, eine mit schulterlangen Wellen, die andere mit kurzen, stacheligen Haaren.
Tanja Kabon & Inés Bautz